Herausforderungen am Arbeitsmarkt bleiben hoch

Zum Jahresende zieht die Agentur für Arbeit Bad Homburg Bilanz. Bereits das vierte Jahr in Folge steigt die Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk an. Auch die Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sinkt im Vergleich zum Vorjahr. Die strukturelle Schwäche der deutschen Wirtschaft macht sich in den beiden Taunuskreisen und im Landkreis Groß-Gerau bemerkbar, allerdings in unterschiedlichen Ausprägungen.     

07.01.2026 | Presseinfo Nr. 1

Bestandzahlen Arbeitslose (Jahresdurchschnittswerte)

 

2023

2024

2025

Agenturbezirk

20.477

22.480

23.783

Hochtaunuskreis

5.241

5.509

5.778

Main-Taunus-Kreis

6.467

7.147

7.254

Landkreis GG

8.769

9.824

10.750

Matthias Oppel, Leiter der Agentur für Arbeit Bad Homburg resümiert: „Auch im Jahr 2025 mussten wir enorme Zuwächse beim Zugang in Arbeitslosigkeit bewältigen. Auch wenn sich der Beschäftigtenstand weiterhin auf einem hohen Niveau bewegt, sind die Zahlen erstmals wieder rückläufig. Wir waren mit den spürbaren Effekten der konjunkturellen Schwächen und des demografischen Wandels konfrontiert. Aktuell scheiden mehr Menschen aus dem Berufsleben aus, als junge Menschen nachrücken. 

Auf den ersten Blick sehen die Chancen einen neuen Arbeitsplatz zu finden nicht gut aus. Der lokale Arbeitsmarkt bietet aber auf den zweiten Blick durchaus Chancen. In 2026 wird es zunehmend wichtiger für Arbeitslose in die eigenen Fähigkeiten zu investieren und sich weiterzubilden. Insbesondere in der Pflege-, Bildungs- Erziehungs- und Gesundheitsbranche, aber auch in den handwerklichen Branchen ist der Bedarf weiterhin hoch. Diese Branchen sind aktuell am wenigstens von Veränderungen durch den Einsatz von KI betroffen. Unterschätzen darf man aber auch nicht den Bedarf im IT-Bereich. Mit dem fortschreitenden Einsatz von KI wächst der Bedarf an Menschen, die verstehen, wie die KI arbeitet, die sie hinterfragen und die ethischen Grundsätze überprüfen.

Individuelle Beratung und zielgerichteter Einsatz von Förder- und Weiterbildungsmöglichkeiten muss daher auch in 2026 im Fokus bleiben.“ 

Arbeitslosigkeit

Im Dezember 2025 stagnierte die Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk. Die Zahlen sanken leicht um sechs Personen auf nun 23.724. Dies ist der höchste Wert seit 2006. Die Arbeitslosenquote betrug 5,7 Prozent. Die Arbeitslosigkeit stieg im Vergleich zum Vorjahr um 1.388 Personen (6,2 Prozent) an. 

Die Anstiege der Arbeitslosigkeit betreffen im Jahresdurchschnitt hauptsächlich den SGB III-Bereich. Der Anstieg von 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahr ist ein neuer Höchstwert in den letzten fünf Jahren. 

Besonders betroffen waren im Vergleich zum Vorjahresmonat Dezember 2024 Menschen, die älter als 50 Jahre sind (Plus 8,5 Prozent) und Männer (Plus 8,9 Prozent). Rückgänge waren einzig bei den unter 20jährigen zu verzeichnen (Minus 20,3 Prozent). 

Rund 51 Prozent der von Arbeitslosigkeit betroffenen Menschen haben einen Migrationshintergrund. Etwa 40 Prozent zählen zur Gruppe der Langzeitarbeitslosen, also Personen, die bereits länger als ein Jahr arbeitslos gemeldet sind. Etwa 35 Prozent der Arbeitslosen sind über 50 Jahre alt. 

Zu- und Abgänge

Im Dezember 2025 meldeten sich 3.895 Personen im Agenturbezirk Bad Homburg arbeitslos. Davon 1.517 aus einer Erwerbstätigkeit. Demgegenüber stehen 3.888 Menschen, die ihre Arbeitslosigkeit beenden konnten. 991 nahmen eine Erwerbstätigkeit auf, weitere 1.113 begannen eine Ausbildung oder Maßnahme. 

Insgesamt waren im Agenturbezirk Bad Homburg im Jahr 2025 49.646 Zugänge in Arbeitslosigkeit zu verzeichnen – 490 mehr als im Jahr 2024. In 2025 konnten insgesamt 48.146 Menschen ihre Arbeitslosigkeit beenden, das sind 253 mehr als im Jahr zuvor. 

