Kinderfreizeitbonus: Anspruch, Antrag, Auszahlung

Der Kinderfreizeitbonus ist eine zusätzliche Unterstützung in der Corona-Pandemie für bedürftige Familien und Familien mit kleinem Einkommen. Informieren Sie sich, ob Sie einen Anspruch haben und wie Sie den Kinderfreizeitbonus erhalten.

Wichtig

Diese Sonderseite bezieht sich auf den Kinderfreizeitbonus. Bitte beachten Sie, dass die Familienkasse hier nur für Familien zuständig ist, die Kinderzuschlag, Wohngeld oder Sozialhilfe (SGB XII) beziehen. Für Familien, die Grundsicherung (SGB II), Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG) oder nach dem Bundesversorgungsgesetz (BVG) erhalten, sind andere Stellen für die Auszahlung des Kinderfreizeitbonus zuständig.

Daneben gibt es den Kinderbonus, der für jedes Kind gezahlt wird, für das im Jahr 2021 in einem Monat Anspruch auf Kindergeld besteht oder bestand. Informationen zum Kinderbonus erhalten Sie auf der Seite Kinderbonus: Anspruch, Auszahlung, Höhe.

Der Kinderfreizeitbonus wurde im Rahmen des Aktionsprogramms der Bundesregierung „Aufholen nach Corona für Kinder und Jugendliche“ als weitere finanzielle Hilfe für bedürftige Familien beschlossen.

Die Einmalzahlung in Höhe von 100 Euro sollen minderjährige Kinder und Jugendliche aus bedürftigen Familien und Familien mit kleinen Einkommen erhalten, um insbesondere Angebote zur Ferien- und Freizeitgestaltung wahrnehmen und Versäumtes nachholen zu können. Die Einmalzahlung wird nicht auf andere Sozialleistungen angerechnet.

Wer den Kinderfreizeitbonus bekommt

Nicht alle Familien erhalten den Kinderfreizeitbonus. Es gibt ihn für Kinder und Jugendliche, die …

  • am 1. August 2021 noch nicht 18 Jahre alt sind und
  • für die Kindergeld oder eine vergleichbare Leistung bezogen wird.

Zusätzlich muss eine der folgenden Voraussetzungen erfüllt sein: Die Familie bezieht im August 2021 für ihre Kinder …

  • Kinderzuschlag (KiZ),
  • Wohngeld (gegebenenfalls parallel zu KiZ),
  • Sozialhilfe nach dem Dritten Kapitel des Zwölften Buches Sozialgesetzbuch (SGB XII),
  • Grundsicherung nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch (SGB II) (gegebenenfalls parallel zu KiZ),
  • Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG) (auch wenn kein Kindergeld bezogen wird) oder
  • Leistungen im Rahmen der Ergänzenden Hilfe zum Lebensunterhalt im Sozialen Entschädigungsrecht nach dem Bundesversorgungsgesetz (BVG). 
Familie sitzt am Ufer eines Sees

Auszahlung des Kinderfreizeitbonus

Für die Auszahlung des Kinderfreizeitbonus sind verschiedene Stellen zuständig, je nachdem, welche Leistungen eine Familie woher bezieht. 

Familien, die Kinderzuschlag, Wohngeld oder Sozialhilfe nach SGB XII beziehen, erhalten den Kinderfreizeitbonus nach Paragraf 6d Bundeskindergeldgesetz (BKGG) direkt von der Familienkasse der Bundesagentur für Arbeit.

Familien, die Kinderzuschlag (KiZ) erhalten: Automatische Auszahlung im August ohne Antrag

Familien, die der Familienkasse also bereits als KiZ-Beziehende bekannt sind, erhalten den Kinderfreizeitbonus automatisch in Form einer Einmalzahlung am 23. August 2021 – hier muss kein Antrag gestellt werden! 

Dies gilt auch für Familien, die gleichzeitig Kinderzuschlag und Wohngeld beziehungsweise gleichzeitig Kinderzuschlag und Grundsicherung nach SGB II erhalten.

Familien, die Wohngeld oder Hilfen zum Lebensunterhalt (Sozialhilfe nach SGB XII) erhalten: Auszahlung erst nach Antrag mit Nachweisen

Familien, die ausschließlich Wohngeld oder Hilfen zum Lebensunterhalt erhalten (und nicht gleichzeitig Kinderzuschlag beziehen), sind der Familienkasse noch nicht bekannt. Das bedeutet, dass Familien in diesen Fällen einen formlosen Antrag auf den Kinderfreizeitbonus stellen müssen.

Sie müssen nur wenige Angaben im Antrag auf Kinderfreizeitbonus machen. 

Bitte fügen Sie dem ausgefüllten Antrag geeignete Nachweise über die Bewilligung von Wohngeld oder Sozialhilfe für den Monat August 2021 bei. Dies kann zum Beispiel eine Kopie des Bewilligungsbescheids sein. Die Kinder, für die der Kinderfreizeitbonus beantragt wird, müssen auf dem Bescheid ersichtlich sein.

Sobald der Antrag vollständig ausgefüllt ist, senden Sie ihn bitte zusammen mit den Nachweisen per Post an Ihre zuständige regionale Familienkasse. Diese ist auf dem Kindergeldbescheid vermerkt. Alternativ können Sie Ihre Familienkasse auch online mit dem Dienststellenfinder unter Eingabe Ihrer Postleitzahl ermitteln.

Gut zu wissen: Der ausgefüllte Antrag kann auch an die eigens dafür eingerichtete E-Mail-Adresse Kinderfreizeitbonus@arbeitsagentur.de gesendet werden. 

