Der Ausbildungsmarkt in Münster
Zum Ausbildungsstart noch viele Stellen offen
In diesen Tagen starten viele Jugendliche in Münster in ihre berufliche Karriere. Sie erleben die ersten Tage ihrer Berufsausbildung, lernen neue Kolleginnen und Kollegen kennen, erkunden den Betrieb und lernen die ersten fachlichen Dinge. Es gibt allerdings auch Jugendliche, die bislang keinen Ausbildungsplatz finden konnten. Für sie gibt es weiterhin zahlreiche Chancen, allerdings sollten sie jetzt besonders aktiv werden.
Aktuell sind noch 324 Jugendliche in Münster als Bewerberin oder Bewerber bei der Arbeitsagentur gemeldet und ohne Ausbildungsplatz oder anderer Alternative. „Es ist nicht ungewöhnlich, dass einige Jugendliche zu diesem Zeitpunkt noch keinen Ausbildungsplatz haben“, ordnet Joachim Fahnemann, Leiter der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster ein und fügt an: „Es ist auch in den kommenden Monaten ganz unkompliziert noch möglich, mit etwas Verspätung zu starten.“ Allerdings, so sein Rat, sollten die Jugendlichen berufliche Alternativen ins Auge fassen. „Wenn es bislang mit dem Wunschberuf nicht geklappt hat, hilft der Blick auf ähnliche oder verwandte Berufe. Sich breiter aufzustellen erhöht die Chancen deutlich“, so Fahnemann.
Optionen gibt es für die Jugendlichen nach wie vor reichlich. Derzeit sind noch 570 freie Ausbildungsstellen bei der Arbeitsagentur gemeldet. Rechnerisch kommen 57 unversorgte Jugendliche auf 100 unbesetzte Ausbildungsstellen. „Das ist eine gute Ausgangslage, aber eben kein Selbstläufer“, betont der Ausbildungsmarktexperte. Ganz gezielt würden die Berufsberaterinnen und Berufsberater der Arbeitsagentur jetzt auf die jungen Menschen zugehen. „Unser Ziel muss es sein, dass jede und jeder von unserer Seite ein Angebot erhält, damit es mit der Ausbildung möglichst noch klappt.“ Die Expertinnen und Experten würden auch dabei helfen, die eigene Suchstrategie nochmal zu überarbeiten und die Bewerbung zu optimieren.
Insgesamt meldeten die Ausbildungsbetriebe in Münster im laufenden Berichtsjahr, das im Oktober 2025 begann, 1.746 freie Ausbildungsplätze bei der Agentur für Arbeit, 41 weniger als im Vorjahr. Aktuell sind die meisten offenen Ausbildungsstellen noch als KFZ-Mechaniker/in, Kaufmann/-frau für Bürokommunikation, als Fachinformatiker/in oder auch im Einzelhandel zu finden.
Der Ausbildungsmarkt im Kreis Warendorf
Über 500 Ausbildungsplätze noch zu besetzen
Im Kreis Warendorf starten gerade viele junge Menschen in eine betriebliche Ausbildung. Allerdings gibt es auch einige, die ihre Suche bislang nicht mit dem Abschluss eines Ausbildungsvertrages beenden konnten. Die gute Nachricht: Es ist weiterhin vieles möglich.
345 Jugendliche und junge Erwachsene sind aktuell im Kreis Warendorf noch ohne Ausbildungsplatz oder anderer Alternative. „Das ist nicht ungewöhnlich und zu diesem Zeitpunkt kein Grund, in Panik zu geraten“, ordnet Joachim Fahnemann, Leiter der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster ein. Es sei, so betont er, auch in den kommenden Monaten noch möglich, etwas verspätet in eine Ausbildung zu starten. „Allerdings sollte man jetzt wirklich alles unternehmen, um die vorhandenen Chancen zu nutzen“, gibt er den Jugendlichen als Hinweis mit.
Dafür gibt es nach wie vor gute Möglichkeiten. So sind aktuell noch 515 Ausbildungsplätze unbesetzt und damit gibt es deutlich mehr offene Stellen als unversorgte Bewerberinnen und Bewerber. „Rechnerisch sieht das gut aus, allerdings ist die Realität eine andere. Die Wünsche der Jugendlichen passen nicht immer mit den Angeboten und Anforderungen der Ausbildungsbetriebe überein. Manchmal sind es auch räumliche Distanzen, die es schwer machen, Jugendliche und Betriebe zusammenzubringen“, berichtet Fahnemann. Deshalb sei es wichtig, dass beide Seiten Kompromisse eingehen. Unternehmen sollten die eigenen Anforderungen überdenken, während die Jugendlichen Berufe ins Auge fassen sollten, die vielleicht bislang nicht ganz oben auf der Wunschliste stehen. „Die Erfahrung zeigt uns, dass hier oft der Schlüssel zum Erfolg liegt. Im Nachhinein ist es häufig so, dass sich der heutige Kompromiss als goldrichtige Entscheidung herausstellt.“
Die Agentur für Arbeit versucht jetzt, mit allen Jugendlichen in Kontakt zu treten. „Unser Ziel muss es dabei sein, mit den jungen Menschen über Alternativen zu sprechen, die Bewerbungsstrategie zu optimieren und möglichst jedem von ihnen ein konkretes Angebot mitzugeben“, so Fahnemann.
Im Kreis Warendorf gibt es aktuell die meisten freien Ausbildungsstellen im kaufmännischen Bereich, der Fachinformatik oder als KFZ-Mechatroniker/in oder Elektroniker/in. „Das sind durchaus spannende Berufe, die tolle Perspektiven bieten“, sagt der Ausbildungsmarktexperte.