Der Arbeitsmarkt in Münster
Personalnachfrage der Unternehmen steigt
Die Nachfrage nach neuem Personal ist im Februar spürbar gestiegen. Die Arbeitgeber aus Münster meldeten 526 neue offene Stellenangebote bei der Agentur für Arbeit, 90 mehr als im Vormonat. „Dass mit Beginn des Frühjahrs mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gesucht werden, ist ein typischer saisonaler Effekt. In witterungsabhängigen Branchen sowie im Handel wird dann beispielsweise wieder vermehrt eingestellt“, erklärt Joachim Fahnemann, Leiter der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster. Er macht darauf aufmerksam, dass aber auch 57 Stellenangebote mehr gemeldet wurden als vor einem Jahr. „Das spricht dafür, dass es sich nicht nur um eine saisonübliche Entwicklung handelt. Offenbar blicken einige Arbeitgeber etwas zuversichtlicher in die Zukunft“, so der Agenturchef. Auch der demografische Wandel sorge dafür, dass Personalverantwortliche Arbeitsstellen ausschreiben. „Ziel ist es dann, freiwerdende Stellen nachzubesetzen, wenn Beschäftigte in den Ruhestand wechseln“, erklärt der Arbeitsmarktexperte. Erfreulich sei, dass die Zahl offener Stellen im vergangenen Monat in fast allen Wirtschaftszweigen leicht angewachsen ist. Von einer Trendwende am Arbeitsmarkt könne man laut Fahnemann derzeit nicht sprechen. „Aufgrund der schwachen Konjunktur und weltwirtschaftlicher Unsicherheiten sind Arbeitgeber bei Neueinstellungen oft weiterhin zurückhaltend“, fügt er hinzu.
Am Arbeitsmarkt sind vorrangig Fachkräfte nachgefragt. Rund 90 Prozent der neu gemeldeten Stellen richteten sich an Bewerberinnen und Bewerber mit einer abgeschlossenen Berufs- oder Hochschulausbildung, so sein Hinweis. Demgegenüber verfügen mehr als die Hälfte der Menschen, die bei der Agentur für Arbeit oder den kommunalen Jobcentern arbeitslos gemeldet sind, nicht über einen Berufsabschluss oder über eine Ausbildung, die in Deutschland anerkannt ist. „Nach wie vor passen Angebot und Nachfrage oft nicht gut zusammen. Deshalb bleiben Weiterbildungen ein wichtiger Baustein, um diese Lücke zu schließen“, führt Fahnemann aus.
Insgesamt waren im Februar 9.398 Frauen und Männer in Münster arbeitslos gemeldet, das waren 65 weniger als im Januar. Die Arbeitslosenquote verbesserte sich im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Prozentpunkte und lag zuletzt bei 5,1 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr sank die Zahl der Arbeitslosen sogar um 310 Personen. Die Arbeitslosenquote verringerte sich im Vergleich zum vergangenen Jahr um 0,3 Prozentpunkte.
Für die Jahreszeit üblich ist die Jugendarbeitslosigkeit leicht gestiegen. Im Februar waren 830 junge Menschen unter 25 Jahren arbeitslos gemeldet, 54 mehr als im Januar. „In einigen Ausbildungsgängen haben vor wenigen Wochen die Abschlussprüfungen stattgefunden. Junge Menschen, die nach ihrer Ausbildung nicht im Betrieb bleiben können oder möchten, melden sich dann übergangsweise arbeitslos“, erläutert Fahnemann. Da Fachkräfte am Arbeitsmarkt gefragt sind, gebe es für Ausbildungsabsolventen grundsätzlich gute Perspektiven, ergänzt er.
Demgegenüber ist die Arbeitslosigkeit unter Menschen mit einem ausländischen Pass gegenüber dem Vorjahr spürbar zurückgegangen. So waren im Februar 3.007 Ausländerinnen und Ausländer arbeitslos gemeldet, 364 weniger als im Vorjahresvergleich. Dabei konnten vor allem Menschen aus der Ukraine ihre Arbeitslosigkeit beenden. So sank die Zahl der arbeitslosen Ukrainerinnen und Ukrainer gegenüber dem Vorjahr von 719 auf zuletzt 533, was einem Rückgang um mehr als 25 Prozent entspricht. „Nachdem die Betroffenen die deutsche Sprache erlernt und Qualifikationen erworben haben, die hier am Arbeitsmarkt benötigt werden, konnten viele eine Beschäftigung aufnehmen“, berichtet Fahnemann und ergänzt: „Die Integration in Arbeit braucht Zeit, dann kann sie aber durchaus gut gelingen, wie die aktuelle Entwicklung zeigt.“
Der Arbeitsmarkt im Kreis Warendorf
Zahl der Arbeitslosen verändert sich kaum
Im Februar waren im Kreis Warendorf insgesamt 9.605 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 11 weniger als im Januar. Die Arbeitslosenquote veränderte sich nicht. Sie lag weiterhin bei 5,8 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr erhöhte sich die Zahl der Arbeitslosen um 164 Personen. Die Arbeitslosenquote lag damals ebenfalls bei 5,8 Prozent. Für die Jahreszeit typisch stieg die Jugendarbeitslosigkeit zuletzt an. Grund dafür seien die Abschlussprüfungen in einigen Ausbildungsberufen, erklärt Joachim Fahnemann, Leiter der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster: „Nicht immer können oder wollen die Absolventinnen und Absolventen nach ihrer Ausbildung im Betrieb bleiben. Einige möchten ein Studium anschließen. Andere melden sich übergangsweise arbeitslos, weil sie eine neue Anstellung suchen. Als Fachkräfte haben sie am Arbeitsmarkt grundsätzlich gute Perspektiven“, so der Arbeitsmarktexperte.