Bitte beachten Sie: Ihre E-Mail und die damit verbundenen Anlagen beziehungsweise Dokumente sind während der Übertragung nicht vor Zugriffen und Manipulationen unberechtigter Personen geschützt.

Sollten Sie im öffentlichen Dienst beschäftigt sein und das Kindergeld nicht von der Familienkasse der Bundesagentur für Arbeit erhalten oder statt dem Kindergeld eine andere, dem Kindergeld vergleichbare Leistung erhalten (zum Beispiel eine Leistung von einer Stelle außerhalb Deutschlands oder einer zwischen- oder überstaatlichen Stelle), reichen Sie bitte auch hierzu einen Nachweis ein.

Nachdem Ihr Antrag bei der Familienkasse eingegangen ist, erfolgt die Auszahlung des Kinderfreizeitbonus nach der Bearbeitung Ihres Antrags frühestens ab August 2021. Für den Kinderfreizeitbonus wird kein schriftlicher Bewilligungsbescheid erstellt.

Kinder, die Leistungen anderer Stellen erhalten: Automatische Auszahlung ohne Antrag (wichtig: die Familienkasse ist hier nicht zuständig)

Familien, die für ihre Kinder weder Kinderzuschlag, noch Wohngeld oder Sozialhilfe beziehen, haben Anspruch auf den Kinderfreizeitbonus, wenn sie im August 2021 eine der folgenden Leistungen erhalten:

  • Grundsicherung nach SGB II,
  • Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG) (auch wenn kein Kindergeld bezogen wird) oder
  • Leistungen im Rahmen der Ergänzenden Hilfe zum Lebensunterhalt im Sozialen Entschädigungsrecht nach dem Bundesversorgungsgesetz (BVG).

Auch hier müssen Sie keinen Antrag stellen. 

Der Kinderfreizeitbonus wird automatisch ausgezahlt, jedoch nicht von der Familienkasse, sondern von der jeweils zuständigen Stelle. Wann in diesen Fällen der Kinderfreizeitbonus ausgezahlt wird, hängt von der jeweiligen Stelle ab. Einige Jobcenter beispielsweise haben den Kinderfreizeitbonus bereits überwiesen. Generell soll die Auszahlung noch im Laufe des Monats August erfolgen. Möchten Sie wissen, wann Sie den Kinderfreizeitbonus erhalten, wenden Sie sich bitte an die für Sie zuständige Stelle (zum Beispiel Jobcenter oder Sozialamt).

Fragen zum Antrag

Bei Fragen zum Kinderfreizeitbonus können Sie sich gerne an Ihre zuständige Familienkasse wenden. Die Kontaktdaten finden Sie über die Dienststellensuche.

Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Kinderfreizeitbonus

Der Kinderfreizeitbonus wird zum Beispiel bei den Leistungen nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch (SGB II), beim Kinderzuschlag und beim Wohngeld nicht als Einkommen berücksichtigt.

Beim Unterhaltsvorschuss wird der Kinderfreizeitbonus ebenfalls nicht angerechnet.

Entscheidend ist, dass Sie im August 2021 eine der Leistungen beziehen, die Voraussetzung sind. Dies ist auch rückwirkend möglich. Bitte stellen Sie einen Antrag bei Ihrer zuständigen Familienkasse. Legen Sie den entsprechenden Nachweis für den Bezug der Leistung vor.

Grundsätzlich erhält der Elternteil, der das Kindergeld erhält, auch den Kinderfreizeitbonus.

Nein, der Anspruch auf den Kinderfreizeitbonus kann grundsätzlich nicht gepfändet werden.

Einzige Ausnahme ist die Pfändung wegen gesetzlicher Unterhaltsansprüche des betroffenen Kindes. Bei den Familienkassen kommt es in der Regel jedoch zu keiner Pfändung, weil die Pfändung auf solche gesetzlichen Unterhaltsansprüche beschränkt ist.

Ein Anspruch auf den Kinderfreizeitbonus setzt den Bezug von Kinderzuschlag, Wohngeld oder Sozialhilfe voraus. Für den Kinderfreizeitbonus wird nicht geprüft, ob die Voraussetzungen für diese Leistungen erfüllt sind. Entscheidend ist lediglich der Bezug der Leistungen im August 2021.

Beachten Sie beim Wohngeld, dass die Kinder, für die Sie den Kinderfreizeitbonus beantragen, zu berücksichtigende Haushaltsmitglieder im Sinne der Paragrafen 5 und 6 Absatz 1 des Wohngeldgesetzes sind. Dies ist auf dem Bescheid ersichtlich.

Den Kinderfreizeitbonus können Familien für Kinder unter 18 Jahren erhalten. Stichtag ist der 1. August 2021.

Das heißt: Ist das Kind am 1. August 2021 bereits 18 Jahre alt (volljährig) oder wird es an diesem Tag 18 Jahre alt, besteht kein Anspruch auf den Kinderfreizeitbonus. Wird das Kind am 2. August 2021 oder später 18 Jahre alt, kann die Familie Kinderfreizeitbonus erhalten (wenn auch die anderen Voraussetzungen erfüllt sind).

Nein, in diesem Fall wird der Kinderfreizeitbonus automatisch von der Familienkasse ausgezahlt.

Nein. Der Antrag auf Kinderzuschlag ist ausreichend. Sobald über Ihren Antrag auf Kinderzuschlag entschieden wurde und Ihnen Kinderzuschlag für den Monat August 2021 (gegebenenfalls auch rückwirkend) bewilligt wird, erhalten Sie den Kinderfreizeitbonus zeitnah ausgezahlt.