02.03.2021 | Presseinfo Nr. 8

Der Arbeitsmarkt im Februar 2021

♦ Anstieg der Arbeitslosen um 73 auf 8.583 (Vorjahr 7.462)
♦ Arbeitslosenquote steigt auf 5,3 Prozent (Vormonat 5,2 Prozent)
♦ Erhöhter Zugang an freien Stellen

Überblick

Im Februar stieg die Arbeitslosigkeit im Landkreis Zwickau leicht an. Die Zahl der Arbeitslosen hat sich um 73 Personen gegenüber dem Vormonat erhöht. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen beträgt im Februar 5,3%, vor einem Jahr lag diese kurz vor den Auswirkungen der Pandemie bei 4,5%.

„Nach dem Anstieg der Arbeitslosigkeit im Januar um 717 Personen hat sich die Zahl der arbeitslosen Menschen im Februar nur um 73 leicht erhöht. Trotz Lockdown und Trans-formationsprozessen gibt es weiterhin einen schnellen Ausgleich am Arbeitsmarkt“, kommentiert Andreas Fleischer, Vorsitzender der Geschäftsführung der Zwickauer Arbeitsagentur die aktuellen Arbeitsmarktzahlen. „Um die Vermittlungsprozesse noch gezielter zu beschleunigen, haben wir ein Neukundencenter eingerichtet. Die dort Mitarbeitenden bieten den arbeitslos werdenden Kunden unsere Dienstleistungen bereits verstärkt in der Kündigungsphase an und können oft den Eintritt von Arbeitslosigkeit durch eine sofortige Integration in ein neues Beschäftigungsverhältnis vermeiden. Entlastend für den regionalen Arbeitsmarkt ist weiterhin die Inanspruchnahme von Kurzarbeitergeld. Anzeichen der einsetzenden Frühjahrsbelebung werden auch bei der Arbeitskräftenachfrage sichtbar. Viele Unternehmen melden uns ihre freien Stellen, auch unter der Annahme, dass coronabedingt in anderen Firmen Arbeitskräfte freigesetzt wurden. So konnten wir im Februar 611 Stellen neu erfassen. Das sind 188 Stellen bzw. 44,4 Prozent mehr als im Januar. Stellenmeldungen kamen überwiegend aus der Zeitarbeit, dem verarbeitenden Gewerbe sowie dem Gesundheits- und Sozialwesen. Der  Stellenbestand liegt aktuell um 16, 2 Prozent über dem Vorjahreswert. Die Abgänge in Erwerbstätigkeit zeigen, dass der Arbeitsmarkt im Landkreis Zwickau weiter aufnahmefähig ist", bilanziert Andreas Fleischer. „Manchmal passen jedoch die beruflichen Kompetenzen unserer arbeitslosen Kundinnen und Kunden nicht zu den Anforderungen der Unternehmen. Deshalb setzen wir auch in diesem Jahr auf Qualifizierung und Weiterbildung, um die Menschen schnell und zeitnah in den Arbeitsmarkt zu integrieren“, so Andreas Fleischer weiter.

Arbeitslosigkeit in den beiden Rechtskreisen

Der Anstieg der Arbeitslosigkeit betrifft nur den Rechtskreis SGB II. Im Februar waren in der Zwickauer Arbeitsagentur 81 Frauen und Männer weniger als im Januar arbeitslos (-2,1 Prozent) gemeldet. Im Jobcenter Zwickau nahm die Arbeitslosigkeit um 154 Personen bzw. 3,2 Prozent zu.

Im Rechtskreis des SGB III waren damit im Februar 3.688 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 462 mehr als im Februar 2020. Im Rechtskreis SGB II waren 4.895 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 659 mehr als im Vorjahr.

Zugänge in und Abgänge aus Arbeitslosigkeit

Zur Jahreszeit passt, dass sich mehr Personen aus dem Job heraus arbeitslos melden mussten als wieder in Erwerbstätigkeit gehen konnten. Im Februar wurden 639 Zugänge aus und 485 Abgänge in Erwerbstätigkeit erfasst.

Insgesamt ist die Fluktuation wie immer hoch, den 1.389 Zugängen stehen 1.314 Abgänge gegenüber.

Langzeitarbeitslosigkeit

Im Agenturbezirk Zwickau sind derzeit 3.211 Arbeitslose länger als ein Jahr auf Jobsuche. Das entspricht einem Anteil von 37,4 Prozent an allen Arbeitslosen im Agenturbezirk. Im Vergleich zum Vormonat stieg die Langzeitarbeitslosigkeit um 2,1 Prozent an. Im Vergleich zum Vorjahr sind aktuell 1.223 Langzeitarbeitslose mehr gemeldet.

Jugendarbeitslosigkeit

Die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen ist im Februar um 16 auf 659 gestiegen. Der Anteil der Jugendlichen an allen Arbeitslosen im Agenturbezirk beträgt 7,7 Prozent. Im Februar 2020 waren 55 Jugendliche weniger arbeitslos.

Stellenangebote

2.440 Stellen – 164 mehr als im Januar – waren im Februar im Agenturbezirk registriert. Im Vergleich zum Vorjahresmonat standen 340 Stellen mehr für die Vermittlung zur Verfügung.

Durch den gemeinsamen Arbeitgeberservice wurden im Februar 611 sozialversicherungspflichtige Stellen neu aufgenommen. Das waren 188 mehr als im Vorjahresmonat.

Den Großteil der Stellen meldeten erneut Zeitarbeitsfirmen, das verarbeitende Gewerbe und das Gesundheits- und Sozialwesen.

