31.03.2021 | Presseinfo Nr. 11

Der Arbeitsmarkt im März 2021

♦ Rückgang der Arbeitslosen um 387 auf 8.196 (Vorjahr 7.260) * 
♦ Arbeitslosenquote sinkt auf 5,0 Prozent (Vormonat 5,3 Prozent) *

Überblick

Die Zahl der Arbeitslosen ist im März im Landkreis Zwickau um 387 Personen gegenüber dem Vormonat gesunken. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen beträgt 5,0%; vor einem Jahr lag diese kurz nach Beginn der Pandemie bei 4,4%. 

„Der regionale Arbeitsmarkt konnte im März trotz Lockdown und einem weiterhin hohen Infektionsgeschehen von den ersten Anzeichen einer einsetzenden Frühjahrsbelebung profitieren. Die Arbeitslosigkeit ist gesunken und der regionale Arbeitsmarkt zeigt sich nach über einem Jahr Coronapandemie weiter robust – obwohl die Arbeitslosigkeit fast 13 Prozent über dem Vorjahr liegt. Kurzarbeit ist ein sehr gutes Instrument und sichert weiter in großem Umfang Beschäftigung im Landkreis“, konstatiert Andreas Fleischer, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Zwickau. „Vom Rückgang der Arbeitslosigkeit zum Vormonat konnten bis auf die Langzeitarbeitslosen alle Personengruppen profitieren. Besonders bei Männern und Älteren können wir einen deutlichen Rückgang verzeichnen. Gerade für langzeitarbeitslose Menschen ist der Weg zurück in den Arbeitsmarkt problematischer geworden. Nicht zuletzt dadurch, dass Bildungsträger zurzeit nicht mehr wie üblich Qualifizierungs- und Weiterbildungsmaßnahmen anbieten können. Dennoch müssen wir jetzt schon die Weichen für die Zukunft stellen und dürfen dieses Beschäftigungspotenzial nicht vernachlässigen. Der Fachkräftebedarf wird nach der Pandemie wieder den Arbeitsmarkt bestimmen. Qualifizierung und Ausbildung spielen eine entscheidende Rolle und wir verfügen über die Instrumente, um die Menschen mit Beratung und Unterstützung wirksam durch die Transformation zu begleiten.“ 

Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung konnte im dritten Quartal 2020 leicht zulegen. „Mit einem Zuwachs von fast 1.700 Personen gegenüber dem Vorquartal verzeichnen wir einen leichten Beschäftigungsanstieg in der Region. Das sind positive Tendenzen, wenngleich einige Wirtschaftsbranchen die Folgen des Lockdowns deutlicher spüren als andere“, so Andreas Fleischer abschließend. 

Arbeitslosigkeit in den beiden Rechtskreisen

Der Rückgang der Arbeitslosigkeit betrifft beide Rechtskreise, jedoch vorrangig den Bereich der Arbeitsagentur. Im März waren in der Zwickauer Arbeitsagentur 321 Frauen und Männer weniger als im Februar arbeitslos (-8,7 Prozent) gemeldet. Im Jobcenter Zwickau nahm die Arbeitslosigkeit um 66 Personen bzw. 1,3 Prozent ab. 

Im Rechtskreis des SGB III waren damit im März 3.367 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 362 mehr als im März 2020. Im Rechtskreis SGB II waren 4.829 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 574 mehr als im Vorjahr. 

Zugänge in und Abgänge aus Arbeitslosigkeit

Zur einsetzenden Frühjahrsbelebung passt, dass deutlich mehr Personen eine Erwerbstätigkeit aufgenommen haben, als arbeitslos wurden. Im März wurden 463 Zugänge aus und 733 Abgänge in Erwerbstätigkeit erfasst. 

Insgesamt ist die Bewegung am Arbeitsmarkt weiter hoch, den 1.112 Zugängen stehen 1.508 Abgänge gegenüber. 

