29.10.2020 | Presseinfo Nr. 49

Bilanz zum Ausbildungsmarkt 2019/ 2020

♦ 1.444 Bewerber nahmen Unterstützung der Arbeitsagentur in Anspruch - 78 weniger als im Vorjahr

♦ 1.738 Ausbildungsstellen wurden von Firmen gemeldet - 33 mehr als  im Jahr zuvor

♦ Zum 30. September waren 40 Bewerber unversorgt (9 weniger als im Vorjahr)  und 185 Ausbildungsstellen noch unbesetzt (49 mehr als 2018/ 2019).


 

 „Die Auswahl an Ausbildungsstellen und Studienoptionen ist für junge Menschen sehr gut. Auch in diesem Ausbildungsjahr gab es mehr gemeldete Stellen als Bewerber. Trotz starker Nachfrage blieben vor allem Ausbildungsplätze zum Berufskraftfahrer/-in oder im kaufmännischen Bereich unbesetzt. Meine Empfehlung für Arbeitgeber ist, auch schwächeren Jugendlichen eine Chance zu geben und einen zweiten Blick zu riskieren. Bei der Suche nach Auszubildenden sollten sich Unternehmen stark präsentieren und aktiv werden. Auch wenn wir in den nächsten Jahren steigende Bewerberzahlen erwarten, der Wettkampf um junge Nachwuchskräfte bleibt bestehen“, sagt Andreas Fleischer, Chef der Zwickauer Arbeitsagentur, und ergänzt: „Die jungen Menschen sind jedoch gefordert, ihre Stärken, Fähigkeiten und Talente gegenüber den Betrieben besser zu präsentieren. Tugenden wie Belastbarkeit, Höflichkeit, Teamfähigkeit, Lernbereitschaft, Fleiß und Pünktlichkeit sind besonders wichtig. Die derzeit noch unversorgten Bewerber werden weiter intensiv von uns betreut und bei der Vermittlung von Ausbildungsstellen unterstützt. Insbesondere in der Nachvermittlungszeit bis Dezember arbeiten die Ausbildungsspezialisten in der Berufsberatung und dem Arbeitgeber-Service eng mit den Kammern zusammen. Für einige Jugendliche werden auch betriebliche Einstiegsqualifizierungen und berufsvorbereitende Maßnahmen initiiert, die dazu dienen, den jungen Menschen die Vermittlung in eine berufliche Ausbildung im kommenden Berichtsjahr zu ermöglichen. Deshalb ist es wichtig, dass sich alle an einer Ausbildung interessierten Jugendlichen bei unserer Berufsberatung melden. Nur dann können wir die Lehrstellen möglichst passgenau vermitteln und dabei helfen, dass niemand verloren geht.“

Torsten Spranger, Geschäftsführer der IHK Chemnitz, Regionalkammer Zwickau:

„In wirtschaftlich anspruchsvollen Zeiten ist der Rückgang an Ausbildungsverträgen (-14 Prozent) nachvollziehbar. Die IHK bedankt sich bei allen Unternehmern, die am Ausbildungsengagement festhalten bzw. neu starten (41 Betriebe). Die AzubiUmfrage vom Juni 2020 bestätigt, dass die Ausbildungsverantwortlichen einen ausgezeichneten Job machen.“ (Zahlen der IHK-Anlage 1)

Dr. Olaf Richter, Geschäftsführer Bildung der Handwerkskammer Chemnitz:

