Einkommen mit Arbeitslosengeld II ergänzen

Wenn Sie arbeiten und trotzdem hilfebedürftig sind, kann Sie das Jobcenter finanziell unterstützen.

Wenn Ihr Einkommen nicht für Ihren Lebensunterhalt beziehungsweise den Ihrer Bedarfsgemeinschaft reicht, können Sie es mit Arbeitslosengeld II ergänzen (umgangssprachlich: aufstocken). Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie angestellt oder selbstständig sind.

Sie können diese Leistung beim Jobcenter beantragen.

Vorrangige Leistungen beachten

Wenn Sie Arbeitslosengeld II beziehen, müssen Sie sogenannte vorrangige Leistungen beantragen, wenn Sie darauf Anspruch haben. Damit sind finanzielle Hilfen von anderen Trägern gemeint, die Ihnen oder Mitgliedern Ihrer Bedarfsgemeinschaft zustehen.

Vorrangige Leistungen sind zum Beispiel:

  • Kindergeld
  • Elterngeld
  • Unterhaltsvorschuss des Jugendamts
  • Renten
Eine Frau sitzt mit einem Kind im Arm vor einem Laptop.

Wichtig: Wenn Sie trotz Einkommens und vorrangiger Leistungen hilfebedürftig sind, können Sie Ihr Einkommen zusätzlich mit Arbeitslosengeld II ergänzen.

So setzt sich Ihr Ergänzungsbetrag zusammen

Wie hoch der Ergänzungsbetrag ist, auf den Sie Anspruch haben, hängt von Ihrem Einkommen und Vermögen sowie Ihrem Bedarf ab. Mit Bedarf ist der Betrag gemeint, der Ihnen und Ihrer Familie für den Lebensunterhalt zusteht. Dieser setzt sich vor allem aus einem festen Regelbedarf und den Kosten für Unterkunft und Heizung zusammen.

Von Ihrem Bedarf zieht das Jobcenter Ihr Einkommen ab. Es gibt dabei aber einen bestimmten Betrag, der nicht auf Ihr Einkommen angerechnet wird, den sogenannten Freibetrag. Wie hoch Ihr persönlicher Freibetrag ist, hängt unter anderem von Ihrem Bruttoverdienst und Ihren Beiträgen zur Sozialversicherung ab.

Die verbleibende Summe ist der Ergänzungsbetrag, der Ihnen ausgezahlt wird.

Weitere Informationen zu Arbeitslosengeld II oder zu den Freibeträgen finden Sie im Merkblatt Arbeitslosengeld II /Sozialgeld, Kapitel 9.

Beispiel für die Berechnung des Ergänzungsbetrags

Herr Hartwig ist 35 Jahre alt, alleinstehend und bezahlt 410,00 Euro Miete. Er arbeitet 10 Stunden pro Woche und verdient brutto 450,00 Euro pro Monat, das sind netto 359,50 Euro. Das Jobcenter berechnet anhand von Herrn Hartwigs Bruttoeinkommen einen Freibetrag von 170,00 Euro.

Bedarf Betrag
Bedarf von Herrn Hartwig
Regelbedarf (alleinstehende Person) 446,00 €
Kosten für Unterkunft und Heizung 410,00 €
Gesamtbedarf 856,00 €
Einkommen Betrag
Zu berücksichtigendes Einkommen von Herrn Hartwig
Netto-Einkommen 359,50 €
Freibetrag von Herrn Hartwig -170,00 €
Zu berücksichtigendes Einkommen 189,50 €
Anspruch Betrag
Anspruch von Herrn Hartwig
Gesamtbedarf 856,00 €
Zu berücksichtigendes Einkommen -189,50 €
Anspruch (Ergänzungsbetrag) 666,50 €

Das Jobcenter überweist Herrn Hartwig monatlich 666,50 Euro. Zusammen mit seinem Verdienst hat er insgesamt 1.026,00 Euro zur Verfügung.

Zum Vergleich: Würde Herr Hartwig nicht arbeiten und nur Arbeitslosengeld II beziehen, hätte er monatlich 170 Euro weniger.

Arbeiten lohnt sich

Wenn Sie arbeiten, aber dennoch hilfebedürftig sind, fragen Sie sich vielleicht: Lohnt sich ein Job überhaupt?

Arbeiten lohnt sich finanziell immer und bringt Ihnen noch mehr:

  • Sie haben eine Aufgabe und erhalten dafür Anerkennung.
  • Sie stellen Ihre Talente und Fähigkeiten unter Beweis und entwickeln sich persönlich und beruflich weiter.
  • Sie bauen Beziehungen zu anderen Menschen auf und haben einen strukturierten Tagesablauf.
Ein Mann in Arbeitshose steht vor einem Lagerregal.

Gut zu wissen: Wenn Sie arbeiten und dabei sozialversicherungspflichtig beschäftig sind, können Sie im Alter mehr Rente bekommen.