Langzeitarbeitslosigkeit

Im Agenturbezirk Zwickau sind derzeit 3.289 Arbeitslose länger als ein Jahr auf Jobsuche. Das entspricht einem Anteil von 40,1 Prozent an allen Arbeitslosen im Agenturbezirk. Im Vergleich zum Vormonat stieg die Langzeitarbeitslosigkeit um 2,4 Prozent an. Im Vergleich zum Vorjahr sind aktuell 1.275 Langzeitarbeitslose mehr gemeldet. 

Jugendarbeitslosigkeit

Die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen ist im März um 5 auf 654 gesunken. Der Anteil der Jugendlichen an allen Arbeitslosen im Agenturbezirk beträgt 8,0 Prozent. Im März 2020 waren 35 Jugendliche weniger arbeitslos gemeldet. 

Stellenangebote

2.500 Stellen – 60 mehr als im Februar – waren im März im Agenturbezirk registriert. Im Vergleich zum Vorjahresmonat standen 303 Stellen mehr für die Vermittlung zur Verfügung. 

Den Großteil der Stellen meldeten erneut Zeitarbeitsfirmen, das Verarbeitende Gewerbe, das Gesundheits- und Sozialwesen, der Handel sowie das Verkehrs- und Lagerwesen. 

Blick in die Geschäftsstellen

In allen Geschäftsstellenbezirken der Zwickauer Arbeitsagentur ist ein leichter Rückgang der Arbeitslosigkeit zu verzeichnen. Die Arbeitslosigkeit stellt sich folgendermaßen dar: Die Arbeitslosenquote beträgt in Hohenstein-Ernstthal 4,7 Prozent, in der Hauptagentur Zwickau 4,9 Prozent, in Glauchau 5,3 Prozent und in Werdau 5,5 Prozent. 

Unterbeschäftigung

Im März haben nach ersten Hochrechnungen rund 2.500 Personen aus dem Landkreis Zwickau an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen, wie Weiterbildung, Praktika in Betrieben oder Beschäftigung in Arbeitsgelegenheiten teilgenommen. 

Insgesamt belief sich die Unterbeschäftigung – die Summe aus Arbeitslosen und Teilnehmern in Maßnahmen – auf rund 10.700. Damit liegt der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung bei 76,7 Prozent. Bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen – analog der Arbeitslosenquote – liegt die vorläufige Unterbeschäftigungsquote für März bei 6,4 Prozent 
(Vorjahr: 6,4 %). 

Kurzarbeit

Anzeigen zur Kurzarbeit

Der Höchststand an abgegebenen Anzeigen seit Januar 2009 war mit 2.137 Anzeigen im Monat April 2020. Im Kalendermonat Februar 2021 wurden von 175 Betrieben bzw. Betriebszweigen 1.440 Personen zur Kurzarbeit angezeigt. Das sind 423 Anzeigen weniger und 2.702 Personen in Anzeigen weniger im Vergleich zum Vormonat. 

Realisierte Kurzarbeit

Im Kalendermonat September 2020 - Daten liegen mit 5 Monaten Wartezeit vor - haben 966 Betriebe bzw. Betriebszweige und 7.435 Personen Kurzarbeitergeld erhalten. Das sind 11,1% weniger Betriebe und 26,6% weniger Personen im Vergleich zum August. Der Höchststand an Kurzarbeitern seit Januar 2009 war mit 33.974 Personen im April 2020. Die Kurzarbeiterquote - beträgt im September 2020 5,9%. Im Vormonat betrug sie in Deutschland 7,6%, in Sachsen 6,4% und in Zwickau 8,2%. 

Hochgerechnete Daten ergeben für November 2020 1.199 Betriebe und 7.882 Personen in Kurzarbeit. Aufgrund der Gültigkeitsdauer der Anzeigen von 12 Monaten kann die realisierte Kurzarbeit die angezeigte Kurzarbeit übersteigen. 

Die Top 3 von realisierter Kurzarbeit betroffenen Wirtschaftsabteilungen nach Anzahl der Personen im Monat September 2020 waren »Maschinenbau« (1.142 Personen / 34 Betriebe), »Herstellung von Metallerzeugnissen« (1.027 Personen / 52 Betriebe) und »Herstellung Kraftwagen u.-teilen« (936 Personen / 12 Betriebe)