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Anspruch, Höhe, Dauer - Arbeitslosengeld

Sie haben Ihre Arbeit verloren und möchten Arbeitslosengeld beziehen. Wir informieren Sie über Ihren Anspruch, die Dauer und die Höhe Ihrer Leistungen.

  1. Sie müssen arbeitslos sein. Eine Voraussetzung dafür ist, dass Sie weniger als 15 Stunden pro Woche arbeiten.
  2. Sie müssen versicherungspflichtig beschäftigt gewesen sein und lange genug in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt haben: mindestens 12 Monate in den letzten 2 Jahren (unter bestimmten Umständen gelten abweichende Voraussetzungen).

    Ersatzzeiten werden auch angerechnet, zum Beispiel:
    • Wehrdienst,
    • Mutterschaft und Kindererziehung,
    • Krankengeldbezug,
    • Jugendfreiwilligen- oder Bundesfreiwilligendienst.
  3. Sie müssen sich persönlich arbeitslos gemeldet haben.

Was Sie beachten müssen, wenn Sie Arbeitslosengeld beantragen, erfahren Sie hier.

Gut zu wissen: Wenn es wahrscheinlich ist, dass Sie Ihren Arbeitsplatz verlieren, melden Sie sich bitte arbeitsuchend – spätestens 3 Monate vor dem Ende Ihrer Beschäftigung. Wenn Sie erst später von Ihrer Entlassung erfahren, melden Sie sich spätestens 3 Tage danach. Das ist wichtig, falls Sie anschließend Arbeitslosengeld beantragen müssen. Wenn Sie keinen neuen Arbeitsplatz gefunden haben, melden Sie sich arbeitslos – spätestens am ersten Tag der Arbeitslosigkeit.

Die Höhe des Arbeitslosengeldes ist gesetzlich geregelt. Sie beträgt in der Regel 60 Prozent des pauschalierten Nettoentgelts (auch Leistungsentgelt genannt). Wenn ein Kind oder mehrere Kinder berücksichtigt werden können, erhöht sich das Arbeitslosengeld auf 67 Prozent. Auch die Steuerklasse beeinflusst die Höhe des Arbeitslosengeldes.

Wenn Sie wissen möchten, wie hoch Ihr Arbeitslosengeld ungefähr ist, können Sie den Arbeitslosengeld-Rechner benutzen. Das Ergebnis dient aber nur Ihrer Orientierung.

Sie wollen wissen, wie das Leistungsentgelt genau berechnet wird oder was bei der Berücksichtigung von Kindern zu beachten ist? Dann fragen Sie bitte bei Ihrer Agentur für Arbeit nach.

Gut zu wissen: Sie haben in den letzten beiden Jahren, bevor Sie arbeitslos wurden, durchschnittlich mindestens 10 Prozent mehr verdient? Dann haben Sie Anspruch darauf, dass der Bemessungszeitraum auf 2 Jahre ausgedehnt wird. Ihr Arbeitslosengeld fällt dann entsprechend höher aus. Die Nachweise (Bescheinigung des Arbeitgebers und Lohnabrechnungen) bringen Sie am besten gleich mit, wenn Sie sich persönlich arbeitslos melden.

 

Für welche Dauer Sie Arbeitslosengeld erhalten, hängt davon ab, wie lange Sie zuvor beschäftigt waren und wie alt Sie sind.

Gut zu wissen: Sie waren weniger als 12, aber mindestens 6 Monate sozialversicherungspflichtig beschäftigt? Auch dann haben Sie vielleicht einen Anspruch auf Arbeitslosengeld. Fragen Sie bei Ihren Ansprechpartnern nach.

Die Agentur für Arbeit kann die Zahlung des Arbeitslosengeldes aussetzen (Sperrzeit). Eine Sperrzeit wird zum Beispiel verhängt, wenn Sie Ihr Beschäftigungsverhältnis ohne wichtigen Grund gelöst haben oder wenn Ihnen verhaltensbedingt gekündigt wurde. Das Arbeitslosengeld kann in diesen Fällen bis zu 12 Wochen lang nicht gezahlt werden.

Außerdem tritt beispielsweise eine Sperrzeit ein, wenn
• Ihre Agentur Ihnen Arbeit anbietet und Sie diese nicht annehmen,
• Sie nicht an einer Maßnahme zur beruflichen Eingliederung teilnehmen,
• Sie nicht nachweisen, dass Sie sich um eine neue Arbeitsstelle bemühen,
• Sie sich nicht frühzeitig arbeitsuchend melden.


Auch wenn Sie einen Aufhebungsvertrag unterschrieben und beispielsweise eine Abfindung erhalten haben, hat dies in der Regel eine Sperrzeit zur Folge.


Eine Sperrzeit tritt nicht ein, wenn Sie aus einem wichtigen Grund gekündigt haben. Beispiel: Sie heiraten und beenden Ihr Beschäftigungsverhältnis, weil Sie zu Ihrer Partnerin beziehungsweise Ihrem Partner in eine entfernte Stadt ziehen wollen.

Bitte legen Sie die entsprechenden Nachweise vor, um eine Sperrzeit zu vermeiden.

Gut zu wissen: Die Dauer Ihres Anspruchs verkürzt sich um die Zeit der Sperre.

 

Beschäftigungszeiten in EU-Ländern und der Schweiz können berücksichtigt werden. Bedingung ist jedoch meistens, dass Sie vor der Arbeitslosigkeit in Deutschland versicherungspflichtig beschäftigt waren. Erkundigen Sie sich dazu am besten bei Ihrer Agentur für Arbeit. Informationen finden Sie auch im Merkblatt Arbeitslosengeld und Auslandsbeschäftigung.

Einen Vorschuss können Sie erhalten, wenn Ihre Antragsunterlagen oder sonstige Gründe eine abschließende Entscheidung noch nicht zulassen. Voraussetzung dafür ist:

  • Sie haben grundsätzlich Anspruch auf Leistungen.
  • Es dauert voraussichtlich noch längere Zeit, bis die tatsächliche Höhe der Leistungen festgesetzt werden kann.

Ist noch unklar, ob Sie Anspruch auf Leistungen haben, kann auch eine vorläufige Entscheidung getroffen werden.

Ihre örtliche Arbeitsagentur wird in der Regel von sich aus – ohne besonderen Antrag – prüfen, ob Ihnen ein Vorschuss gezahlt oder eine vorläufige Entscheidung getroffen werden kann. Sie können bereits mit dem Leistungsantrag einen Vorschuss beantragen.

Wurde Ihr Antrag abschließend geprüft, müssen Sie den Vorschuss ganz oder teilweise wieder zurückzahlen, wenn

  • entschieden wurde, dass Ihnen keine Leistungen zustehen.
  • der bezahlte Vorschuss die Leistungen übersteigt, die Ihnen zustehen.