Ausbildungsmarktbericht für den Monat Juni 2026

30.06.2026 | Presseinfo Nr. 28

Der Ausbildungsmarkt in Münster

Viele Jugendliche möchten mit einer Ausbildung ins Berufsleben starten

Im aktuellen Berichtsjahr meldeten sich bislang 1.068 junge Menschen als Bewerber für eine Ausbildungsstelle bei der Berufsberatung der Agentur für Arbeit in Münster, 44 mehr als im Vorjahr. „Das Interesse junger Menschen an einer Ausbildung ist gestiegen. Das sind grundsätzlich gute Nachrichten für alle Ausbildungsbetriebe“, sagt Joachim Fahnemann, Leiter der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster. 

Die Lage am Ausbildungsmarkt ist für Bewerber auch einen Monat vor dem Start der meisten Ausbildungen noch günstig. Denn von den 1.613 Ausbildungsstellen, die Unternehmen und Verwaltungen seit Oktober, dem Beginn des Berichtsjahres, bei der Arbeitsagentur meldeten, waren Ende Juni noch 635 Plätze unbesetzt. Insgesamt 406 junge Menschen sind in Münster weiterhin auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Für jeden Bewerber, der bislang keinen Vertrag unterschrieben hat, stehen damit rein rechnerisch mehr als 1,5 Ausbildungsplätze zur Verfügung. Dabei ist die Auswahl noch sehr vielfältig. Viele offene Ausbildungsstellen gibt es beispielsweise noch in verschiedenen kaufmännischen Berufen, in Arzt- und Zahnarztpraxen, Lagern oder handwerklichen Berufen.

Angesichts des vielseitigen Angebots an Berufen und Ausbildungsplätzen hätten manche junge Menschen Schwierigkeiten, sich zu orientieren, sagt Fahnemann." Einige Jugendlichen setzten sich selbst mit der Vorstellung unter Druck, den absolut perfekten Beruf finden zu müssen. Das führe auch dazu, dass vielversprechende Alternativen nicht berücksichtigt würden. Ein Plan B sei aber unabdingbar und könne durchaus auch zum späteren Traumberuf führen. Fahnemann erklärt: „In einigen Berufen ähneln sich die Ausbildungsinhalte. Es lohnt sich also, auch nach rechts und links zu schauen“. Dabei helfen die Expertinnen und Experten aus der Berufsberatung, betont er. 

Fahnemann plädiert außerdem dafür, dass Jugendliche die verbleibende Zeit bis zum Start des neuen Ausbildungsjahrs nutzen, um so oft wie möglich praktische Erfahrungen in Betrieben zu sammeln, sei es durch Schnupperstunden, kurze Hospitationen oder längere Praktika: "Die Berufswahl ist ein Prozess, bei dem der persönliche Kontakt und das Erleben von Tätigkeiten entscheidend sind", so Fahnemann. Zu viel Zeit sollte man sich aber nicht mehr lassen: "Die Unternehmen möchten ihre noch offenen Ausbildungsplätze jetzt gerne besetzen und ihre Auswahlprozesse abschließen". Jugendliche, die kurzfristig Unterstützung durch die Berufsberatung wünschen, können auf der Website www.arbeitsagentur.de/vor-ort/ahlen-muenster online einen Termin vereinbaren.

Der Ausbildungsmarkt im Kreis Warendorf

Noch viele Chancen für junge Menschen

Im Kreis Warendorf haben sich seit Oktober des vergangenen Jahres 1.450 Bewerberinnen und Bewerber bei der Arbeitsagentur gemeldet, 71 weniger als im Vorjahr. 994 von ihnen haben bereits einen Ausbildungsvertrag unterschrieben oder eine andere Alternative gefunden. Aber 456 der gemeldeten jungen Menschen sind aktuell weiterhin auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Für sie gebe es auch kurz vor dem Start des Ausbildungsjahres noch zahlreiche Chancen, berichtet Joachim Fahnemann, Leiter der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster. Denn von den 1.338 Ausbildungsstellen, die Unternehmen und Verwaltungen seit Oktober bei der Arbeitsagentur gemeldet haben, waren Ende Juni noch 544 zu besetzen. Jedem Bewerber, der noch keinen Ausbildungsvertrag abschließen konnte, stehen nun rechnerisch noch 1,2 unbesetzte Berufsausbildungsstellen gegenüber. Dabei sei die Auswahl noch sehr vielfältig, unterstreicht der Agenturleiter. Viele offene Ausbildungsstellen gibt es beispielsweise noch in kaufmännischen Berufen, in Arztpraxen, Lagern, in Elektroberufen, in der Metallverarbeitung oder handwerklichen Berufen. "Jetzt kommt es für die Jugendlichen darauf an, ihre Aktivitäten zu verstärken, Kontakt zu Ausbildungsbetrieben zu suchen und sich zu bewerben", appelliert Fahnemann. 

Er ermutigt dazu, sich in Schnupperstunden, kurzen Hospitationen oder längeren Praktika einen direkten Eindruck von Betrieben und Berufen zu machen. "Eine fundierte Berufswahlentscheidung kann man nicht allein auf der Basis von theoretischen Informationen fällen. Es braucht das persönliche Erleben", so Fahnemann. Dies sei umso wichtiger, als dass es vielen Jugendlichen angesichts der Vielzahl an Berufen und Angeboten schwerfalle, sich zu orientieren und zu entscheiden. Oft stehe dahinter die Vorstellung, den absolut perfekten Beruf finden zu müssen, so seine Erfahrung. Diese Befürchtung sei unbegründet, denn so Fahnemann: "Die Arbeitswelt wandelt sich so schnell, dass Menschen im Laufe ihres Arbeitslebens verschiedenste Tätigkeiten ausüben werden". Es lohne sich also auch alternative Berufe in den Blick zu nehmen. „Es gibt durchaus Ausbildungsgänge, in denen sich die Inhalte ähneln und später in das gewünschte Berufsfeld führen. Unsere Expertinnen und Experten aus der Berufsberatung helfen, sich zu orientieren und die passende Ausbildung zu finden“, unterstreicht er.

Jugendliche, die aktuell noch auf der Suche sind, sollten nun aber nicht mehr viel Zeit verstreichen lassen und ihre Bewerbungsaktivitäten noch einmal intensivieren, rät Joachim Fahnemann: "Die Betriebe möchten ihre offenen Ausbildungsplätze jetzt zeitnah besetzen". Wer dabei kurzfristig Unterstützung durch die Berufsberatung wünscht, kann auf der Website www.arbeitsagentur.de/vor-ort/ahlen-muenster online einen Termin vereinbaren.

Hinweis

Die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen ist aktuell unterzeichnet, es werden auf Bundesebene schätzungsweise rund sechs Prozent Ausbildungsstellen zu wenig ausgewiesen. Hintergrund sind veränderte Prozesse in Fachverfahren der Bundesagentur für Arbeit (BA). Diese müssen noch in die statistische Erhebung integriert werden. 

Die BA überprüft und vereinfacht derzeit Prozesse, um Angebote für Arbeitgebende und Unternehmen zu verbessern und bürokratischen Aufwand zu reduzieren. 

Seit April 2025 können Ausbildungsstellen auch ohne erfasste Ausbildungsberechtigung im Arbeitgeberservice aufgenommen werden, da diese von den Kammern geprüft wird. Die BA senkt damit bürokratische Hürden für Unternehmen. Diese Verfahrensänderung muss noch in die statistische Erhebung integriert werden, das wird im Sommer abgeschlossen.