Arbeitsmarktbericht für den Monat Mai 2026

01.06.2026 | Presseinfo Nr. 22

Stimmung am Arbeitsmarkt klart leicht auf

Im Mai ging die Arbeitslosigkeit in Münster leicht zurück. Insgesamt waren 9.017 Personen arbeitslos gemeldet, 149 weniger als im April. Das wirkte sich auch positiv auf die Arbeitslosenquote aus. Sie sank um 0,1 Prozentpunkte auf zuletzt 4,9 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr verringerte sich die Zahl der Arbeitslosen noch deutlicher. Sie sank im Vergleich zu Mai 2025 um 447 Personen. Die Arbeitslosenquote ging um 0,3 Prozentpunkte zurück. Vor einem Jahr lag sie noch bei 5,2 Prozent.

„Die jüngste Entwicklung ist ein kleines positives Blitzlicht“, beschreibt Joachim Fahnemann, Leiter der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster, die aktuelle Lage am Arbeitsmarkt. Als erfreulich wertet er, dass sich zuletzt weniger Menschen aus einer Beschäftigung heraus arbeitslos melden mussten. Ihre Zahl ist im Mai gegenüber dem Vormonat um 16 Prozent gesunken. „Offenbar sind die Unternehmen stark bemüht, ihr vorhandenes Personal zu halten und Entlassungen zu vermeiden“, ordnet der Agenturchef ein. Allerdings, so berichtet er, seien die Chancen für Arbeitsuchende, eine neue Anstellung zu finden, nach wie vor begrenzt. Die Zahl der Personen, die ihre Arbeitslosigkeit beenden konnten, weil sie eine neue Arbeit aufgenommen haben, ist gegenüber dem Vormonat um knapp 6 Prozent gesunken. „Hier zeigt sich, dass der Arbeitsmarkt weiterhin unter Druck ist“, erklärt Fahnemann. 

„Die Stadt ist stark vom Dienstleistungssektor, der Bildung und dem Gesundheitswesen geprägt. Hohe Energiekosten, Lieferengpässe oder Zolldiskussionen spielen hier eher eine nachgeordnete Rolle“, erläutert der Agenturleiter. Anders als in anderen Regionen sei die Wirtschaft in Münster daher in großen Teilen weniger anfällig für konjunkturelle Schwankungen. Größere Insolvenzen seien deshalb beispielsweise nicht zu verzeichnen gewesen. Einsparungsdruck, ein stark zurückhaltender Konsum und die insgesamt schwache Wirtschaftslage machten sich aber dennoch bemerkbar. „Viele Personalentscheider sind deshalb weiterhin zurückhaltend, wenn es um Neueinstellungen geht“, so der Arbeitsmarktexperte. 

Das gelte aber nicht für alle Unternehmen, denn die demografische Entwicklung sorge dafür, dass in einigen Unternehmen sehr wohl Personal gesucht werde. Oft gehe es darum, Stellen zu besetzen, die frei werden, wenn Beschäftigte in den Ruhestand wechseln, so Fahnemann. Er berichtet: „Die sogenannte Boomer-Generation beginnt, den Arbeitsmarkt zu verlassen. Das reißt schon jetzt in einigen Betrieben erste Lücken.“ Besonders betroffen sei der öffentliche Dienst, erläutert der Arbeitsmarktexperte. In den kommenden zehn Jahren verlassen in diesem Sektor mehr als 30 Prozent der Beschäftigten den Arbeitsmarkt, weil sie die Altersgrenze erreichen. Ähnlich groß wird der Personalrückgang im Bereich Verkehr, zum Beispiel bei Bus- oder LKW-Fahrern, sein. Letztendlich betreffe der demografische Wandel aber alle Branchen, kündigt Fahnemann an. Einige Unternehmen suchen daher schon jetzt wieder neues Personal. Sie meldeten im Mai 652 neue offene Stellenangebote bei der Arbeitsagentur, 155 mehr als im April und 124 mehr als vor einem Jahr. Insgesamt standen Arbeitsuchenden damit 2.207 gemeldete Stellen zur Verfügung, 110 mehr als im April. „Die Möglichkeiten am Arbeitsmarkt haben sich damit für Menschen, die eine neue Perspektive suchen, zuletzt leicht verbessert“, fasst Fahnemann die aktuelle Situation zusammen.

 

Der Arbeitsmarkt im Kreis Warendorf

Unternehmen melden mehr offene Stellen

Viele Unternehmen stehen aktuell vor großen Herausforderungen. Gedämpfte Konjunkturerwartungen, anhaltend hohe Energiekosten, Lieferengpässe und der zurückhaltende private Konsum machen auch vor den Betrieben im Kreisgebiet nicht halt. Dennoch ist die Nachfrage der Unternehmen und Verwaltungen im Mai gestiegen. Die Arbeitgeber meldeten insgesamt 532 neue offene Stellen bei der Agentur für Arbeit, 107 mehr als im April. Das entspricht einer Steigerung um mehr als 25 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr waren es sogar 198 neue Stellenangebote mehr, das ist ein Plus von fast 60 Prozent. 

