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Worauf Sie bei der Auswahl eines Angebotes achten sollten

Kinderbetreuung, Zeitmanagement, Finanzierungsfragen: Vor dem Start Ihrer Weiterbildung sind viele Dinge zu klären. Informieren Sie sich auch darüber, wie Sie die Qualität einer Weiterbildung erkennen können und was bei Problemen getan werden kann.

Sie haben Kinder, die betreut werden müssen, damit Sie an einer Weiterbildung teilnehmen können? Dann stehen Ihnen verschiedene Betreuungsangebote zur Verfügung:

  • Kinderkrippen oder Kindertagespflege (Tagesmütter, Tagesväter) für  Kleinkinder im Alter von 1 bis 3 Jahren
  • Kindergärten für Kinder über 3 Jahren bis zur Einschulung
  • Ganztagsschulen und Horte für Schulkinder 

Gut zu wissen: Eltern haben einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz gegenüber der jeweiligen Gemeinde, der auch dann gilt, wenn Sie sich arbeitslos melden. Die Kosten für Betreuungsplätze hängen von unterschiedlichen Faktoren ab und können auch innerhalb einer Gemeinde sehr unterschiedlich sein. Erkundigen Sie sich am besten auf den Webseiten Ihrer Stadt oder Gemeinde.

Falls Sie keines dieser öffentlich zugänglichen Angebote nutzen, bleibt Ihnen die Möglichkeit, selbst eine Kinderbetreuung zu organisieren, zum Beispiel durch Au-pairs, Babysitting oder geringfügig Beschäftigte ("Minijobberinnen und Minijobber"). Diese Art von Betreuung ist jedoch häufig nicht mit dem Arbeitsalltag vereinbar. Wenden Sie sich bei Fragen zur Finanzierung an Ihre Beraterin oder Ihren Berater Ihrer Agentur für Arbeit oder Ihres Jobcenters. Diese können Sie auch über mögliche Zuschüsse informieren. Mehr zur Kinderbetreuung finden Sie unter Familie und Beruf vereinbaren.

Mehr zum Thema Kinderbetreuung

Um die Pflege eines nahen Angehörigen im häuslichen Umfeld mit einer beruflichen Tätigkeit oder einer Weiterbildung zu vereinbaren, gibt es verschiedene staatliche Unterstützungsangebote:

  • eine bis zu 2-jährige Reduzierung der Arbeitszeit auf 15 Stunden pro Woche, um Pflegeaufgaben wahrzunehmen ("Familienpflegezeit"). Diese kann mit einem zinslosen Darlehen kombiniert werden
  • eine bis zu 6-monatige vollständige oder teilweise Freistellung (unbezahlt) – ebenfalls mit der Option eines zinslosen Darlehens ("Pflegezeit")
  • eine 10-tägige Auszeit im pflegerischen Akutfall mit einer Lohnersatzleistung ("Pflegeunterstützungsgeld")
  • Tarifverträge oder individuelle Absprachen mit Ihrem Arbeitgeber können Ihre persönliche Situation verbessern

Zudem gibt es noch folgende weitere Unterstützungsangebote:

  • Ambulante Pflege/ häusliche Pflege: die Versorgung von pflegebedürftigen Menschen in ihrem Zuhause
  • Stationäre Pflege: die Aufnahme in ein Altenwohnheim/ Senioren- oder Pflegeheim
  • Teilstationäre Pflege/ Tages- oder Nachtpflege: die zeitweise Betreuung pflegebedürftiger Menschen tagsüber oder nachts in einer Einrichtung. In der übrigen Zeit erfolgt die Betreuung zu Hause. Auch als ergänzendes Angebot für kurzzeitige Hilfe möglich, wenn beispielsweise bei einem Teil der Pflege zu Hause private Pflegepersonen zeitweilig ausfallen
  • Kurzzeitpflege: eine vorübergehende Unterbringung in einem (Pflege-)Heim, um die Verhinderung (zum Beispiel Urlaub, Krankheit) der privaten Pflegeperson zu überbrücken
  • Verhinderungspflege: stundenweise Betreuung zur Entlastung der privaten Pflegeperson (erst nach Ablauf von sechs Pflegemonaten möglich)
  • Alltagsbegleitung: Betreuung und Begleitung von älteren Menschen und Menschen mit Demenzerkrankung, damit diese möglichst lange Zuhause wohnen bleiben können.

