Werkvertragsverfahren

Das müssen Sie beachten, wenn Sie Arbeitskräfte aus dem Ausland im Rahmen eines Werkvertrags nach Deutschland holen oder entsenden.

Unternehmen mit Sitz in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union genießen die sogenannte Dienstleistungsfreiheit. Beschäftigte dieser Unternehmen, die vorübergehend in Deutschland zur Erfüllung eines Werkvertrags eingesetzt werden, brauchen keine arbeitsgenehmigungsrechtliche Erlaubnis. Dies gilt auch für Staatsangehörige Norwegens, Liechtensteins, Islands und der Schweiz.

Beschäftigte, die keine dieser Staatsangehörigkeiten besitzen, benötigen eventuell einen Aufenthaltstitel. Informieren Sie sich bitte bei der deutschen Auslandsvertretung.

Die Bundesrepublik Deutschland hat mit einigen Staaten Regierungsvereinbarungen getroffen. Diese regeln die Entsendung und Beschäftigung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ausländischer Unternehmen auf der Grundlage von Werkverträgen.

Zwischenstaatliche Vereinbarungen bestehen mit:

  • Bosnien und Herzegowina
  • Nordmazedonien
  • Serbien
  • Türkei

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus diesen Staaten können im Rahmen fest vereinbarter Kontingente zur Ausführung von Werkverträgen für eine begrenzte Zeit in Deutschland arbeiten. Weitere Informationen über Voraussetzungen, Zulassungsverfahren und Ansprechpartner erhalten Sie im Merkblatt Beschäftigung ausländischer Arbeitnehmer im Rahmen von Werkverträgen in Deutschland.

Bei zwischenstaatlichen Vereinbarungen brauchen ausländische Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer eine Zustimmung zum Aufenthaltstitel, um in Deutschland eine Beschäftigung ausüben zu dürfen. Diese wird im Rahmen der festgelegten Höchstzahlen unabhängig von Lage und Entwicklung des Arbeitsmarktes erteilt.

Die Vertragsparteien müssen aber darauf achten, dass sich die Beschäftigung von Werkvertragsarbeitnehmerinnen und Werkvertragsarbeitnehmern nicht zu stark auf eine Region oder einen Sektor konzentriert. Hier greift die sogenannte Arbeitsmarktschutzklausel. Weitere Informationen erhalten Sie im Merkblatt Beschäftigung ausländischer Arbeitnehmer im Rahmen von Werkverträgen in Deutschland.

Für die ausländische Arbeitgeberin oder den ausländischen Arbeitgeber fallen Gebühren an, die an die Bundesagentur für Arbeit zu entrichten sind:

Art der Gebühr Höhe Berechnete Leistung
Grundgebühr 200 Euro Neuvertrag
Auftragserweiterungen (Nachtrag)
Gebühr Nachtrag 100 Euro Verlängerung der Ausführungszeit
Personalaufstockung
Gewährleistungsarbeiten
Laufzeitgebühr 75 Euro pro Arbeitnehmerin bzw. Arbeitnehmer für jeden angefangenen Kalendermonat der Beschäftigung im Rahmen eines Werkvertrags

Ausführliche Informationen finden Sie im Merkblatt Beschäftigung ausländischer Arbeitnehmer im Rahmen von Werkverträgen in Deutschland.

Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber in Deutschland sowie im Ausland sind an folgende Gesetze gebunden:

  • Das Gesetz über zwingende Arbeitsbedingungen bei grenzüberschreitenden Dienstleistungen (Arbeitnehmer-Entsendegesetz) und
  • das Mindestlohngesetz.

Diese regeln die gesetzlichen Mindestarbeitsbedingungen und Meldefristen. Sie gelten auch für Werkvertragsunternehmerinnen und Werkvertragsarbeitnehmer, die auf der Grundlage zwischenstaatlicher Vereinbarungen tätig werden. Die Einhaltung überwachen die Behörden der Zollverwaltung.