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Insolvenzgeld

Wenn Ihr Arbeitgeber Insolvenz anmeldet, haben Sie unter Umständen die Möglichkeit, Insolvenzgeld zu bekommen. Lesen Sie hier, was Sie dafür tun müssen.

Wenn Ihr Arbeitgeber seinen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen kann, ist er insolvent. Das kann dazu führen, dass Sie Ihr Gehalt beziehungsweise Ihren Lohn nicht mehr oder nur teilweise erhalten. Als Ersatz für das fehlenden Entgelt erhalten Sie von der Agentur für Arbeit auf Antrag Insolvenzgeld. Die Zahlung erfolgt einmalig.

Wird ein Insolvenzverfahren über das Vermögen des Arbeitgebers eröffnet, haben Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ab diesem Zeitpunkt (auch „Insolvenzereignis“ genannt) Anspruch auf Insolvenzgeld.

Ein Insolvenzereignis liegt auch vor, wenn:

  • festgestellt wurde, dass die offenen Schulden Ihres Arbeitgebers nicht mehr beglichen werden können oder
  • Ihr Arbeitgeber nichts mehr unternimmt, um den Betrieb weiterzuführen. 

Welche weiteren Umstände als Insolvenzereignis gelten, erfahren Sie im Merkblatt Insolvenzgeld für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.

Grundsätzlich haben nur Arbeitnehmerinnen, Arbeitnehmer und sogenannte Dritte Anspruch auf Insolvenzgeld.

Als Dritte werden in diesem Fall Personen oder juristische Personen (zum Beispiel ein Verein oder eine GmbH) bezeichnet, die direkten Anspruch auf Ihren Lohn oder Ihr Gehalt haben. Das ist zum Beispiel bei Pfändungen der Fall.

Auch wenn Sie Unterhalt für ein Kind zahlen, hat die Mutter oder der Vater des Kindes direkten Anspruch auf Ihren Lohn oder Ihr Gehalt. In den beschriebenen Fällen besteht dann Anspruch auf Ihr Insolvenzgeld.

Helfen Sie als Familienangehöriger in dem insolvent gegangenen Betrieb oder sind Sie dessen geschäftsführender Gesellschafter, prüft die Deutsche Rentenversicherung, ob Ihnen Insolvenzgeld zusteht.

Beantragen Sie das Insolvenzgeld bei der Agentur für Arbeit. Wichtig ist, dass Sie den Antrag innerhalb von 2 Monaten stellen, nachdem das Insolvenzverfahren eröffnet wurde.

Als Arbeitnehmerin oder Arbeitnehmer können Sie den Antrag auf Insolvenzgeld bequem elektronisch ausfüllen und zusammen mit sämtlichen Nachweisdokumenten elektronisch einreichen. Dadurch liegt Ihr Antrag der Agentur für Arbeit schneller zur Bearbeitung vor, als wenn Sie ihn in Papierform an uns senden.

Fügen Sie Ihrem Antrag bitte folgende Dokumente hinzu:

  • Insolvenzgeldbescheinigung (vom Arbeitgeber oder zuständigen Insolvenzverwalter),
  • Kopie des Arbeitsvertrages,
  • Kündigungsschreiben,
  • die letzten 3 Verdienstabrechnungen,
  • Aktenzeichen des Insolvenzverfahrens.

Sie können den Antrag auf Insolvenzgeld auch in Papierform einreichen. Das Formular finden Sie hier.

Wenn Sie als Familienangehöriger im insolvent gegangenen Betrieb arbeiten oder dessen geschäftsführender Gesellschafter sind, können außerdem die Zusatzblätter Familienangehörige und Gesellschafter(in)/Geschäftsführer(in) erforderlich sein.

Insolvenzgeld wird rückwirkend gezahlt. Sie erhalten einmalig Insolvenzgeld  für den Lohn, der für die letzten 3 Monate Ihres Arbeitsverhältnisses vor Eröffnung des Insolvenzverfahrens aussteht.

In der Regel erhalten Sie Insolvenzgeld in der Höhe des Nettoverdienstes. Es umfasst Festgehalt beziehungsweise Festlohn und unter bestimmten Voraussetzungen auch Gehalts- oder Lohnanteile (zum Beispiel Provisionen, Überstundenvergütung oder Weihnachtsgeld). Für Besserverdienende gibt es Obergrenzen, die je nach Bundesland unterschiedlich ausfallen.

Gut zu wissen: Insolvenzgeld ist steuerfrei. Geben Sie den Betrag in Ihrer Steuererklärung an. Außerdem sollten Sie die Bescheinigung der Arbeitsagentur anfügen, auf der die Steuerfreiheit festgehalten ist.

Über Sonderfälle bei der Bestimmung des Insolvenzgeld-Zeitraums informiert Sie das Merkblatt Insolvenzgeld für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.

Zahlt Ihr Arbeitgeber aufgrund der Insolvenz keine Beiträge zur Sozialversicherung, übernimmt dies die Agentur für Arbeit. Ihre Krankenkasse muss dafür einen Antrag bei der Agentur für Arbeit stellen. 

Die Beiträge werden für die letzten 3 Monate Ihres Arbeitsverhältnisses vor Eröffnung des Insolvenzverfahrens gezahlt.
 

Sie können gleichzeitig Arbeitslosengeld beziehungsweise Arbeitslosengeld II und Insolvenzgeld beziehen. Das Insolvenzgeld wird Ihnen dann auf diese Leistungen angerechnet. Die Zeitspanne, in der Sie Arbeitslosengeld oder Arbeitslosengeld II beziehen können, verringert sich durch die Dauer des Insolvenzgeldbezugs nicht.