Arbeitsmarktbericht für den Monat April 2026

04.05.2026 | Presseinfo Nr. 19

Der Arbeitsmarkt in Münster

Frühjahrsbelebung fällt aus

„Im April gab es kaum Bewegung am Arbeitsmarkt in Münster“, stellt Joachim Fahnemann, Leiter der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster, mit Blick auf die jüngste Entwicklung fest. Die Zahl der Arbeitslosen veränderte sich gegenüber dem Vormonat kaum. Insgesamt waren 9.166 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 14 weniger als im März. Die Arbeitslosenquote blieb unverändert bei 5 Prozent. In der Regel sinke die Arbeitslosigkeit im Frühling deutlich, erklärt Fahnemann. „Im vergangenen Monat ist die sonst zu dieser Jahreszeit übliche Belebung am Arbeitsmarkt aber ausgeblieben“, so der Agenturchef.

„Angesichts steigender Preise unter anderem infolge des Irankrieges sind viele Menschen bei privaten Kaufentscheidungen sehr zurückhaltend. Das macht sich nicht nur im Handel, sondern auch in anderen Branchen wie dem Handwerk bemerkbar“, erklärt Fahnemann. Außerdem machten die hohen Energiekosten und schwierigen weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen vielen Firmen zu schaffen, ergänzt er. „All dies sorgt dafür, dass Arbeitgeber eher versuchen, ihr vorhandenes Personal zu halten, als Neueinstellungen vorzunehmen“. Für arbeitslose Menschen, fehlten damit oft neue berufliche Chancen. So stieg im April die Zahl der arbeitslosen Frauen leicht an. „Insgesamt waren zuletzt 4.054 Frauen arbeitslos gemeldet, 52 mehr als im März. „Branchen wie der Einzelhandel oder die Gastronomie, in denen typischerweise mehr weibliche Beschäftigte arbeiten, boten in den vergangenen Wochen wenig neue Jobperspektiven“, erläutert Fahnemann. 

Etwas positiver stellte sich die Situation für junge Menschen dar. So konnte die Arbeitslosigkeit unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen gegenüber dem Vormonat leicht sinken. Zuletzt waren 724 unter 25-Jährige arbeitslos gemeldet, 60 weniger als im März. In der Gruppe der Ausländer ging die Arbeitslosigkeit ebenfalls zurück. Im April waren 2.819 Personen mit ausländischem Pass arbeitslos gemeldet, 85 weniger als im Vormonat. 

Auch im Vergleich zum Vorjahr waren es vor allem ausländische Menschen, die ihre Arbeitslosigkeit beenden konnten. So sank die Zahl der Arbeitslosen in dieser Gruppe gegenüber dem Vorjahr um 370 Personen. Insgesamt waren im April des vergangenen Jahres 8.901 Personen arbeitslos gemeldet, 265 weniger als im aktuellen Monat. Die Arbeitslosenquote lag damals bei 4,8 Prozent und damit 0,2 Prozentpunkte unter dem jetzigen Wert.

Die Nachfrage der Arbeitgeber nach neuem Personal blieb auf niedrigem Niveau. Sie meldeten zuletzt 497 neue offene Stellen bei der Agentur für Arbeit, 25 mehr als im März, aber 63 weniger als im April 2025. Insgesamt standen Arbeitsuchenden 2.097 gemeldete Stellenangebote zur Verfügung, 122 weniger als im Vorjahresvergleich. 

 

Der Arbeitsmarkt im Kreis Warendorf

Trübe Aussichten statt Frühjahrsbelebung

Im April ist die Arbeitslosigkeit im Kreis Warendorf gestiegen. Insgesamt 9.530 Frauen und Männer waren arbeitslos gemeldet, 183 mehr als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich um 0,1 Prozentpunkte auf 5,8 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr erhöhte sich die Zahl der Arbeitslosen um 235 Personen. Die Arbeitslosenquote lag im April des vergangenen Jahres bei 5,7 Prozent, 0,1 Prozentpunkte unter dem aktuellen Wert.