Diese Dienstleistungen werden in der Regel erbracht durch:

  • Sozialstationen (Einrichtungen von Trägern der Freien Wohlfahrtspflege wie Deutsches Rotes Kreuz, Caritas, Diakonie)
  • ambulante Pflegedienste (gewerbliche Anbieter)
  • Dienstleistungsagenturen
  • private Anbieter (oft Einzelpersonen)

Erkundigen Sie sich im Vorfeld wegen der Kostenübernahme bei der zuständigen Pflegekasse.

Weitere Informationen und Tipps finden Sie auf der Seite Perspektive Wiedereinstieg sowie unter Familie und Beruf vereinbaren.

Mehr zum Thema Pflegeaufgaben

Für die Suche nach einem passenden Weiterbildungsangebot nutzen Sie die Kurssuche. Sie bietet einen Überblick zu den Angeboten des gesamten beruflichen Bildungsmarktes. Ob Sie sich für geförderte Qualifizierungsmaßnahmen, Kurzlehrgänge oder staatlich geregelte Fortbildungen interessieren – hier erfahren Sie alles Wissenswerte zu den einzelnen Veranstaltungen. Die Informationen in KURSNET basieren auf Angaben der Bildungsanbieter. 

Tipp: Wenn Ihre Weiterbildung mit einem Bildungsgutschein gefördert wird, dann kreuzen Sie in der Suchmaske der Kurssuche unbedingt das Häkchen bei "Förderung mit Bildungsgutschein" an. Die Ergebnisliste zeigt Ihnen dann ausschließlich die Bildungsangebote, bei denen die Einlösung Ihres Bildungsgutscheines möglich ist.

Zur Kurssuche

Wenn Sie nicht an einer Weiterbildung in Vollzeit teilnehmen können, weil noch Kinder zu betreuen oder Angehörige zu pflegen sind, muss eine passende Unterrichtsform gefunden werden.

Bei der Kurssuche nach einer Weiterbildung sollten Sie – neben der Gesamtdauer – vor allem auf familienfreundliche Unterrichtsformen und Unterrichtszeiten achten:

  • Teilzeit: Veranstaltung mit einer täglichen Dauer unter sechs Zeitstunden oder Veranstaltung, die immer nur an einzelnen Wochentagen stattfindet
  • Abendschulen: Die Kurse finden in der Regel abends statt. Das wöchentliche Unterrichtspensum beträgt rund 20 Stunden.
  • Wochenendveranstaltung: Der Unterricht findet überwiegend Samstag/Sonntag statt, beginnend möglicherweise bereits ab Freitagnachmittag
  • Fernunterricht/Fernstudium: Zeit- und ortsunabhängiger Unterricht, bei bei dem Anwesenheit möglich ist, aber die individuelle Bearbeitung des Lernstoffs überwiegt. Beim sogenannten „Blendend Learning“ werden Präsenz- und Online-Lernphasen kombiniert.

Tipp: Es gibt auch Bildungsangebote, die in Module aufgeteilt sind, die Sie einzeln belegen können. Oft ist dabei ein individueller Einstieg möglich, das heißt, Sie können den Eintritt frei wählen.

Zur Kurssuche

Die Agentur für Arbeit kann Sie unter bestimmten Voraussetzungen durch die Förderung einer beruflichen Weiterbildung unterstützen. Ob ihre Weiterbildung gefördert werden kann, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Einen ersten Überblick erhalten Sie im Merkblatt 18 – Frauen und Beruf.

Gut zu wissen: Falls Sie keinen Anspruch auf Förderung Ihrer Weiterbildung durch die Agentur für Arbeit haben, stehen Ihnen möglicherweise andere Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten zur Verfügung. Informieren Sie sich hier über Aufstiegs-BAföG, Bildungskredit und andere Förderprogramme.

