31.03.2022 | Presseinfo Nr. 8

Der Arbeitsmarkt im März 2022

♦ Rückgang der Arbeitslosen um 119 auf 7.188 (Vorjahr 8.196) 
♦ Arbeitslosenquote sinkt auf 4,4 Prozent (Vorjahr 5,0 Prozent) 
♦ weiterhin Höchststand bei Anzahl unbesetzter Arbeitsstellen 
♦ 1.040 unbesetzte Ausbildungsstellen im Landkreis 

Überblick

Die Zahl der Arbeitslosen ist im März im Landkreis Zwickau um 119 Personen gegenüber dem Vormonat gesunken. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen beträgt 4,4 Prozent. Im Februar 2022 lag diese bei 4,5%. 

„Der regionale Arbeitsmarkt konnte im März von den ersten Anzeichen einer einsetzenden Frühjahrsbelebung profitieren. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit setzt sich fort. Es melden sich wieder mehr Menschen in eine Erwerbstätigkeit ab als 
sich aus Erwerbstätigkeit arbeitslos melden. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit ist über alle betrachteten Personengruppen zu verzeichnen“, kommentiert Andreas Fleischer, Vorsitzender der Geschäftsführung der Zwickauer Arbeitsagentur, die aktuellen Arbeitsmarktzahlen. „Der Bestand an gemeldeten Stellen befindet sich erneut auf einem Höchststand für einen März seit mindestens 6 Jahren. Die Zahl der neu gemeldeten Stellen hat aber abgenommen.“ 

Der Blick auf den Ausbildungsstellenmarkt zeigt in der ersten Hälfte des neuen Beratungsjahres 2021/22 eine steigende Zahl von Ausbildungsstellen und eine sinkende Zahl von Bewerbern gegenüber dem Vorjahr“, berichtet Andreas Fleischer und ergänzt: „Wir appellieren an junge Menschen: Meldet euch in der Berufsberatung. Es gibt gute Chancen am Ausbildungsmarkt. Betrieben empfehlen wir, auch auf Praktika für junge Menschen zu setzen. Betriebe gewinnen so einen persönlichen Eindruck und junge Menschen können ihr Talent testen um herauszufinden, ob der Beruf passt. Arbeitgeber können sich in der Arbeitsagentur über Förderinstrumente wie „AsA“ (assistierte Ausbildung) informieren. Mit Blick auf den Fachkräftebedarf ist es wichtig, Ausbildungsabbrüche zu vermeiden“, so Andreas Fleischer abschließend. 

Arbeitslosigkeit in den beiden Rechtskreisen

Der Rückgang der Arbeitslosigkeit betrifft den Bereich der Arbeitsagentur. Im März waren in der Zwickauer Arbeitsagentur 128 Frauen und Männer weniger als im Februar arbeitslos (-4,7 Prozent) gemeldet. Im Jobcenter Zwickau nahm die Arbeitslosigkeit um 9 Personen bzw. 0,2 Prozent zu. 

Im Rechtskreis des SGB III waren damit im März 2.576 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 791 weniger als im März 2021. Im Rechtskreis SGB II waren 4.612 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 217 weniger als im Vorjahr. 

Zugänge in und Abgänge aus Arbeitslosigkeit

Zur einsetzenden Frühjahrsbelebung passt, dass mehr Personen eine Erwerbstätigkeit aufgenommen haben, als arbeitslos wurden. Im März wurden 522 Zugänge aus und 603 Abgänge in Erwerbstätigkeit erfasst. 

Insgesamt ist die Bewegung am Arbeitsmarkt weiter hoch, den 1.386 Zugängen stehen 1.517 Abgänge gegenüber. 

Langzeitarbeitslosigkeit

Im Agenturbezirk Zwickau sind derzeit 2.991 Arbeitslose länger als ein Jahr auf Jobsuche. Das entspricht einem Anteil von 41,6 Prozent an allen Arbeitslosen im Agenturbezirk. Im Vergleich zum Vormonat ging die Langzeitarbeitslosigkeit um 1,5 Prozent zurück. Im Vergleich zum Vorjahr sind aktuell 298 Langzeitarbeitslose weniger gemeldet. 

Jugendarbeitslosigkeit

Die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen ist im März um 22 auf 521 gestiegen. Der Anteil der Jugendlichen an allen Arbeitslosen im Agenturbezirk beträgt 7,2 Prozent. Im März 2021 waren 133 Jugendliche weniger arbeitslos gemeldet.

Stellenangebote

2.797 Stellen – 24 weniger als im Februar – waren im März im Agenturbezirk registriert. Im Vergleich zum Vorjahresmonat standen 297 Stellen mehr für die Vermittlung zur Verfügung. 

