Fachkräfte bleiben knapp: Zuwanderung gewinnt weiter an Bedeutung

•  Zahl der Engpassberufe im vergangenen Jahr von 163 auf 157 gesunken
•  Anteil der ausländischen Beschäftigten seit 2014 verdoppelt
•  Die Hälfte der gemeldeten Stellenangebote entfiel auf Engpassberufe
•  Demografischer Wandel erhöht langfristig die Bedeutung von Zuwanderung

02.09.2026 | Presseinfo Nr. 32

Fachkräfteengpässe bleiben trotz schwacher Konjunktur bestehen

Die Zahl der Berufe mit einem Fachkräfteengpass ist im Jahr 2025 erneut gesunken, bleibt aber weiter auf hohem Niveau. Das geht aus der jährlichen Fachkräfteengpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit (BA) hervor. Für 2025 weist die Statistik der BA 157 Berufsgattungen mit Fachkräfteengpässen aus – sechs weniger als im Vorjahr.

„Auch wenn die Zahl der Engpassberufe erneut etwas zurückgegangen ist, bleibt die Fachkräftesicherung eine zentrale Herausforderung. Die schwache Konjunktur prägt den Arbeitsmarkt derzeit – der demografische Wandel wird ihn aber auf lange Sicht verändern. In vielen Engpassberufen sind ausländische Beschäftigte schon heute unverzichtbar. Zuwanderung wird deshalb für unseren Arbeitsmarkt weiter an Bedeutung gewinnen.“, betont die Vorstandsvorsitzende der BA Andrea Nahles.

Zu den Berufen mit den stärksten Engpässen zählten 2025 weiterhin vor allem Pflege- und Gesundheitsberufe, Engpässe bestanden auch in Bau- und Handwerksberufen. Zudem werden Köchinnen und Köche, Berufskraftfahrerinnen und Berufskraftfahrer sowie Erzieherinnen und Erzieher gesucht. Anders als im Vorjahr konnten 2025 unter anderem keine Engpässe mehr in der spanenden Metallbearbeitung, im IT-Vertrieb oder in der Softwareentwicklung festgestellt werden. Neu bzw. erneut hinzugekommen sind dagegen Engpässe unter anderem in Berufen der Vermessungstechnik oder in der Sozialarbeit bzw. Sozialpädagogik.

Ausländische Beschäftigte gewinnen in Engpassberufen an Bedeutung

Der demografische Wandel verändert das Arbeitskräfteangebot zunehmend. Immer mehr Beschäftigte erreichen das Rentenalter, während weniger jüngere Arbeitskräfte nachrücken. Zuwanderung trägt dazu bei, diese Entwicklung abzufedern.

Besonders deutlich wird dies in den Engpassberufen: Der Anteil ausländischer Beschäftigter hat sich hier seit 2014 von sieben auf rund 14 Prozent verdoppelt. Während die Zahl deutscher Beschäftigter in vielen Fachkrafttätigkeiten demografisch bedingt zurückgeht, gleichen ausländische Beschäftigte diese Rückgänge zumindest teilweise aus.

Insbesondere im Bereich Pflege zeigt sich die zunehmende Bedeutung ausländischer Beschäftigter deutlich. Im Vergleich zum Juni 2024 ist die Zahl der Beschäftigten mit deutscher Staatsangehörigkeit um 5000 gesunken, während die Zahl der Beschäftigten mit ausländischer Staatsangehörigkeit um 46.000 gestiegen ist. Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen sind daher zunehmend auf ausländische Fachkräfte angewiesen, um die Versorgung weiter aufrecht zu erhalten.

Jede zweite gemeldete Stelle bezieht sich auf Engpassberufe

Im Jahresdurchschnitt waren 2025 rund 402.000 sozialversicherungspflichtige Stellen für Fachkräfte, Spezialistinnen und Spezialisten sowie Expertinnen und Experten gemeldet. Ein großer Teil davon entfiel auf Engpassberufe. Gleichzeitig suchte nur etwa jede fünfte arbeitslose Fachkraft eine Beschäftigung in einem Engpassberuf.

Die Zahlen verdeutlichen das Mismatch am Arbeitsmarkt: Arbeitskräfteangebot und Arbeitskräftenachfrage passen hinsichtlich Qualifikation, Beruf oder Region häufig nicht zusammen. Während die schwache Konjunktur derzeit die Nachfrage nach neuen Beschäftigten dämpft, führt der demografische Wandel längerfristig dazu, dass in vielen Berufen Fachkräfte fehlen.

Wichtig:Methodik und interaktive Analysen
Die Statistik der Bundesagentur für Arbeit veröffentlicht die Ergebnisse der Engpassanalyse in einer interaktiven Webanwendung. Hier findet sich eine Übersicht über alle Engpassberufe, deren Entwicklung im Zeitverlauf, eine regionale Darstellung auf Ebene der Länder und Vieles mehr.
Den dazugehörigen Methodenbericht finden Sie im Dokument Engpassanalyse – Methodische Weiterentwicklung.