Arbeitslosigkeit
Wie zum Jahresbeginn üblich, stieg die Arbeitslosigkeit in Ostwürttemberg an. Aktuell sind bei der Agentur für Arbeit Aalen 11.379 Personen von Arbeitslosigkeit betroffen. Das bedeutet eine Steigerung gegenüber dem Vormonat um 5,0 Prozent oder 545 Arbeitslosen. Die Arbeitslosenquote liegt mit aktuell 4,4 Prozent über dem Niveau des Vormonats, wo die Quote noch bei 4,2 Prozent lag.
Diese Entwicklung kam für Stefan Schubert, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Agentur für Arbeit Aalen, nicht überraschend: „Diese Steigerung ist durchaus jahreszeitlich üblich. Gründe hierfür sind beispielsweise zum Jahresende auslaufende Arbeitsverträge oder auch saisonale Effekte wie vorübergehende Freistellungen in witterungsabhängigen Branchen.“ In diesem Jahr ist der Anstieg der Arbeitslosigkeit gebremst im Vergleich zum Schnitt der letzten 3 Jahre und auch die Jugendarbeitslosigkeit ist rückläufig zum Vorjahr. „Es ist erfreulich, dass trotz der saisonalen Gründe und der konjunkturellen Eintrübung 550 Personen eine Beschäftigung finden konnten. Es scheint fast so, als ob sich der Ostwürttemberger Arbeitsmarkt noch im Winterschlaf befindet“, so Stefan Schubert. Am Stellenmarkt drückt sich die schwächelnde Konjunktur durch eine zaghafte Personalnachfrage aus. Regionale Arbeitsgeber zeigten sich zu Jahresbeginn sehr zurückhaltend und meldeten deutlich weniger neue Stellen als zuletzt. So ging auch der Stellenbestand im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 18,3 Prozent auf dennoch solide 2.873 offene Arbeitsangebote zurück. „Konjunkturflaute und wirtschaftlich unsichere Rahmenbedingungen drosseln die Einstellungsbereitschaft regionaler Arbeitgeber:innen, weshalb der Stellenmarkt etwas verhalten ins neue Jahr startet“, meint Schubert zusammenfassend.
Mit Blick auf die beiden Rechtskreise nahm die Arbeitslosigkeit überwiegend im konjunktursensiblen Bereich der Arbeitslosenversicherung (Arbeitsagentur) aber auch im Bereich der Grundsicherung (Jobcenter) zu. „Aufgrund des weiterhin wachsenden Fachkräftebedarfs möchte ich mich an dieser Stelle für das Engagement unserer regionalen Arbeitgeber:innen bedanken: Sie zeigen mit Ihren gemeldeten Arbeits- und Ausbildungsstellen, dass Sie sich für die Fachkräfte von heute und morgen einsetzen. Ein großes Dankeschön auch für Ihre Aktivitäten, wie beispielsweise bei der am Beruflichen Schulzentrum Aalen stattfindenden Messe, auf der sich alle Interessierten über die vielfältige Berufewelt informieren können. Die großartigen Ausbildungs- und Studienberufe aus unserer Region können live auf der AUSBILDUNGS- und STUDIENMESSE in AALEN am 07.02.2026 entdeckt werden. Alle, die für 2026 eine Ausbildung, einen Studienplatz suchen oder bei ihrem Berufswunsch Unterstützung benötigen, dürfen sich gerne bei unserer Berufsberatung vor Ort melden“, so Schubert abschließend.
Arbeitsagentur und Jobcenter
In der Agentur für Arbeit Aalen, mit den Geschäftsstellen Bopfingen, Ellwangen, Schwäbisch Gmünd und Heidenheim, werden aktuell 5.784 Personen betreut. 5.595 Personen werden derzeit vom Jobcenter Heidenheim und dem Jobcenter Ostalbkreis betreut, was einen Anteil von 49,2 Prozent an allen Arbeitslosen ausmacht.
Landkreise
Heidenheim
3.924 Arbeitslose (1.835 Frauen, 2.089 Männer), 147 Personen oder 3,9 Prozent mehr zum Vormonat
Arbeitslosenquote im Januar: 5,1 Prozent (+0,2 Prozentpunkte)
davon vom Jobcenter betreut (SGB II): 2.115 Personen, 40 Personen oder 1,9 Prozent mehr zum Vormonat
Ostalbkreis
- 7.455 Arbeitslose (3.347 Frauen, 4.108 Männer), 398 Personen oder 5,6 Prozent mehr zum Vormonat
Arbeitslosenquote im Januar: 4,1 Prozent (+0,2 Prozentpunkte)
davon vom Jobcenter betreut (SGB II): 3.480 Personen, 107 Personen oder 3,2 Prozent mehr zum Vormonat
Stellenangebote
332 neue Stellen wurden im Januar der Arbeitsagentur und den Jobcentern zur Besetzung gemeldet. Das sind 256 oder 43,5 Prozent weniger als im Vormonat. Somit standen den Vermittlungsfachkräften im Berichtsmonat insgesamt 2.873 zu besetzende Stellen zur Verfügung.
Kurzarbeit
Im Januar ist die Zahl neuer Anzeigen zur Kurzarbeit in Ostwürttemberg im Vergleich zum Vormonat gesunken. Insgesamt zeigten 16 Betriebe für 180 Beschäftigte Kurzarbeit an. Im Dezember 2025 waren es 15 Betriebe für 228 Beschäftigte.
Für den Monat Juli 2025 liegen endgültige Zahlen vor, da alle Melde- und Abrechnungsfristen zwischenzeitlich abgelaufen sind. Somit haben 87 Betriebe im Juli 2025 Kurzarbeit umgesetzt und mit der Agentur für Arbeit abgerechnet. 1.991 Personen befanden sich in Kurzarbeit.