Teilnehmende an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen

Ein wichtiger Faktor im Jahr 2026 wird erneut die Qualifizierung von Menschen sein, um diese auf die veränderten Bedingungen am Arbeitsmarkt vorzubereiten. Dir immer größer werdenden Einflüsse von digitalen Möglichkeiten im Rahmen der künstlichen Intelligenz führen dazu, dass sich Arbeitsbereiche und Aufgaben in den einzelnen Berufen verändern. Arbeitnehmende müssen daher in Zukunft verstärkt in den Erwerb von neuen Qualifikationen investieren, damit sie für den Arbeitsmarkt wettbewerbsfähig bleiben. 

Im Dezember 2025 waren 4.709 Personen und damit 175 mehr als noch im Dezember 2024 Teilnehmer*innen in den arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen. Der Anteil der Teilnehmenden an beruflichen Weiterbildungsmaßnahmen stieg im Vergleich zum Vorjahr um rund 17 Prozent. 

Die Situation in den drei Landkreisen stellte sich wie folgt dar: 

 HochtaunuskreisMain-Taunus-KreisLandkreis Groß-Gerau
Teilnehmende gesamt1.400 (+57%)1.735 (+14,2%)1.574 (-5,9%)
Aktivierungsmaßnahmen445 (-3,9%)773 (+4,9%)290 (-32,2%)
Berufliche Weiterbildung492 (+13,4%)463 (+31,5%)680 (+10,7%)

Gemeldete Stellen

Der Bestand an gemeldeten Stellen ist weiter rückläufig. Die Unternehmen meldeten der Agentur für Arbeit Bad Homburg im Dezember 2025 685 Stellen zur Besetzung. Das sind 268 Stellen weniger als vor einem Jahr. Im aktuellen Bestand führt die Agentur für Arbeit Bad Homburg 3.983 offene Stellen, 1.297 Stellen weniger als vor einem Jahr. 

Die meisten freien Stellen gibt es aktuell in den Branchen sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen, Handel und Instandhaltung von KfZ, Gesundheits- und Sozialwesen und im Baugewerbe. 

Regionale Unterschiede in den beiden Rechtskreisen (nach dem Sozialgesetzbuch II und III)

Der Agenturbezirk Bad Homburg gliedert sich in die Landkreise Hochtaunuskreis, Main-Taunus-Kreis und den Landkreis Groß-Gerau. 

In allen drei Landkreisen stieg die Zahl der Arbeitslosen im Rechtskreis SGB III im Vergleich zum Vormonat und zum Vorjahr an. Im SGB II-Bereich waren die Zahlen in allen Landkreisen im Vergleich zum Vormonat rückläufig. Im Jahresvergleich stiegen die Zahlen im Main-Taunus-Kreis nur leicht, im Landkreis Groß-Gerau deutlicher.

Entwicklungen im Hochtaunuskreis: 
Hochtaunuskreis 

Veränderung zum Vormonat

Veränderung zum Vorjahr
  absolutIn ProzentabsolutIn Prozent
Bestand5.945+38+0,6+557+10,3
Bestand SGB III2.679+53+2,0+547+25,7
Bestand SGB II3.266-15-0,5+10+0,3
Quote4,7 +/-0 +0,4
Entwicklungen im Main-Taunus-Kreis:
Main-Taunus-Kreis 

Veränderung zum Vormonat

Veränderung zum Vorjahr
  absolutIn ProzentabsolutIn Prozent
Bestand7.033-73-1,0+106+1,5
Bestand SGB III2.485+18+0,7+347+16,2
Bestand SGB II4.548-91-2,0-241-5,0
Quote5,2 +/-0 +0,1
Entwicklungen im Landkreis Groß-Gerau: 

LK Groß-Gerau

 

Veränderung zum Vormonat

Veränderung zum Vorjahr

  absolutIn ProzentabsolutIn Prozent
Bestand10.746+29+0,3+725+7,2
Bestand SGB III4.058+127+3,2+513+14,5
Bestand SGB II6.688-98-1,4+212+3,3
Quote6,8 +/-0 +0,4

Ausbildungsmarkt

Das aktuelle Berichtsjahr für den Ausbildungsmarkt 2025/2026 hat im Oktober 2025 begonnen und endet am 30. September 2026. Erste Zahlen zum Ausbildungsmarkt werden für den Monat März 2026 erwartet, bis zu diesem Zeitpunkt können keine validen Aussagen zum Ausbildungsmarkt getroffen werden.