Positiv entwickelte sich die Arbeitslosigkeit unter Menschen mit einem ausländischen Pass. Im Februar waren insgesamt 3.567 Ausländerinnen und Ausländer arbeitslos gemeldet, 71 weniger als im Januar und 254 weniger als vor einem Jahr. Insbesondere Menschen aus der Ukraine konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden. Zuletzt waren 739 Ukrainerinnen und Ukrainer arbeitslos gemeldet, das waren 194 weniger als im Februar 2025. „Schritt für Schritt haben viele Betroffenen die deutsche Sprache gelernt und Qualifizierungen erworben, die am regionalen Arbeitsmarkt gebraucht werden. Oft haben sie in Bereichen eine Anstellung gefunden, in denen bereits seit längerem Personalengpässe herrschen“, berichtet der Agenturchef. Die jüngste Entwicklung zeige, dass die Integration in den Arbeitsmarkt gut gelingen könne, auch wenn sie eine gewisse Zeit brauche, betont Fahnemann.
Neue Chancen am Arbeitsmarkt gebe es auch durch die gestiegene Personalnachfrage der Unternehmen. Die Personalverantwortlichen in den Betrieben und Verwaltungen im Kreis Warendorf meldeten im Februar insgesamt 503 neue offene Stellenangebote, 214 mehr als im Januar und 19 mehr als im Vorjahresvergleich. Etwas mehr Jobangebote gab es beispielsweise im verarbeitenden Gewerbe und im Handel. „Einige Arbeitgeber blicken offenbar vorsichtig optimistisch in die Zukunft und möchten neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einstellen. In anderen Unternehmen zeigt sich schon der demografische Wandel. Sie wollen Stellen nachbesetzen, die frei werden, weil Beschäftigte in den Ruhestand wechseln“, sagt der Agenturleiter. Eine Trendwende am Arbeitsmarkt sei damit aktuell aber nicht verbunden. „Nach wie vor spüren Betriebe die konjunkturelle Schwäche und in exportorientierten Unternehmen wirken sich die andauernden Unsicherheiten an den Weltmärkten aus“, fügt Fahnemann hinzu.
Den größten Personalbedarf gab es zuletzt für militärische und zivile Tätigkeiten bei der Bundeswehr. Hier gab es 115 neue gemeldete Stellen. Die gestiegene Anzahl der Stellenangebote sei Ausdruck für die vertiefte Zusammenarbeit der Bundesagentur für Arbeit mit der Bundeswehr aufgrund der veränderten Sicherheitslage in Europa, unter anderem in Folge des Angriffskrieges durch Russland auf die Ukraine, erklärt Fahnemann. Die engere Kooperation hatten Verteidigungsminister Boris Pistorius mit der Vorstandsvorsitzenden der Bundesagentur für Arbeit, Andrea Nahles, 2024 vereinbart.
Der Arbeitsmarkt im Münsterland
Die Arbeitslosigkeit im Münsterland hat sich im Februar gegenüber dem Vormonat nur wenig verändert. Die Arbeitslosenquote lag im Berichtsmonat mit 5 Prozent exakt auf Niveau des Vormonats. Mit 48.808 waren erfreulicherweise 215 Personen weniger arbeitslos gemeldet.
Die Arbeitslosigkeit im Münsterland liegt aktuell deutlich niedriger als noch vor einem Jahr. So waren im Februar des vergangenen Jahres noch 1.122 Personen mehr arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote betrug damals noch 5,2 Prozent.
Im aktuellen Berichtsmonat meldeten die Unternehmen im Münsterland 2.326 freie Stellen bei den Arbeitsagenturen und damit 680 mehr als noch im Januar. Der Bestand kletterte ebenfalls von 11.882 im Vormonat auf nun 12.125 freie Stellen.