Das neue Beratungskonzept nennt sich hybride Beratung. Hinter diesem etwas sperrigen Begriff verbirgt sich, dass während der persönlichen Beratungsgespräche in der Arbeitsagentur bei Bedarf weitere Partner per Video hinzugeschaltet werden. „Oft wird die Expertise zusätzlicher Organisationen oder Behörden gebraucht, um die Anliegen unserer Kundinnen und Kunden zu klären“, erläutert der Agenturchef. Das könnten beispielsweise die Deutsche Rentenversicherung oder ein Bildungsanbieter sein. „Wir schalten die Fachexpertinnen und Experten virtuell live in die Beratung bei uns dazu. Das erspart Kundinnen und Kunden umständliche und langwierige Terminvereinbarungen mit den verschiedenen Ansprechpartnern. Es verkürzt die Wege und führt dazu, dass in nur einem Gespräch alle wichtigen Informationen ausgetauscht und Entscheidungen deutlich schneller auf den Weg gebracht werden. Das ist gelebte Entbürokratisierung", sagt Fahnemann.
"Die Bürgerinnen und Bürger erwarten heute zu Recht, dass ihre individuellen Bedürfnisse und Wünsche ernst genommen werden und im Fokus stehen. Die vernetzte hybride Beratung ist ein sehr positives Beispiel, wie das gelingen kann", urteilt Rebecca Liebig. „Für den Abbau von Bürokratie ist es außerdem unerlässlich, dass die verschiedenen Behörden und Organisationen im Sinne der Menschen enger zusammenarbeiten“. Auch das leiste der innovative Ansatz der Arbeitsagentur Ahlen-Münster, ergänzt Jutta Schultz. Die funktioniere sogar ohne aufwändige zusätzliche Investitionen oder umfassende Änderungen im Aufbau oder den Abläufen der beteiligten Ämter, ergänzt Fahnemann.
Grundsätzlich sei in der Beratung aber auch ein besonderes Augenmerk darauf gerichtet worden, dass die Kundinnen und Kunden ihre Themen offen ansprechen können. „Wir schaffen ein vertrauensvolles Umfeld, in dem die individuellen Anliegen der Menschen wirklich im Mittelpunkt stehen,“ erklärt Joachim Fahnemann. Nur wenn man alles wichtige vom Kunden erfahre, könne man einen guten Beratungsprozess gestalten. „Insgesamt schafft man hier sehr positive Rahmenbedingungen. Bürgerinnen und Bürger können sich hier wirklich ernst genommen fühlen“, meint Jutta Schulz.
Das Projekt ist ein Erfolg. Die vernetzte hybride Beratung wird daher jetzt nach und nach bundesweit in weiteren Arbeitsagenturen eingeführt. „Damit nimmt die Bundesagentur für Arbeit eine Vorreiterrolle auf dem Weg zur Modernisierung des Sozialstaats ein“, lautet das positive Fazit von Rebecca Liebig.
