Der Duft von frisch gebratenen Schnitzeln liegt in der Luft, Messer klacken und Kund*innen treten ein und aus. Die Filiale der Metzgerei Horn in Leutershausen wirkt modern, hell und einladend. Unsichtbar im Hintergrund arbeitete die19-jährige Jenny Hartnagel für die warme Theke. Die junge Frau mit Behinderung gehört seit einigen Monaten als von der Agentur für Arbeit geförderte Hilfskraft zum Team.
Familienbetrieb mit Haltung
Anlässlich des Tags der Menschen mit Behinderung besuchten der Geschäftsführer Operativ der Agentur für Arbeit Ansbach-Weißenburg, Wolfgang Langer sowie Birgit Spandl, Teamleiterin im Arbeitgeberservice, die Metzgerei. Der Familienbetrieb existiert seit 28 Jahre, ist stetig gewachsen und beschäftigt heute rund 30 Mitarbeiter*innen an drei Standorten. Dazu kommt Marktbetrieb mit Metzgerwagen. DAs Rindfleisch im Sortiment stammt ausschließlich aus eigener Landwirtschaft.
Chefin Cornelia Horn betont, dass die soziale Grundhaltung des Unternehmens für sie selbstverständlich sei. Man wolle Chancen ermöglichen. Die Entscheidung, Frau Hartnagel einzustellen, sei deshalb bewusst gefallen - und sie sei sehr zufrieden mit ihrer Entwicklung. Wichtig bleibe, dass sie verlässlich Unterstützung erhalte.
Förderung: Potentiale sichtbar machen
Die Frau Hartnagel hat bereits mehrere Stellen ausprobiert. In der Metzgerei fühlt sie sich jetzt richtig wohl. Entscheidend für ihren Weg ist auch die Förderung der Agentur für Arbeit. Beim Besuch sprachen Langer und Spandl mit Horn über dieses Zusammenspiel. Langer, Geschäftsführer Operativ der Agentur für Arbeit, sagt: „Wer Menschen mit Behinderung auf dem Arbeitsmarkt übersieht, lässt unglaublich viel Potential auf der Strecke. Wir helfen Arbeitnehmer*innen und Betrieben, dieses Potential sichtbar zu machen und zu nutzen. Das ist hier bei Frau Hartnagel gelungen“.
Im Hintergrund bereitet Hartnagel in der Filiale Salate zu, kümmert sich um Bratwürste und Schnitzel und übernimmt auch die Nachproduktion zur Mittagszeit. Dann kann es stressig werden. An diese Phase musste sie sich erst gewöhnen. Inzwischen läuft es gut. Eine Köchin ist feste Ansprechpartnerin, das ganze Team unterstützt - ob bei Arbeitsschritten oder bei der Mitfahrgelegenheit. Der Betrieb bestätigt, dass die Förderung der Agentur für Arbeit diese engmaschige Unterstützung für Frau Hartnagel erleichtert und ist dankbar.
„Einfach trauen“ und profitieren
Zum Abschluss fasst Langer zusammen, worauf es bei der Inklusion ankommt: Betriebe sollten sich einfach trauen. Die Metzgerei Horn zeige, dass das funktioniert und am Ende alle gewinnen: die neue Mitarbeiterin, das Team und der Betrieb selbst.
Talente fördern - Inklusion am Arbeitsplatz leben
Teamleiterin Spandl ergänzt: „Jeder Mensch hat Talente und Fähigkeiten, die spätestens mit Förderung große Wirkung entfalten können. Dafür beraten wir als Agentur für Arbeit und bieten finanzielle Unterstützung an“. Sie ergänzt: „Gerne helfen wir Betrieben aktiv bei der Inklusion. Neben finanzieller Unterstützung können wir unter anderem auch technische Hilfe anbieten und Arbeitgeber*innen so leichter ermöglichen, Menschen mit Behinderung eine echte Chance zu geben“.
Der Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit steht Firmen für Fragen und die Meldung offener Stellen gerne zur Verfügung: (0800) 4 5555 20 oder per E-Mail an Ansbach.Arbeitgeber@arbeitsagentur.de.
Mit dem neuen Fördercheck können Unternehmen zudem schnell und mit wenigen Klicks selbst herausfinden, ob sie möglicherweise eine unterstützende Förderleistung erhalten können - zum Beispiel bei Neueinstellungen oder für bereits beschäftigte Mitarbeitende. Ab sofort unter:
https://www.arbeitsagentur.de/unternehmen/finanziell
Bewerber*innen können sich online unter www.arbeitsagentur.de oder telefonisch unter (0800) 4 5555 00 informieren.