Die Arbeitslosigkeit in Ost- und Waldhessen ist im März gegenüber dem Vormonat saisonal leicht zurückgegangen, wobei von einem klassischen Frühjahrsaufschwung derzeit noch nichts zu erkennen ist. Die Zahl der Arbeitslosen liegt zum Ende des Monats bei 8.343 und somit um 109 niedriger als im Februar. Die Arbeitslosenquote verblieb bei 4,3 Prozent und ist noch immer die niedrigste in Hessen (Hessendurchschnitt 6,0 Prozent).
Beim Vergleich zum Vorjahr wird weiterhin die schwächere Konjunktur sichtbar: Die Arbeitslosigkeit im Bezirk der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda stieg gegenüber dem März vergangenen Jahres um 443, bzw. 5,6 Prozent an.
Bei der Agentur für Arbeit in Fulda und Hersfeld-Rotenburg sind 3.508 Menschen als arbeitslos registriert – das sind 475 mehr als vor einem Jahr (+15,7 Prozent). Die Jobcenter der jeweiligen Landkreise zählen derzeit 4.835 erwerbslose Personen (-0,7 Prozent zum Vorjahr).
Überproportional von der Steigerung betroffen sind jüngere Arbeitslose (+20,1 Prozent). „Zum einen handelt es sich um junge Frauen und Männer, die nach der Ausbildung aufgrund der konjunkturellen Lage von ihren Ausbildungsbetrieben nicht oder lediglich für kürzere Zeiträume nach Abschluss der Ausbildung übernommen wurden“, erklärt Katharina Henkel, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda. Jüngere Erwachsene sind oft zuerst betroffen, wenn die wirtschaftliche Lage schwierig ist. Zum anderen meldeten sich Personen arbeitslos, die nach ihrer Ausbildung eine Arbeitsstelle in einem anderen Betrieb suchen. Während früher viele nach der Ausbildung ihr gesamtes Berufsleben in einem Betrieb verbrachten, ist der heutige Arbeitsmarkt von häufigeren Wechseln und deutlich mehr Dynamik geprägt. Auch Ausbildungsabbrüche seien ein Thema. „Mit unserer Beratung wollen wir gemeinsam mit den jungen Menschen ihren Berufseinstieg gestalten. Und es gibt eine Vielzahl an Möglichkeiten.“
Mehr freie Stellen als vor einem Jahr
Trotz der schwächeren Konjunktur bestehen gute Chancen auf die Aufnahme einer Beschäftigung. Dem Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur liegen im Agenturbezirk 2.377 Stellen zur Besetzung vor. Das sind 103 mehr als im März 2025. Der überwiegende Teil der aktuell freien Stellen richtet sich an Fachkräfte oder spezialisierte Experten, im Helferbereich stehen 397 Arbeitsstellen zur Verfügung. „Wenn ein Berufsabschluss fehlt, bieten wir zielgerichtete Qualifizierungen an“, bestätigt die Agenturleiterin.
Wie sich der Arbeitsmarkt im März 2026 in den zum Agenturbezirk gehörenden Landkreisen Fulda und Hersfeld-Rotenburg entwickelte, erfahren Sie hier.