„Erfreulich ist, dass sich bei den neu eingetragenen Lehrverträgen im Handwerk im Direktionsbezirk Chemnitz in den Monaten Juli bis September 2020 ein zweistelliges Minus aus dem Frühjahr stark abgebaut hat. Über alle Berufe gesehen sind es zwar im Vergleich zum Vorjahr noch ca. fünf Prozent weniger neu eingetragene Lehrverträge, jedoch ist das anhaltende Engagement unserer Ausbildungsbetriebe zur Nachwuchsgewinnung eine gute Botschaft. In Anbetracht dessen, dass situationsbedingt eine Vor-Ort-Berufsorientierung nicht möglich war, stellen Ausbildungsbetriebe ihr Ausbildungsengagement einmal mehr unter Beweis. Optimistisch stimmt auch, dass in einigen Berufen, beispielsweise bei den Tischlerinnen und Tischlern, Zimmererinnen und Zimmerern sowie im Elektro- und SHK-Bereich ein Anstieg von neu eingetragenen Lehrverhältnissen zu verzeichnen ist. Junge Menschen werden im regionalen Handwerk zur Fachkräftesicherung dringend gebraucht. Wer sich in diesem Jahr für eine Ausbildung im Handwerk noch nicht entschieden hat: Es sind freie Ausbildungsplätze in der Lehrstellenbörse vorhanden und die Handwerkskammer Chemnitz unterstützt gern bei der Suche nach einem Ausbildungsbetrieb im Handwerk.“ (Zahlen der HWK-Anlage 2)

Andreas Fleischer abschließend: „Die Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen im Landkreis Zwickau ist weiterhin hoch. Das zeigt sich an der gestiegenen Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen. Nahezu alle Branchen konnten im letzten Ausbildungsjahr ihr Lehrstellenangebot erweitern. Das ist positiv, da der Fachkräftenachwuchs dringend benötigt wird. Alle Partner haben erfolgreich mitgewirkt, so dass ein „Corona-Jahrgang“ vermieden werden konnte.“

Insgesamt 1.444 junge Männer und Frauen mit Ausbildungswunsch meldeten sich im zu Ende gegangenen Ausbildungsjahr bei der Agentur für Arbeit Zwickau, um das Beratungs- und Vermittlungsangebot anzunehmen. Das ist ein Minus von 78 gegenüber 2018/ 2019. Von den 1.444 Bewerberinnen und Bewerbern wünschten 931 eine Berufsausbildung.

Auf der Angebotsseite des Markts ist eine Steigerung im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen. Insgesamt wurden der Agentur für Arbeit von den Unternehmen 1.738 Lehrstellen gemeldet; das ist ein Plus von 33 gegenüber 2018/ 2019.

Nach wie vor sind geförderte Unterstützungsmaßnahmen beim Übergang von der Schule zum Beruf vorhanden, dies sind Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen, Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen Reha, Einstiegsqualifizierung oder auch geförderte Berufsausbildung möglich. Mit diesen Maßnahmen kann einerseits die Ausbildungsreife hergestellt werden, andererseits mittels Berufsausbildung in außerbetrieblichen Einrichtungen für benachteiligte Jugendliche Berufsausbildung zeitnah realisiert werden.

Unbestritten ist, dass viele Jugendliche weiterhin bei ihrer Berufswahl keine große Bandbreite im Blick haben. Seit Jahren dominieren ähnliche Berufswünsche die Hitlisten. Von den 1.444 Bewerbern gaben 121 als vorrangigen Wunsch Verkäufer-/in, 80 Kauffmann/ -frau und 76 Mechatroniker/-in an. Auch die Geschlechterrollen sind klar definiert. Die Hitliste der Berufswünsche junger Frauen führen die Ausbildungsberufe Verkäuferin, Kauffrau Einzelhandel und Kauffrau Büromanagement an. Bei den jungen Männern dominieren die Berufswünsche Kfz-Mechatroniker vor Fachlagerist und Verkäufer.

Im abgelaufenen Berichtsjahr blieben letztlich 185 Ausbildungsplätze unbesetzt; das sind 49 mehr als im Vorjahr. 40 Mädchen und Jungen waren zum 30. September noch ohne einen Ausbildungsvertrag – 9 weniger als im Jahr zuvor.

Die Berufsberatung nimmt sich Zeit und informiert und berät junge Leute gern.

Individuelle Gesprächstermine können unter der 0375 314 1848 oder 0375 314 2000 vereinbart werden.