29.10.2021 | Presseinfo Nr. 39

Pressekonferenz „Bilanz zum Ausbildungsmarkt 2020/21“

♦ 1.371 Bewerber nahmen Unterstützung der Arbeitsagentur in Anspruch -  73 weniger als im Vorjahr 
♦ 1.707 Ausbildungsstellen wurden von den Firmen gemeldet –  31 weniger als im Jahr zuvor 
♦ Zum 30. September waren 22 Bewerber unversorgt (18 weniger als im  Vorjahr) und 226 Ausbildungsstellen noch unbesetzt (41 mehr als im Vorjahr). 

Das Ausbildungsjahr 2020/ 2021 ist statistisch beendet. Am 29. Oktober hat die Zwickauer Arbeitsagentur in einer Pressekonferenz, welche in diesem Jahr bei der WP Holding GmbH 
stattfand, Bilanz gezogen. Als Gesprächspartner standen den Medienvertretern neben Andreas Fleischer (Chef der Zwickauer Arbeitsagentur) auch Frau Paesold-Runge (Geschäftsführerin WP Holding GmbH), Herr Schulz (Ausbildungsleiter WP Holding GmbH), Frau Bronsert (Referentin Berufsbildung der IHK Chemnitz, Regionalkammer Zwickau) und 
Herr Winkelströter (Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Chemnitz) Rede und Antwort. Während der Veranstaltung wurde von der IHK die Auszeichnung „Vorbildlicher Ausbildungsbetrieb“ vorgenommen. 

Andreas Fleischer, Geschäftsführer der Zwickauer Arbeitsagentur, bilanziert die statistischen Daten: „Die Herausforderungen des abgelaufenen Ausbildungsjahres in Zusammenhang mit der pandemischen Entwicklung haben mit Blick auf die heutige Bilanz wenige  Spuren hinterlassen. Nach Unterbrechung der persönlichen Kontakte, insbesondere auch durch die Schulschließungen, haben sich die Jugendlichen und unsere Beraterinnen und Berater über neue Kommunikationswege finden müssen. Das hat den Prozess verlangsamt, am Ende konnte jedoch für die meisten auch in diesem besonderen Jahr der Übergang von der Schule in eine Ausbildung ohne große Stolpersteine verlaufen. Die Ausbildungssituation in der Region ist immer noch komfortabel und unsere hiesigen Unternehmen suchen flächendeckend jungen Nachwuchs.“ 

Auch in diesem Jahr haben trotz der guten Situation wieder einige junge Menschen erfahren, dass man keine Lehrstelle geschenkt bekommt. 

„In Zusammenarbeit mit unseren Arbeitsmarktpartnern vermitteln wir die 22 unversorgten Bewerberinnen und Bewerber intensiv weiter“, so Andreas Fleischer und erläutert: „Es bestehen auch jetzt noch Chancen, in eine Ausbildung einzusteigen. Für alle, die in diesem Jahr keinen Ausbildungsplatz mehr erhalten, gibt es aber verschiedene Wege zur Überbrückung. Einer  ist die Einstiegsqualifizierung. In diesem verlängerten Praktikum können Jugendliche zeigen, welche Fähigkeiten und Motivation sie haben und Betriebe können junge Ausbildungswillige besser kennenlernen und an eine Ausbildung in ihrem Betrieb heranführen. Die Unternehmen erhalten dafür Zuschüsse zur monatlichen Vergütung“. 

Insgesamt 1.371 junge Männer und Frauen meldeten sich im zu Ende gegangenen Ausbildungsjahr bei der Agentur für Arbeit Zwickau, um das Beratungs- und Vermittlungsangebot anzunehmen. Das ist ein Minus von 73 gegenüber 2019/ 2020 und ein Minus von 151 gegenüber 2018/2019. 

Auf der Angebotsseite des Markts ist ebenfalls eine Reduzierung im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen. Insgesamt wurden der Agentur für Arbeit von den Unternehmen 1.707  Lehrstellen gemeldet. Das ist ein Minus von 31 gegenüber 2019/ 2020, aber eine Zunahme um zwei gegenüber 2018/ 2019. 

