Aus Umwegen wird Zukunft – geförderte Ausbildung führt direkt in den Job (Hilpoltstein)

21.05.2026 | Presseinfo Nr. 36

Ein holpriger Start muss kein Endpunkt sein – manchmal beginnt genau dort der Weg in den Beruf. Das zeigt das Beispiel von Sophie Loy in der Gärtnerei Altmann in Hilpoltstein. Die 21-Jährige aus Georgensgmünd hat ihre Ausbildung im Rahmen einer geförderten außerbetrieblichen Berufsausbildung erfolgreich abgeschlossen und ist seit Februar fest im Betrieb übernommen.

Diese Ausbildungsform – vollständig „kooperative Berufsausbildung in außerbetrieblichen Einrichtungen (BaE)“ – bietet jungen Menschen einen verlässlichen Einstieg, wenn der direkte Weg in eine betriebliche Ausbildung noch nicht gelingt oder im ersten Anlauf nicht funktioniert hat. Begleitet von Bildungsträgern erhalten die Teilnehmenden individuelle Unterstützung, Förderunterricht und sozialpädagogische Begleitung. Gleichzeitig sammeln sie in Kooperationsbetrieben praktische Erfahrungen im realen Arbeitsalltag. Die Agentur für Arbeit finanziert und übernimmt damit auch die Ausbildungsvergütung. Sie schafft damit stabile Rahmenbedingungen – auch für den Betrieb. Ziel ist ein anerkannter Berufsabschluss und möglichst der Übergang in eine reguläre betriebliche Ausbildung oder direkte Beschäftigung.

Bei Sophie Loy hat genau das funktioniert. Die 21-Jährige beschreibt die Zeit seit ihrem Wechsel zur Gärtnerei als durchweg positiv. Besonders wichtig sei für sie gewesen, dass die Kommunikation im Betrieb gut funktioniere und man über alles reden könne. Auch die Begleitung ihrer außerbetrieblichen Berufsausbildung durch den Bildungsträger bfz habe ihr geholfen. Dort seien ihre Schwierigkeiten verstanden worden, zugleich habe die enge Abstimmung mit dem Betrieb den Weg erleichtert. Für Sophie Loy war genau dieses Zusammenspiel mit ein Grund, warum die Ausbildung am Ende gelungen ist.

Auch im Betrieb fiel früh auf, was Sophie Loy auszeichnet und wo sie sich gut entwickeln kann. Inhaber und Chef Markus Altmann beschreibt die junge Mitarbeiterin als naturverbunden, zuverlässig und flexibel. Entscheidend sei für ihn nicht allein, wie jemand theoretisch aufgestellt sei. Gerade im Handwerk komme es vielmehr darauf an, ob praktische Veranlagung, Motivation und Einsatzbereitschaft vorhanden seien. Genau daran knüpfe auch die Arbeit im Betrieb an. Sophie solle nicht einfach nur mitlaufen, sondern gezielt weiterkommen. Markus Altmann betont, dass ihm daran gelegen sei, sie Schritt für Schritt zu fördern. Umgekehrt schätze er an ihr, dass sie Hinweise annimmt und sich weiterentwickeln will.

Für die Gärtnerei Altmann war dieser Weg so ebenfalls ein Gewinn. Altmann betont, dass gerade kleinere Betriebe von der Förderung profitieren. Sie nehme Unternehmen einen Großteil des Kostendrucks und mindere das Risiko, das mit Ausbildung verbunden sei. Erst durch die Unterstützung der Agentur für Arbeit werde es für kleinere Unternehmen deutlich leichter, einen jungen Menschen zusätzlich aufzunehmen – das sei seit Jahren seine Erfahrung. Davon profitieren demnach beide – der Betrieb, der Mitarbeitende gewinne, die bereits mit den Gegebenheiten vertraut seien und auch die Auszubildenden, die so eine „echte Perspektive“ erhielten.

Begleitet wurde die Ausbildung vom Bildungsträger bfz (Berufliche Fortbildungszentren der Bayerischen Wirtschaft). Zur Unterstützung während der gesamten Zeit einer „BaE“ gehören wöchentliche Nachhilfe, sozialpädagogische Begleitung sowie Betreuung der Auszubildenden im Einzel- und Gruppensetting. Gerade dieses Zusammenspiel ist wichtig, wenn junge Menschen nach schwierigen Ausgangslagen wieder Anschluss finden sollen. Hinzu kommt die enge Abstimmung mit dem Betrieb, damit Ausbildung nicht nur formal gelingt, sondern junge Menschen auch im Arbeitsalltag wirklich ankommen können. Im Februar hat Sophie Loy ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen und ist direkt als feste Mitarbeiterin im Betrieb übernommen worden.

Michael Scheuerlein von der Agentur für Arbeit sieht darin ein starkes Signal. „Wer sich einbringen will, kann Unterstützung bekommen. Genau dafür ist die ‚BaE‘ da“, sagt er. Die Förderung eröffne jungen Menschen eine reale Chance auf einen Berufsabschluss, wenn der direkte Weg in die betriebliche Ausbildung zunächst nicht gelungen sei. Gleichzeitig entlaste sie Betriebe und unterstütze dabei, Fachkräfte zu entwickeln und zu binden.

Das Beispiel aus Hilpoltstein zeigt, was möglich ist, wenn Förderung, betriebliche Offenheit und persönlicher Einsatz zusammenkommen. Für Sophie Loy bedeutet das einen festen Platz im Berufsleben. Für die Gärtnerei Altmann zeigt das Beispiel, wie Ausbildung mit Unterstützung für junge Menschen und Betriebe bei der herausfordernden Fachkräftegewinnung gleichermaßen zum Erfolg werden kann.