Es herrscht konzentrierte Stille im Klassenraum. Mehrere Schülerinnen und Schüler der Klassen 9b und 9e sitzen auf Stühlen und tragen Virtual-Reality-Brillen (VR-Brillen). Über Steuerungsgriffe können sie sich durch digitale Räume bewegen, die sie über das VR-Headset sehen – fast so, als wären sie tatsächlich dort. Im 360-Grad-Video berichten Auszubildende ihnen von ihrem Berufsalltag und führen durch ihre Arbeitsumgebung. Mehr als sechzig verschiedene Berufe und mehrere Studiengänge können auf diese Weise erkundet werden und ermöglichen einen realistischen Blick hinter die Kulissen.
Guter Gesprächsaufhänger
Die Aktion findet im Rahmen eines Berufsorientierungstages an der Gesamtschule Oelde statt. Berufsberaterin Christin Lotz von der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster steht den Jugendlichen dabei für Fragen rund um einzelne Berufe sowie die möglichen Ausbildungswege und Karriereoptionen zur Verfügung. „Oft sind die Einblicke durch die VR-Brillen ein guter Aufhänger, um herauszufinden, welche Interessen eine Schülerin oder ein Schüler tatsächlich hat“, sagt sie. Das helfe auch dabei, die eigenen Vorstellungen mit realen Arbeitsbedingungen abzugleichen, weiß sie aus Erfahrung. „Und die Jugendlichen können niedrigschwellig in Berufe hinein schnuppern, die sie bislang vielleicht noch gar nicht in Erwägung gezogen haben.“
Frühzeitige Begleitung
Im Rahmen der Initiative „Jugend in Beruf“ können an der Gesamtschule bisher schon die Schülerinnen und Schüler in Jahrgang 9 ein Langzeitpraktikum mit wöchentlichen Praxistagen in Anspruch nehmen. Dafür werden sie von der Schule freigestellt. „Dieses Konzept weiten wir nun auf die 10. Klassen aus“, berichtet Schulleiter Mario Schmidt. Ein Baustein zur Vorbereitung ist der zusätzliche Berufsorientierungstag mit Einsatz der VR-Brillen.
Schmidt ist es ein zentrales Anliegen, für seine Schützlinge möglichst frühzeitig einen Rahmen zu schaffen, in dem Fragen rund um die Themen Berufswahl und Arbeitsleben beantwortet werden können. „Die VR-Brillen sind eine tolle Möglichkeit, um Jugendlichen einen Einblick in verschiedene Berufs- und Tätigkeitsfelder zu ermöglichen und sie auf Praktika vorzubereiten“, ist er überzeugt.
Wichtige Weichenstellung
Berufsberaterin Christin Lotz begrüßt den Vorstoß der Schulleitung, ab sofort weiteren Schülerinnen und Schülern diese Chance anzubieten. „Die Entscheidung für eine Ausbildung oder ein Studium ist eine der wichtigsten Weichenstellungen im Leben der Jugendlichen“, ist sie überzeugt. „Wer sich frühzeitig darum kümmert, Kontakte zu knüpfen und sich in Praktika auszuprobieren, hat schneller Klarheit darüber, wie es nach der Schule weitergeht.“
Auch außerhalb des Berufsorientierungstages unterstützen die Expertinnen und Experten der Berufsberatung der Arbeitsagentur dabei, Antworten auf offene Fragen zur Berufswahl zu finden, einen passenden Praktikumsplatz zu suchen und Bewerbungsunterlagen zu erstellen. Mehr Infos dazu sowie ein Link zur Terminvereinbarung finden sich online unter www.arbeitsagentur.de/vor-ort/ahlen-muenster/berufsberatung.


