Cordula Hartrampf-Hirschberg, Vorsitzende der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Annaberg-Buchholz:
„Nach dem deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit zum Jahresbeginn, stagnierte die Zahl der arbeitslosen Menschen im Februar und ging nun im März leicht zurück. Dieser Rückgang ist - mit Ausnahme der Jugendlichen unter 25 Jahre, Schwerbehinderte und Ausländer - für alle ausgewiesenen Personengruppen zu beobachten. Die Zugänge aus Erwerbstätigkeit gehen moderat zurück und im Gegenzug steigen die Abgänge in Beschäftigung deutlich an. Über 600 Menschen haben in den letzten vier Wochen eine Arbeit gefunden. Das sind fast 50 Prozent mehr als im Vormonat. Ein Viertel von ihnen sind „Wiedereinsteller“, die bereits auf dem Bau oder auch als Fahrzeug- und Transportgeräteführer auf Baustellen ihre Arbeit wieder aufgenommen haben. Wir unterstützen Betriebe durch arbeitsmarktpolitische Instrumente, wie etwa das Kurzarbeitergeld oder passgenaue Qualifizierungsangebote, die auch Beschäftigte in Unternehmen erreichen. Angesichts der konjunkturellen Rahmenbedingungen bleiben allerdings die Unsicherheiten bestehen. Die Wirtschaft steht neben den konjunkturellen und strukturellen Problemen eine ökologische und digitale Transformation bevor. Hoffnung sehe ich zumindest bei kleinen Effekten im Zuge einer Frühjahresbelebung. Einstellungen in Außenberufen werden im Frühjahr zunehmen und auch das Fördergeschäft zieht wieder an. Wir setzen verstärkt auf Arbeitsförderung und Weiterbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen, da dies für Arbeitslose und auch für Beschäftigte in Unternehmen im Zuge der Transformation entscheidend ist“.
Überblick
Die Arbeitslosigkeit ist im Bezirk der Agentur für Arbeit Annaberg-Buchholz im März 2026 gesunken. 9.989 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 134 Personen weniger (-1 Prozent) als im Februar, aber 496 Personen bzw. 5 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 6 Prozent und lag mit 0,1 Prozentpunkten unter dem Vormonatsniveau. Vor einem Jahr lag sie bei 5,7 Prozent.
Im Rechtskreis SGB III (Agentur für Arbeit) lag die Arbeitslosigkeit bei 3.886 Personen (112 Personen weniger als im Vormonat, aber 292 Personen mehr als vor einem Jahr). Im Rechtskreis SGB II (Jobcenter) waren 6.103 Arbeitslose registriert (22 Personen weniger als im Vormonat, aber 204 Personen mehr als im Vorjahr). Durch die Träger der Grundsicherung (Jobcenter) wurden 61 Prozent aller Arbeitslosen betreut.
Dynamik am Arbeitsmarkt
Im vergangenen Monat meldeten sich insgesamt 1.544 Personen arbeitslos. Davon kamen 545 Personen direkt aus Erwerbstätigkeit. 1.648 Menschen beendeten ihre Arbeitslosigkeit, davon nahmen 627 eine Erwerbstätigkeit auf.
Unterbeschäftigung
Die Unterbeschäftigung lag nach vorläufigen Angaben im März bei 11.457 Personen. Sie sank gegenüber dem Vormonat Februar (-127 Personen bzw. -1,1 Prozent) und erhöhte sich verglichen mit März 2025 (164 Personen bzw. 1,5 Prozent).
Der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung ist gestiegen und beträgt 87,2 Prozent. Bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen lag die Unterbeschäftigungsquote damit bei 6,9 Prozent (Vorjahr: 6,7 Prozent).
Zur Unterbeschäftigung zählen neben den Arbeitslosen solche Personen, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie beispielsweise im Rahmen von arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen gefördert werden.
Nachfrage nach Offerten
Die Unternehmen suchen weiterhin Mitarbeitende: 463 Stellen wurden im März neu gemeldet (127 mehr als im Vormonat und 31 mehr als vor einem Jahr). Die meisten freien Stellen gibt es aktuell in den Branchen sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen, Verarbeitendes Gewerbe, Gesundheits- und Sozialwesen, Baugewerbe, Handel Instandhaltung und Reparatur von Kfz, freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen. Aktuell befanden sich damit 2.132 freie Stellen im Bestand der Arbeitsagentur.