Blick in die Geschäftsstellen

In den Geschäftsstellenbezirken der Zwickauer Arbeitsagentur stellt sich die Arbeitslosigkeit folgendermaßen dar: Die Arbeitslosenquote beträgt in Hohenstein-Ernstthal 5,0 Prozent, in der Hauptagentur Zwickau 5,1 Prozent, in Glauchau 5,4 Prozent und in Werdau 5,8 Prozent.

Unterbeschäftigung

Im Februar haben nach ersten Hochrechnungen rund 2.500 Personen aus dem Landkreis Zwickau an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen, wie Weiterbildung, Praktika in Betrieben oder Beschäftigung in Arbeitsgelegenheiten teilgenommen.

Insgesamt belief sich die Unterbeschäftigung – die Summe aus Arbeitslosen und Teilnehmern in Maßnahmen – auf über 11.000. Damit liegt der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung bei 77,6 Prozent. Bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen – analog der Arbeitslosenquote – liegt die vorläufige Unterbeschäftigungsquote für Februar bei 6,6 Prozent (Vorjahr: 6,6 %).

Kurzarbeit

Anzeigen zur Kurzarbeit

Der Höchststand an abgegebenen Anzeigen seit Januar 2009 war mit 2.137 Anzeigen im Monat April 2020. Im Kalendermonat Januar 2021 wurden von 598 Betrieben bzw. Betriebszweigen 4.142 Personen zur Kurzarbeit angezeigt. Das sind 17 Anzeigen weniger und 1.069 Personen in Anzeigen weniger im Vergleich zum Vormonat.

Realisierte Kurzarbeit

Im Kalendermonat August 2020 - Daten liegen mit 5 Monaten Wartezeit vor - haben 1.087 Betriebe bzw. Betriebszweige und 10.135 Personen Kurzarbeitergeld erhalten. Das sind
15,9% weniger Betriebe und 15,8% weniger Personen im Vergleich zum Vormonat. Der Höchststand an Kurzarbeitern seit Januar 2009 war mit 33.974 Personen im April 2020. Die Kurzarbeiterquote - beträgt im August 2020 8,2%. Im Vormonat betrug sie in Deutschland 9,9%, in Sachsen 8,4% und in Zwickau 9,7%.

Hochgerechnete Daten ergeben für Oktober 2020 902 Betriebe und 6.813 Personen in Kurzarbeit. Aufgrund der Gültigkeitsdauer der Anzeigen von 12 Monaten kann die realisierte Kurzarbeit die angezeigte Kurzarbeit übersteigen.

Die Top 3 von realisierter Kurzarbeit betroffenen Wirtschaftsabteilungen nach Anzahl der Personen im Monat August 2020 waren »Herstellung von Kraftwagen u.-teilen« (2.326
Personen / 17 Betriebe), »Herstellung von Metallerzeugnissen« (1.240 Personen / 49 Betriebe) und »Maschinenbau« (1.200 Personen / 34 Betriebe).

Ausbildungsmarkt

Seit Beginn des Berichtsjahres haben sich 917 Mädchen und Jungen (38 weniger als im Jahr zuvor) bei ihrer Suche nach einem Ausbildungsplatz an die Zwickauer Arbeitsagentur gewandt. Ihnen gegenüber standen 1.204 betriebliche Ausbildungsstellen (167 weniger als im Vorjahr).

Hintergrundinformationen zum Ausbildungsmarkt

Definition Berichtsjahr

Das Berichtsjahr ist der Zeitraum vom 1. Oktober bis zum 30. September des folgenden Jahres. Um alle Bewerberinnen/Bewerber und Berufsausbildungsstellen, die während eines Berichtsjahres bei den AA und JC gemeldet waren, abzubilden, werden Bewerberinnen/Bewerber und Berufsausbildungsstellen jeweils kumuliert seit Beginn des Berichtsjahres ausgewiesen. Das bedeutet, jede/r Bewerberinnen/Bewerber bzw. jede Berufsausbildungsstelle, die mindestens einmal während des Berichtsjahres gemeldet war, bleibt statistisch bis zum Ende des Berichtsjahres in der Grundgesamtheit enthalten (Prinzip der Anwesenheitsgesamtheit), auch wenn der Vermittlungsauftrag längst beendet wurde.

Aktuelle Informationen Januar 2021

Einmal im Jahr wird in der Klassifikation der Berufe 2010 (KldB 2010) die Zuordnung von Einzelberufen unter berufskundlichen Aspekten überprüft und bei Bedarf angepasst. Dabei werden Einzelberufe anderen Berufsgattungen (KldB 2010-5-Steller) zugeordnet. Nun wurde nach fast zehnjährigem Einsatz zudem die KldB 2010 selbst überarbeitet und eine neue Version „Klassifikation der Berufe 2010 – überarbeitete Fassung 2020“ erstellt. Es gibt zukünftig zwei neue Berufsuntergruppen (KldB 2010-4-Steller) und 14 neue Berufsgattungen (KldB 2010-5-Steller). Zudem werden eine Berufsuntergruppe und eine Berufsgattung innerhalb der Systematik umgezogen sowie eine Berufsuntergruppe und eine Berufsgattung umbenannt. Die neue Version der KldB 2010 wird zusammen mit den Änderungen der Einzelberufe zum Berichtsmonat Januar 2021 in die Statistiken über den Ausbildungsmarkt übernommen. D.h. ab einschließlich dem Berichtsmonat Januar 2021 werden Bewerberinnen/Bewerber sowie Berufsausbildungsstellen den neuen Einzelberufen, Berufsgattungen und Berufsuntergruppen zugeordnet. Eine rückwirkende Änderung für die Berichtsmonate vor Januar 2021 findet nicht statt.