Daneben unterstützt die Bundesregierung den Wiedereinstieg durch spezielle Förderprogramme für

  • Frauen oder Männer, die ihren Beruf über eine längere Zeit nicht ausgeübt haben: Das Aktionsprogramm Perspektive Wiedereinstieg unterstützt Sie zum Beispiel, wenn Ihre Qualifikationen veraltet sind oder Sie unschlüssig sind, ob Sie den beruflichen Wiedereinstieg angehen sollten. Hier finden Sie auch einen Wiedereinstiegsrechner, Checklisten und Veranstaltungstipps.
  • Mütter oder Väter mit Migrationshintergrund: Unter bestimmten Voraussetzungen können Sie eines von ungefähr 80 Projekten des Förderprogramms Stark im Beruf nutzen. Sie erhalten zum Beispiel kostenlose Beratung, Qualifizierungen oder Coachings. Suchen Sie auf der Standortkarte nach einem Projekt in Ihrer Nähe und nehmen Sie Kontakt mit dem jeweiligen Träger des Projekts auf.

 

Zum Aktionsprogramm Perspektive Wiedereinstieg

Anbieter von Qualifizierungsmaßnahmen, die mit dem Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit gefördert werden können, benötigen eine Zulassung. Die Zulassung des Bildungsträgers sowie seine Maßnahmen sind Gewähr für die Einhaltung einer bestimmten Qualität der Maßnahmen. Anhand der sogenannten Anbieterbewertung in KURSNET können Sie zudem feststellen, wie Bildungsangebote von Teilnehmerinnen und Teilnehmern bewertet wurden und wie erfolgreich diese nach der Weiterbildung dabei waren, eine Beschäftigung zu finden.

Wenn Sie Ihre Weiterbildung selbst finanzieren, sollten Sie sich ausreichend Zeit nehmen, um sich über die Qualität der Bildungsanbieter und ihrer Bildungsangebote zu informieren. Einen guten Einstieg in das Thema erhalten Sie mit der Checkliste Qualität beruflicher Weiterbildung des Bundesinstituts für Berufsbildung. Diese können Sie nutzen, um sich anschließend weitere Informationen bei neutralen Beratungsstellen oder bei Bildungsanbietern einzuholen.

Für die Qualitätssicherung bei Fernlehrgängen spielt das Fernunterrichtsgesetz eine wichtige Rolle. Diese Lehrgänge benötigen eine staatliche Zulassung, bei der unter anderem auch Vertrags- und Kündigungsbestimmungen überprüft werden.

Zur Checkliste "Qualität beruflicher Weiterbildung"

Während Ihrer Weiterbildung könnten Probleme auftreten – sei es, dass Sie krank werden oder aus anderen Gründen abbrechen beziehungsweise wechseln möchten. Wie Sie mit solchen Situationen umgehen, hängt auch davon ab, ob Ihre Weiterbildung von der Agentur für Arbeit gefördert wird, oder ob Sie als Privatperson für die Finanzierung aufkommen.

  • Im Fall einer von der Agentur für Arbeit geförderten Maßnahme sind Sie verpflichtet, den Bildungsanbietern oder die Agentur für Arbeit sofort zu informieren, wenn Sie arbeitsunfähig erkranken und wenn Sie wieder arbeitsfähig sind. Besprechen Sie Ihre persönliche Situation mit Ihrer Beratungsfachkraft, bevor Sie die Entscheidung für einen Abbruch treffen und verkünden. Daneben ist zu beachten, dass Sie mit einer Sperrzeit rechnen müssen, wenn Sie eine Maßnahme ohne wichtigen Grund abbrechen. Während einer Sperrzeit kann beispielsweise kein Arbeitslosengeld gezahlt werden.
  • Wenn Sie Ihre Weiterbildung selbst finanzieren, können Sie vorsorgen, indem Sie mit Ihrer Ansprechpartnerin beziehungsweise Ihrem Ansprechpartner beim Bildungsträger nach Lösungen suchen. Vereinbaren Sie einen Termin bei der Agentur für Arbeit, bevor Sie die Entscheidung für einen Abbruch treffen und umsetzen. Die Beratungsfachkraft kann Sie dabei unterstützen, Alternativen und Lösungen zu Ihrer Situation zu erarbeiten. Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) des Veranstalters informieren über Kündigungs-, Rücktritts- und Zahlungsmodalitäten.

Gut zu wissen: Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hat eine Checkliste Qualität beruflicher Weiterbildung zusammengestellt. Dort finden Sie auch Tipps zu den Angaben, die der Weiterbildungsvertrag enthalten sollte, den Sie mit dem Bildungsanbieter abschließen.

Zur Checkliste "Qualität beruflicher Weiterbildung"