Den Großteil der Stellen meldeten erneut Zeitarbeitsfirmen, das Verarbeitende Gewerbe sowie der Handel, Reparatur und Instandhaltung von Kraftfahrzeugen. 

Blick in die Geschäftsstellen

Die Arbeitslosigkeit stellt sich in den Geschäftsstellen folgendermaßen dar: Die Arbeitslosenquote beträgt in Hohenstein-Ernstthal 4,0 Prozent, in der Hauptagentur Zwickau 4,3 Prozent, in Glauchau 4,7 Prozent und in Werdau 5,1 Prozent. 

Unterbeschäftigung

Im März haben nach ersten Hochrechnungen rund 2.200 Personen aus dem Landkreis Zwickau an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen, wie Weiterbildung, Praktika in Betrieben oder Beschäftigung in Arbeitsgelegenheiten teilgenommen. 

Insgesamt belief sich die Unterbeschäftigung – die Summe aus Arbeitslosen und Teilnehmern in Maßnahmen – auf rund 9.300. Damit liegt der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung bei 76,5 Prozent. Bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen – analog der Arbeitslosenquote – liegt die vorläufige Unterbeschäftigungsquote für März bei 5,7 Prozent (Vorjahr: 6,3 %). 

Kurzarbeit

Anzeigen zur Kurzarbeit

Der Höchststand an abgegebenen Anzeigen seit Januar 2009 war mit 2.137 Anzeigen im Monat April 2020. 

Im Kalendermonat Februar 2022 wurden von 51 Betrieben bzw. Betriebszweigen 740 Personen zur Kurzarbeit angezeigt. 

Das sind 145 Anzeigen weniger und 854 Personen in Anzeigen weniger im Vergleich zum Vormonat. 

Realisierte Kurzarbeit

Im Kalendermonat September 2021 - Daten liegen mit 5 Monaten Wartezeit vor - haben 524 Betriebe bzw. Betriebszweige und 10.509 Personen Kurzarbeitergeld erhalten. Das sind 12,7 Prozent weniger Betriebe und 6,1 Prozent weniger Per-
sonen im Vergleich zum Vormonat. Der Höchststand an Kurzarbeitern seit Januar 2009 war mit 33.974 Personen im April 2020. 

Der durchschnittliche Arbeitsausfall für Kurzarbeitergeld beträgt 21,6 Prozent. Das durch die Kurzarbeit verursachte Beschäftigungsäquivalent beträgt 2.266 Personen. Die Kurzarbeiterquote - beträgt im September 2021 8,3 Prozent. Im 
Vormonat betrug sie in Deutschland 2,5 Prozent, in Sachsen 3 Prozent und in Zwickau 8,9 Prozent. 

Hochgerechnete Daten ergeben für November 2021 642 Betriebe und 9.069 Personen in Kurzarbeit. 

Die Top 3 von realisierter Kurzarbeit betroffenen Wirtschaftsabteilungen nach Anzahl der Personen im Monat September 2021 waren »Herstellung von Kraftwagen u.-teilen« (7.920 Personen / 13 Betriebe), »Herstellung von Gummi- u. Kunststoffwaren« (365 Personen / 6 Betriebe) und »Herstellung von Metallerzeugnissen« (266 Personen / 20 Betriebe). 

Sozialversicherungs-pflichtige Beschäftigung 

Ende September 2021, dem letzten Quartalsstichtag der Beschäftigungsstatistik mit gesicherten Angaben, belief sich die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Bezirk der Agentur für Arbeit Zwickau auf 127.340. Gegenüber dem Vor-jahresquartal war das eine Zunahme um 2.113 Personen oder 1,7 Prozent, nach +2.027 Personen oder +1,6 Prozent im Vorquartal. Nach Branchen gab es absolut betrachtet die stärkste Zunahme in der Metall- und Elektroindustrie sowie 
Stahlindustrie, einem Teilbereich des Verarbeitenden Gewerbes (+2.157 Personen oder +7,3 Prozent); am ungünstigsten war dagegen die Entwicklung im Baugewerbe (–279 Personen oder –3,4 Prozent). 

Ausbildungsmarkt 

Am 1. Oktober 2021 begann das aktuelle Berufsberatungsjahr. Zur Halbzeit setzt sich der Trend der letzten Jahre im Landkreis fort: Es gibt im Agenturbezirk Zwickau viel mehr gemeldete Ausbildungsstellen als unversorgte Bewerber. 

Seit Oktober 2021 wurden der Arbeitsagentur 1.433 Ausbildungsstellen gemeldet. Das sind 133 bzw. 10,2 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Dem gegenüber stehen 924 Bewerber. Das sind 94 bzw. 9,2 Prozent weniger als im gleichen 
Zeitraum des Vorjahres. 

Zu den meist gesuchten Berufen gehören Berufe im Handel, im Lager sowie Mechatroniker.