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Zulassung und Akkreditierung

Damit Sie als Träger Maßnahmen der Arbeitsförderung anbieten dürfen, benötigen Sie eine Zulassung. Hier erhalten Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen zu Zulassung und Akkreditierung.

Eine Zulassung benötigen alle Träger, die Maßnahmen der Arbeitsförderung anbieten möchten, die von den Arbeitsagenturen gefördert werden. Dies gilt unabhängig davon, ob sie sich

  • am Vergabeverfahren beteiligen oder
  • Maßnahmen anbieten, die mittels Bildungsgutschein in Anspruch genommen werden können.

Private Arbeitsvermittler, die auf der Grundlage einer Maßnahme zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung tätig werden, brauchen ebenfalls eine Zulassung.

Gut zu wissen: Keine Zulassung benötigen Arbeitgeber, die ausschließlich betriebliche Maßnahmen oder betriebliche Teile von Maßnahmen durchführen.

Je nachdem, welche Maßnahmen Sie anbieten, reicht eine Zulassung als Träger nicht aus. Auch bestimmte Maßnahmen benötigen eine Zulassung:

  •  Maßnahmen der beruflichen Weiterbildung
  • Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung, die mit dem Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein gefördert werden

Keine Zulassung benötigen:

  • Vergabemaßnahmen 
  • Vermittlung in eine versicherungspflichtige Beschäftigung

Diese Aufgabe haben die sogenannten fachkundigen Stellen (FKS). Eine Übersicht der FKS sowie deren Kontaktdaten erhalten Sie im Verzeichnis der fachkundigen Stellen.

Die Zulassung erfolgt auf der Grundlage des Dritten Sozialgesetzbuches (SGB III) und der vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales erlassenen Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung (AZAV).

Eine sogenannte Zulassung im Einzelfall ist unter folgenden Voraussetzungen möglich:

  • Es handelt sich um eine individuell auf den Kunden oder die Kundin zugeschnittene Maßnahme der beruflichen Weiterbildung.
  • Die Maßnahme ist von besonderem arbeitsmarktpolitischen Interesse.
  • Nach der Maßnahme kann die Kundin oder der Kunde wirkungsvoller integriert werden.

Die zuständige Agentur für Arbeit prüft die Voraussetzungen für eine Zulassung im Einzelfall mit einem Erhebungsbogen. Diesen muss der Bildungsträger zusammen mit den weiteren erforderlichen Unterlagen bis spätestens 4 Wochen vor Beginn der geplanten Teilnahme an die Agentur senden.

Für die Zulassung im Einzelfall gilt außerdem:

  • Sie ist einer Zulassung durch eine fachkundige Stelle nicht gleichgestellt. Sie darf nicht genutzt werden, um eine Zulassung durch die FKS zu umgehen.
  • Sie ist nicht möglich, wenn vergleichbare von FKS zugelassene Maßnahmen im Tagespendelbereich angeboten werden.
  • Sie gilt nicht für Gruppenmaßnahmen. Das sind Maßnahmen mit mehreren Teilnehmerinnen oder Teilnehmern, die inhaltlich gleich sind oder bei denen eine Wiederholung der Maßnahmeinhalte geplant ist. Sofern eine solche Gruppenmaßnahme über den Bildungsgutschein zugänglich ist, benötigt der Bildungsträger eine Träger- und Maßnahmezulassung durch eine FKS.

Die fachkundigen Stellen, die für die Zulassung von Trägern und Maßnahmen zuständig sind, benötigen eine Akkreditierung. Die Akkreditierung und Überwachung der fachkundigen Stellen übernimmt die Deutsche Akkreditierungsstelle (DAkkS).

Es kann vorkommen, dass die Kosten für eine Maßnahme höher sind als die von der BA ermittelten Kostensätze. Dann muss die BA diesen Kosten erst zustimmen, bevor eine Zulassung erfolgen kann. In den B-DKS-Tabellen ist festgehalten, wie hoch die Durchschnittskosten für verschiedene Bildungsziele und Berufsgruppen sind. Die B-DKS werden jährlich ermittelt und basieren auf der Klassifikation der Berufe 2010 (KldB 2010).

Nicht immer kann für alle Bildungsziele und Berufsgruppen ein B-DKS festgestellt werden. Um zu vermeiden, dass die BA allen Maßnahmen und Maßnahmebausteinen ohne B-DKS zustimmen muss, werden sogenannte Schwellenwerte gebildet.

Weitere Informationen zur Kostenzustimmung seitens der BA erhalten Sie in dieser Präsentation zur Ausübung des Zustimmungsrechts.

Der Beirat kann Empfehlungen für die Zulassung von Trägern und Maßnahmen aussprechen. Ihm gehören 11 Mitglieder an. Dabei handelt es sich um je einer Vertreterin oder einen Vertreter:

  • der Länder,
  • der kommunalen Spitzenverbände,
  • der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer,
  • der Arbeitgeber,
  • der Bildungsverbände,
  • der Verbände privater Arbeitsvermittler,
  • des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales,
  • des Bundesministeriums für Bildung und Forschung,
  • der Akkreditierungsstelle sowie
  • zwei unabhängigen Expertinnen oder Experten.

Die Mitglieder des Beirats werden durch die Bundesagentur im Einvernehmen mit dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung berufen.