Technischer Sachverstand trifft auf wissenschaftliches Know-how. Egal für welchen der über 4.000 ingenieurwissenschaftlichen Studiengänge du dich interessierst, am Ende geht es genau darum: Du wendest wissenschaftliche Erkenntnisse in der Praxis an, um zu produzieren, zu entwickeln und zu experimentieren. In kaum einem Studienfeld halten sich Theorie und Praxis so sehr die Waage – genau deshalb sind sowohl das Studium als auch die Arbeit im Ingenieurwesen für viele junge Menschen so attraktiv.

Ingenieurwissenschaften studieren
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Welche Ingenieurwissenschaft ist die richtige für mich?
Vor allem in Deutschland haben die Ingenieurwissenschaften eine große Tradition – dafür sind wir auch international bekannt. Von den knapp 750.000 Ingenieurwesen-Studierenden im Wintersemester 2024/25 stammten 153.000 aus dem Ausland. Vielleicht fragst du dich an dieser Stelle, wer so viele Ingenieurinnen und Ingenieure überhaupt braucht, wenn die später alle um dieselben Jobs konkurrieren? Tatsächlich bieten die Ingenieurwissenschaften trotz eines gemeinsamen Kerns eine breit gefächerte Auswahl an Ausrichtungen und Spezialisierungen.
Zu den Studiengängen, die mit dem Titel Bachelor of Engineering, kurz B.Eng. abgeschlossen werden, gehören nicht nur die großen Klassiker wie Maschinenbau oder Elektrotechnik. Unter anderem zählen auch folgende Studienfelder zu den Disziplinen des Ingenieurwesens:
- Umwelttechnik
- Architektur
- Medizintechnik
- Geoinformation, Vermessung
- Medien- und Veranstaltungstechnik
- Qualitätsmanagement
- Nanowissenschaften
- Sicherheit und Gefahrenabwehr
Einige dieser Felder bieten darüber hinaus eine breite Auswahl an sehr tiefen Spezialisierungen. Architektur spaltet sich zum Beispiel in Innenarchitektur, Landschaftsarchitektur, Stadt- und Regionalplanung sowie klassische Architektur.
Ganz allgemein ist Ingenieurwesen eine gute Wahl für dich, wenn dich Technik genauso begeistert wie komplexe wissenschaftliche Zusammenhänge. Welches der vielen ingenieurwissenschaftlichen Felder genau für dich infrage kommt, solltest du vor allem von deinen Interessen abhängig machen. Wenn du dir unsicher bist, welche das sind, können dir Selbsttests wie der Studium-Interessentest helfen. Mehr dazu findest du auf unserer Seite zu Orientierungstests.
Tipp:Gut zu wissen: Eine komplette Übersicht über alle Studiengänge der Ingenieurwissenschaften findest du in der Studiensuche der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du durch die einzelnen Studienfelder surfen und wirst zu konkreten Studienangeboten der Hochschulen weitergeleitet.
Mehr über Ingenieurwissenschaften im Video
Hinweis: Dieses Video wurde von studienwahl.de in das meinBERUF-Portal übernommen.
Voraussetzungen für ein Ingenieurstudium
Viele Ingenieurwesen-Studiengänge sind nicht zugangsbeschränkt, du brauchst also keine Bestnoten wie in Medizin. Nur in sehr seltenen Fällen, zum Beispiel bei Orthopädietechnik, benötigst du für das grundständige Studium eine abgeschlossene Ausbildung. Manchmal wird allerdings ein Vorpraktikum von sechs bis acht Wochen verlangt oder zumindest empfohlen – informiere dich dazu auf jeden Fall vorab bei deiner Wunschhochschule.
Daneben benötigen Ingenieurinnen und Ingenieure vor allem ein breites Grundlagenwissen in den Naturwissenschaften, Technik und Informatik. Wenn du beim Gedanken an deine letzte Mathe- oder Physik-Klausur Schweißausbrüche bekommst, solltest du nochmal überlegen, ob Ingenieurwesen das Richtige für dich ist. Informatik und auch Künstliche Intelligenz spielen ebenfalls in allen Ingenieurwesen-Studiengängen eine zentrale Rolle. Dem entkommst du auch in Studiengängen wie Chemietechnik nicht, selbst wenn das mehr nach Labor und weniger nach Computer-Arbeitsplatz klingt.
Durch die starke internationale Ausrichtung kann es vor allem im Master-Studium außerdem passieren, dass einige deiner Vorlesungen auf Englisch stattfinden. Es gibt zwar meist Kurse für fachbezogenes Englisch, trotzdem solltest du die Basics beherrschen. Vor allem in der freien Wirtschaft könntest du später ohnehin in einem internationalen Team landen.
Universität oder Hochschule für angewandte Wissenschaften?
Je nach Studienfeld findest du im Schnitt etwa 2 Drittel der ingenieurwissenschaftlichen Studiengänge an Fachhochschulen und Hochschulen für angewandte Wissenschaften und 1 Drittel an Universitäten. Das gilt sowohl für die grundständigen Studiengänge mit Bachelor-Abschluss, als auch für weiterführende Master-Studiengänge. Der häufig genannte Grundsatz „Universitäten machen mehr Theorie, Fachhochschulen mehr Praxis“, gilt im Ingenieurwesen nur bedingt. An beiden Hochschulformen absolvierst du im Laufe des Studiums Pflichtpraktika und bekommst eine fundierte wissenschaftliche Ausbildung.
Interessanter als die Hochschulform ist daher meist die Hochschule selbst: Viele FHs und Unis setzen spezielle Schwerpunkte in ihrer Lehre, andere haben gute Kontakte zur Industrie. Nur wenn du später promovieren, also einen Doktortitel machen willst, ist die Universität die bessere Wahl für dich. Zwar kannst du das auch nach einem Master-Studium an einer Hochschule für angewandte Wissenschaften, von dort aus ist der Weg zur Promotion aber meist komplizierter.
Tipp:Gut zu wissen: Kaum ein Studienfeld bietet so viele duale Studiengänge wie die Ingenieurwissenschaften. Die Mischung aus Praxis im Unternehmen und Theorie an der Hochschule ist hier besonders gefragt. Häufig übernehmen die Betriebe ihre Studierenden nach dem Abschluss. Zwar gilt das duale Studium durch die Doppelbelastung als besonders fordernd, dafür bekommst du von Anfang an ein Gehalt. Wenn das für dich interessant klingt, schau doch mal in unseren Infobeitrag zum Dualen Studium.
Perspektiven nach dem Ingenieurstudium
Wenn du dir die Modulpläne einzelner Ingenieurwesen-Studiengänge einmal genauer anschaust, findest du nach dem Grundstudium eine Vielzahl an unerwarteten Fächern. Zum Beispiel:
- Wirtschafts-, Sozial- und Rechtswissenschaften
- Betriebswirtschaftslehre
- Projektmanagement
- Mitarbeiterführung
- Präsentationstechniken
- Rhetorik
- Marketing
Das gibt dir einen Hinweis, wie viele Möglichkeiten du mit einem ingenieurwissenschaftlichen Studium später hast: Neben den klassischen Jobs in der Entwicklung, Forschung oder Produktion arbeiten Ingenieurinnen und Ingenieure oft auch im Projektmanagement oder in der Projektplanung, im Vertrieb oder als Referenten und Referentinnen im öffentlichen Dienst. Und wie sehen deine Pläne aus?
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