„Die Belebung am Arbeitsmarkt, die wir typischerweise im Frühjahr verzeichnen, ist in diesem Jahr ausgeblieben“, stellt Joachim Fahnemann, Leiter der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster, fest. In der Regel sinke die Arbeitslosigkeit im Frühling, erklärt er. „Stattdessen verzeichnen wir aktuell eine Eintrübung am Arbeitsmarkt“. Dabei seien Entlassungen in größerem Ausmaß eher nicht die Ursache: „Es fehlt vor allem an Einstellungsmöglichkeiten und beruflichen Chancen für Menschen, die eine neue Beschäftigung suchen“, erklärt Fahnemann. Wer aktuell arbeitslos sei, habe es schwerer, eine neue Stelle zu finden, als in der Vergangenheit, berichtet der Arbeitsmarktexperte. So konnten sich im April 118 Menschen weniger aus der Arbeitslosigkeit abmelden, weil sie eine neue Beschäftigung aufgenommen haben, als vor einem Jahr.

In der Folge ist die Langzeitarbeitslosigkeit zuletzt gestiegen. Insgesamt 3.874 Menschen waren im April im Kreisgebiet ein Jahr oder länger arbeitslos gemeldet, 96 mehr als im März und 261 mehr als vor einem Jahr. „Fehlende Qualifikationen sind hier das größte Risiko dafür, dass sich eine einmal eingetretene Arbeitslosigkeit verfestigt“, so der Agenturchef. So gelten zwei Drittel der Langzeitarbeitslosen als geringqualifiziert, das heißt sie verfügen über keinen Berufsabschluss oder haben schon länger nicht mehr im erlernten Beruf gearbeitet. Auch unter Menschen, die älter als 50 Jahre sind, stieg die Arbeitslosigkeit. Zuletzt waren 3.559 über 50-Jährige arbeitslos gemeldet, 73 mehr als im März und 110 mehr als vor einem Jahr. Von ihnen gelten knapp die Hälfte als geringqualifiziert. „Ohne eine Umschulung oder Weiterbildung wird es für die Betroffenen schwer, wieder am Arbeitsmarkt Fuß zu fassen“, sagt Fahnemann.

Zudem hätten die hohen Energiepreise und die weltwirtschaftlichen Unsicherheiten die Frühjahrsbelebung ausgebremst, berichtet der Agenturleiter. Die Arbeitskräftenachfrage der Betriebe und Verwaltungen im Kreisgebiet blieb daher auf einem niedrigen Niveau. Sie meldeten im April insgesamt 425 neue offene Stellenangebote bei der Agentur für Arbeit, 76 mehr als im März, aber 133 weniger als im April 2025. Insgesamt standen Arbeitsuchenden zuletzt 2.197 gemeldete Stellen zur Verfügung, 354 weniger als im Vorjahresvergleich. 

 

Der Arbeitsmarkt im Münsterland

Die Arbeitslosigkeit im Münsterland ist im April stabil geblieben. Mit einer Arbeitslosenquote von 5,9 Prozent lag sie im nun abgelaufenen Monat exakt auf dem Niveau des Vormonats. Allerdings waren im April mit 48.061 arbeitslos gemeldeten Personen 124 mehr von Arbeitslosigkeit betroffen als noch im März dieses Jahres. Etwas deutlicher zeigt sich die Entwicklung im Vergleich zum Vorjahr. So waren vor einem Jahr noch 635 Personen mehr arbeitslos gemeldet als im aktuellen Berichtsmonat. Die Arbeitslosenquote lag damals mit 5 Prozent um 0,1 Prozentpunkte höher.

Im April wurden den Arbeitsagenturen im Münsterland 2.126 freie Stellen gemeldet, 165 weniger als noch im März dieses Jahres. Damit waren es sogar 458 weniger als im Vorjahresmonat. Der Bestand an insgesamt gemeldeten Stellen lag hingegen mit 12.316 um 64 höher als im Vormonat.