25.11.2022 | Presseinfo Nr. 36

Zeit für barrierefreies Denken

Am 3. Dezember findet der Internationale Tag der Menschen mit Behinderung statt. Der von den Vereinten Nationen ausgerufene Aktionstag soll öffentlich auf die Herausforderungen aufmerksam machen, denen sich Menschen mit Behinderung in unserer Gesellschaft immer noch stellen müssen.      

Die Bundesagentur für Arbeit signalisiert mit einer bundesweiten Aktionswoche ihren Einsatz und ihr Engagement für Inklusion und möchte auf Stärken und Potenziale von Menschen mit Handicap hinweisen. 

 „In unserem Aufgabenportfolio ist die Integration von Menschen mit Behinderung in Arbeit ein fester Bestandteil. Um die Teilhabe am Arbeitsleben zu fördern, stehen auch im kommenden Jahr genügend Haushaltmittel zur Verfügung. Mit dem Budget können etwa Aus- und Weiterbildungen gefördert sowie Eingliederungszuschüsse an Arbeitgeber erbracht werden“, sagt Andreas Fleischer, Chef der Zwickauer Arbeitsagentur und ergänzt: „Zusätzlich beraten wir Unternehmerinnen und Unternehmer zur behindertengerechten Arbeitsplatzgestaltung und wie die finanzielle Unterstützung dafür aussehen kann. Interessierte Arbeitgeber können sich jederzeit telefonisch unter der kostenlosen Service-Rufnummer 0800 4 5555 melden“. 

Im Landkreis Zwickau waren im Oktober 585 Menschen mit Behinderung arbeitslos gemeldet. Das sind 5 Personen (-0,8 Prozent) weniger als im Vormonat, aber 31 Personen (5,6 Prozent mehr als im Vorjahresmonat). 434 haben eine schulische, betriebliche oder akademische Ausbildung absolviert. 

In eigener Sache 

Die Zwickauer Arbeitsagentur sieht es als Selbstverständlichkeit an, Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen zu beschäftigen und geht dabei mit gutem Beispiel voran. Über 14 Prozent der Beschäftigten sind schwerbehindert. 

Auch bei der eigenen Nachwuchskräftesuche (Auszubildende und Studierende) werden bei gleicher Eignung Bewerberinnen und Bewerber mit gesundheitlichen Einschränkungen bevorzugt berücksichtigt. 


Hintergrundinformationen 

Beschäftigungspflicht 

Arbeitgeber mit monatlich mindestens 20 Arbeitsplätzen (im Jahresdurchschnitt) sind gesetzlich verpflichtet, mindestens 5 Prozent Ihrer Arbeitsplätze durch Menschen mit Schwerbehinderung oder ihnen gleichgestellten Menschen zu besetzen. In der Regel wird die Beschäftigung eines Menschen mit einer Schwerbehinderung auf einen Pflichtplatz angerechnet. Eine Mehrfachanrechnung ist auf Antrag möglich, wenn die Eingliederung auf dem Arbeitsmarkt behinderungsbedingt besonders schwierig ist oder wenn Betriebe behinderte Jugendliche ausbilden. 

Ausgleichsabgabe 

Arbeitgeber, die ihre Beschäftigungspflicht nicht erfüllen, müssen monatlich eine Ausgleichsabgabe entrichten. Diese wird von den Integrationsämtern erhoben und verwendet, um die Beschäftigungschancen und –bedingungen von Menschen mit Schwerbehinderung zu verbessern. Sie soll einen Ausgleich unter den Arbeitgebern herbeiführen. 

Fördermöglichkeiten 

- Ausbildungszuschüsse für die Berufsausbildung 

- Probebeschäftigung 

- Eingliederungszuschüsse 

- Kostenerstattung für angepasste Arbeitsplatzgestaltung