02.11.2022 | Presseinfo Nr. 31

Bilanz Ausbildungsmarkt 2021/2022

♦ 1.314 Bewerber nahmen Unterstützung der Arbeitsagentur in Anspruch - 57 weniger als im Vorjahr
♦ 1.782 Ausbildungsstellen wurden von den Firmen gemeldet - 45 mehr als im Jahr zuvor
♦ Zum 30. September waren 44 Bewerber unversorgt (22 mehr als im Vorjahr) und 204 Ausbildungsstellen noch unbesetzt (22 weniger als im Vorjahr)

Am 2. November hat die Zwickauer Arbeitsagentur in einer Pressekonferenz, welche in diesem Jahr bei HTE Haustechnik Einert GmbH, Werdauer Straße 162 in Zwickau,stattfand, Bilanz gezogen. Als Gesprächspartner standen den Medienvertretern neben Andreas Fleischer (Chef der Zwickauer Arbeitsagentur) auch Herr Einert (Geschäftsführer HTE Haustechnik Einert GmbH), Frau Einert (Assistentin der Geschäftsleitung und Verantwortliche für die Organisation der Ausbildung bei HTE Haustechnik Einert GmbH), Toni Becker (Auszubildender bei HTE Haustechnik Einert GmbH), Herr Spranger (Geschäftsführer IHK Chemnitz, Regionalkammer Zwickau) und Herr Winkelströter (Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Chemnitz) Rede und Antwort.

Andreas Fleischer, Geschäftsführer der Zwickauer Arbeitsagentur, bilanziert die statistischen Daten „Die Auswahl an Ausbildungsstellen ist für junge Menschen gut. Auch in diesem Berichtsjahr gab es mehr gemeldete Stellen als Bewerber. Um die wirtschaftliche Situation in der Region weiterhin zu sichern, benötigen wir junge Menschen in den Unternehmen und in der dualen Ausbildung. Manchmal bedürfen Jugendliche jedoch in ihren individuellen Lebenslagen unterschiedliche Unterstützung und eine niederschwellige Anlaufstelle, um den Übergang in den Beruf zu meistern. Kein Akteur am Ausbildungsmarkt kann die vielfältigen Bedarfe allein und kompetent abdecken. Hierbei sind eine übergreifende intensive Zusammenarbeit sowie gebündelte und vernetzte Aktivitäten erforderlich, um für den Einzelnen die bestmögliche Hilfe zu gewährleisten. Wir haben in diesem Jahr die Zusammenarbeit innerhalb der Jugendberufsagentur Zwickau (Bündnis zwischen der Agentur für Arbeit Zwickau, dem Landkreis Zwickau, dem Jobcenter Zwickau und dem Landesamt für Schule und Bildung) neu strukturiert und angepasst. So können wir die jungen Menschen noch besser und vor allem schneller unterstützen.“

Doch nicht alle Jugendlichen haben einen Ausbildungsvertrag unterzeichnen können.

Gemeinsam mit unseren Arbeitsmarktpartnern vermitteln wir derzeit die 44 unversorgten Bewerberinnen und Bewerber intensiv weiter“, so Andreas Fleischer und erläutert: „Für diejenigen, die noch keinen Ausbildungsplatz haben, ist es nicht zu spät. Auch nach dem offiziellen Ausbildungsbeginn ist noch Vieles möglich. Wichtig ist, sich auch abseits des Traumberufs für Alternativen zu öffnen. Wir appellieren an die Jugendlichen, unsere Online-Angebote nutzen und sich schnell bei der Berufsberatung informieren zu lassen.

Aktuell stehen die Chancen auf einen Ausbildungsplatz sehr gut, denn der regionale Ausbildungsmarkt ist derzeit sehr aufnahmefähig. Mit dem 30. September ist das Berufsberatungsjahr zwar faktisch zu Ende, nicht aber die Aktivitäten unserer Berufsberatung zur Nachvermittlung. In Einzelfällen ist auch jetzt der Ausbildungseinstieg oder -umstieg noch möglich. Über 200 freie Lehrstellen warten auf den passenden Azubi“; wirbt Andreas Fleischer.