„Schon länger beobachten wir einen zweigeteilten Arbeitsmarkt“, berichtet Joachim Fahnemann, Leiter der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster. „Während einige Unternehmen aktuell kaum oder gar nicht neu einstellen und in Einzelfällen sogar entlassen müssen, gibt es gleichzeitig bei anderen einen Personalbedarf“, fügt er hinzu. Die demografische Entwicklung sorge dafür, dass in einigen Unternehmen durchaus Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gesucht werden. Oft gehe es darum, Stellen zu besetzen, die frei werden, wenn Beschäftigte in den Ruhestand wechseln, so Fahnemann. Er berichtet: „Die sogenannte Boomer-Generation beginnt bereits, den Arbeitsmarkt zu verlassen.“ Das verursache in den betroffenen Unternehmen Fachkräftelücken.

„Viele denken dabei vorrangig an die Gesundheits- und Pflegeberufe. Die Engpässe gehen aber darüber hinaus“, so der Agenturchef. Im Kreisgebiet besonders betroffen ist der Bereich Transport und Logistik. Hier verlassen in den kommenden zehn Jahren mehr als 40 Prozent der Beschäftigten den Arbeitsmarkt und wechseln in den Ruhestand. Im öffentlichen Dienst sieht es ähnlich aus. Hier erreichen mehr als 30 Prozent der jetzt Beschäftigten innerhalb der nächsten Dekade das Renteneintrittsalter. Letztendlich werde der demografische Wandel aber alle Branchen betreffen, kündigt Fahnemann an und ergänzt: „Darin liegen zugleich Chancen für Menschen, die eine neue Anstellung suchen.“

Die Zahl der Arbeitslosen verringerte sich im Mai gegenüber dem Vormonat leicht. Insgesamt waren 9.423 Personen arbeitslos gemeldet, 107 weniger als im April. Die Arbeitslosenquote sank entsprechend um 0,1 Prozentpunkte auf zuletzt 5,7 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr veränderte sich die Arbeitslosigkeit kaum. Im Mai 2025 waren 9.441 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 18 mehr als zuletzt. Die Arbeitslosenquote lag auch im zurückliegenden Jahr bei 5,7 Prozent. 

„Die jüngste Entwicklung ist ein kleiner positiver Lichtblick“, sagt Fahnemann. Von einer grundsätzlichen Trendwende könne man aber derzeit nicht sprechen. „Der Arbeitsmarkt ist nach wie vor unter Druck“, ordnet der Agenturleiter ein. So verringerte sich die Zahl der Menschen, die eine neue Beschäftigung aufnehmen und somit ihre Arbeitslosigkeit beenden konnten, gegenüber dem Vorjahr um 5,5 Prozent. Positiv sei demgegenüber aber, dass sich zuletzt auch weniger Beschäftigte arbeitslos melden mussten als im Vergleich zum Vorjahr. „Arbeitgeber sind in der Regel daran interessiert, ihre Belegschaft zu halten“, so der Agenturchef. 

 

Der Arbeitsmarkt im Münsterland

Die Arbeitslosigkeit im Münsterland ist im Mai gesunken. So waren im nun abgelaufenen Monat insgesamt 46.992 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 1.069 weniger als noch im April dieses Jahres. Auch im Vergleich mit dem Vorjahr ist ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen. So liegt die Arbeitslosigkeit aktuell um 1.615 Personen niedriger als noch im Mai des vergangenen Jahres.

Die Arbeitslosenquote ist entsprechend ebenfalls leicht zurückgegangen. Mit 4,8 Prozent im aktuellen Berichtsmonat liegt sich um 0,1 Prozentpunkte unter dem Wert des Vormonates und sogar um 0,2 Prozentpunkte niedriger als im vergangenen Jahr zu diesem Zeitpunkt.

Neben der gesunkenen Arbeitslosigkeit gibt es eine zweite positive Entwicklung am regionalen Arbeitsmarkt. Die Unternehmen im Münsterland meldeten wieder mehr freie Stellen. So konnten die Arbeitsagenturen im Mai 2.417 neue Stellenmeldungen entgegennehmen und damit 291 mehr als noch im April dieses Jahres. Gleichzeitig sind es 366 neue Stellen mehr als noch vor einem Jahr zu diesem Zeitpunkt. Insgesamt sind derzeit 12.474 freie Stellen im Bestand der Agentur für Arbeit gelistet.