Unbestritten ist, dass viele Jugendliche weiterhin bei ihrer Berufswahl keine große Bandbreite im Blick haben. Von den 1.371 Bewerbern gaben 112 als vorrangigen Wunsch Verkäufer/in und 72 Kauffmann/ -frau im Einzelhandel an. Auch die Geschlechterrollen sind klar definiert. Die Hitliste der Berufswünsche junger Frauen führen die Ausbildungsberufe Verkäuferin, Kauffrau Einzelhandel und Kauffrau Büromanagement an. Bei den jungen Männern dominieren die Berufswünsche Kfz- Mechatroniker vor Verkäufer und Fachlagerist. 

Im abgelaufenen Berichtsjahr blieben letztlich 226 Ausbildungsplätze unbesetzt; das sind 41 mehr als im Vorjahr. 22 Mädchen und Jungen waren zum 30. September noch ohne einen Ausbildungsvertrag – 18 weniger als im Jahr zuvor. In gemeinsamen Nachvermittlungsaktionen bemühen sich Arbeitsagentur und IHK sowie HWK derzeit gemeinsam darum, unversorgte Bewerber und unbesetzte Ausbildungsstellen zusammen zu bringen. 

Doreen Paesold-Runge, Geschäftsführerin WP Holding GmbH: 

„Als regionales Speditions- und Logistikunternehmen ist es uns eine besondere Freude, auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Auszubildende aus der Region begrüßen zu können. Das Thema Ausbildung liegt WP Holding seit jeher ganz besonders am Herzen. Wir sind stolz darauf, dass unsere gute und bewährte Ausbildung nun von der IHK Chemnitz ausgezeichnet und gewürdigt wird. Wir verstehen diese Auszeichnung als Ansporn für die Zukunft!“ 

Simone Bronsert, Referentin Berufsbildung der IHK Chemnitz, Regionalkammer Zwickau: 

„Größte Sorge bereitet derzeit die Berufsorientierung, welche in den vergangenen beiden Jahren viel zu kurz kam. Diesem Thema ist erhöhte Aufmerksamkeit zu schenken, z.B. mittels Schülerpraktika bzw. AG-Angeboten der Schulen. IHK-Mitarbeiter wünschen sich, dass Lehrkräfte an Oberschulen wie Gymnasien - mit Agentur für Arbeit, Kammern und weiteren Partnern - ihre Schüler bestmöglich auf den Einstieg ins Berufsleben vorbereiten.“ 

Markus Winkelströter, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Chemnitz: 

„Auch wenn die Rahmenbedingungen pandemiebedingt in diesem Jahr die Möglichkeiten der Berufsorientierung stark einschränkten, ist es gelungen, die Anzahl an Ausbildungsverträgen um über 7 Prozent von 393 Ausbildungsverträgen in 2020 auf nun 423 Ausbildungsverträge zu steigern. Die Ausbildungsbereitschaft der Handwerksbetriebe in der Region ist dabei ungebrochen groß, so dass auch weiterhin viele Ausbildungsplätze unbesetzt blieben. Hier gilt es auch weiterhin alle Möglichkeiten zu nutzen, junge Menschen für eine Duale Berufsausbildung zu begeistern, um so dem steigenden Fachkräftebedarf entgegen zu wirken.“ 


Die Agentur für Arbeit Zwickau bietet Jugendlichen umfassende Unterstützung – angefangen von der beruflichen Orientierung im Rahmen des Schulunterrichts über die individuelle 
Beratung bis hin zur Vermittlung von Ausbildungsstellen. Die Eltern oder Großeltern als wichtigste Bezugspersonen werden immer gern eingebunden. 

Die Berufsberatung nimmt sich Zeit und informiert und berät junge Leute gern. 

Individuelle Gesprächstermine können unter der 0375 314 1848 vereinbart werden.