Insgesamt 1.314 junge Männer und Frauen meldeten sich im zu Ende gegangenen Ausbildungsjahr bei der Agentur für Arbeit Zwickau, um das Beratungs- und Vermittlungsangebot anzunehmen. Das ist ein Minus von 57 gegenüber 2020/ 2021 und ein Minus von 130 gegenüber 2019/ 2020.

Auf der Angebotsseite des Markts ist ebenfalls eine Steigerung im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen. Insgesamt wurden der Agentur für Arbeit von den Unternehmen 1.737 Lehrstellen gemeldet. Das ist ein Plus von 45 gegenüber 2020/ 2021 und gegenüber 2019/ 2020 eine Zunahme um 44.

Unbestritten ist, dass viele Jugendliche weiterhin bei ihrer Berufswahl keine große Bandbreite im Blick haben. Von den 1.314 Bewerbern gaben 132 als vorrangigen Wunsch Verkäufer/in und 90 Mechatroniker/in an. Auch die Geschlechterrollen sind klar definiert. Die Hitliste der Berufswünsche junger Frauen führen wieder die Ausbildungsberufe Verkäuferin (84), Kauffrau Einzelhandel (39) und Kauffrau Büromanagement (32) an. Bei den jungen Männern dominieren erneut die Berufswünsche Kfz- Mechatroniker (84) vor Verkäufer (48) und Fachlagerist (42).

Im abgelaufenen Berichtsjahr blieben letztlich 204 Ausbildungsplätze unbesetzt; das sind 22 weniger als im Vorjahr. 44 Mädchen und Jungen waren zum 30. September noch ohne einen Ausbildungsvertrag, 22 mehr als im Jahr zuvor. In gemeinsamen Nachvermittlungsaktionen bemühen sich Arbeitsagentur und IHK sowie HWK derzeit gemeinsam darum, unversorgte Bewerber und unbesetzte Ausbildungsstellen zusammen zu bringen.

Markus Winkelströter, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Chemnitz:
„In vielen Bundesländern gehen die Zahlen der neu eingetragenen Ausbildungsverhältnisse deutlich zurück. Der Kammerbezirk Chemnitz hingegen trotzt diesem negativen Trend und belegt bundesweit einen Spitzenplatz. Auch die Zahlen im Landkreis Zwickau entwickeln sich positiv und haben das Niveau der Zeit vor der Corona-Pandemie wieder erreicht. Dieses gute Ergebnis zeigt, dass die Betriebe des Handwerks attraktive Arbeitgeber sind und auch wissen, dass das wirksamste Mittel gegen den Mangel an Fach- und Arbeitskräften die Ausbildung ist.“

Torsten Spranger, Geschäftsführer IHK Chemnitz, Regionalkammer Zwickau:
„Die Ausbildungssituation in Industrie, Handel, Gastronomie und Dienstleistung hat sich im Verhältnis zum Vorjahr verbessert. Mit einer Steigerung von 47 Ausbildungsverhältnissen (+6,3 %). Erfreulich ist, dass nach den beiden Coronajahren insbesondere im Gastgewerbe und im Handel ein stärkerer Aufwärtstrend zu verzeichnen ist. Sorgen bereiten uns die für die Region wichtigen Bereiche Metall- und Elektrotechnik sowie Verkehr und Transport. Insgesamt stellt sich die Gewinnung von Auszubildenden in den gewerblich-technischen Berufen als eine besondere Herausforderung dar. Gute schulische Leistungen der Jugendlichen sind genauso wichtig wie eine umfassende Berufsorientierung, um den Übergang ins Arbeitsleben optimal zu gestalten.“

Die Agentur für Arbeit Zwickau bietet Jugendlichen umfassende Unterstützung – angefangen von der beruflichen Orientierung im Rahmen des Schulunterrichts über die individuelle Beratung bis hin zur Vermittlung von Ausbildungsstellen. Die Eltern oder Großeltern als wichtigste Bezugspersonen werden immer gern eingebunden.

Die Berufsberatung nimmt sich Zeit und informiert und berät junge Leute gern. Individuelle Gesprächstermine können unter der 0375 314 1848 vereinbart werden.