
Matthias Oppel, Leiter der Agentur für Arbeit Bad Homburg resümiert: „Während die Unternehmen weiterhin auf den konjunkturellen Aufschwung warten, müssen sie gleichzeitig auf die veränderten Bedingungen am Arbeitsmarkt reagieren, und ihre Belegschaften qualifizieren. Dies schlägt sich auch in einem Rückgang der offenen Stellen nieder. Auch Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer reagieren verhalten bei einem Jobwechsel. Die Zeiten, wo sich Arbeitnehmende ihren Job quasi aussuchen konnten liegen hinter uns.
Angespannt ist auch die Situation am Ausbildungsmarkt. Hier erleben wir eine Trendwende. Das Angebot an Ausbildungsplätzen ist deutlich gesunken. Gleichzeitig steigt aber das Interesse von Jugendlichen an der dualen Ausbildung. Erfreulich ist, dass sich Jugendliche wieder etwas vermehrt für die Handwerksberufe interessieren. Nichts desto trotz bleibt das „Matching“ zwischen interessierten Jugendlichen und den vorhandenen Ausbildungsstellen weiter schwierig, so dass viele Lehrstellen unbesetzt bleiben und außerdem auch nicht alle Jugendlichen versorgt werden können. Hier müssen wir nun gezielt mit den Unterstützungsangeboten der Berufsberatung ansetzen, um Jugendliche zu unterstützen, aber auch um notwendige Alternativen zu erarbeiten.“
Entwicklung der Arbeitslosigkeit
Die Arbeitslosenquote im Agenturbezirk Bad Homburg lag unverändert bei 5,9 Prozent – ein Plus von 0,3 Prozent zum Vorjahr. Damit bleibt der Arbeitsmarkt trotz der wirtschaftlichen und politischen Unsicherheiten weitestgehend stabil.
Im Hochtaunus- und im Main-Taunus-Kreis war im März ein leichter Rückgang der Arbeitslosigkeit festzustellen, während im Landkreis Groß-Gerau die Zahlen leicht zunahmen. Allen drei Landkreisen gemein war ein Anstieg der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr, jedoch in unterschiedlichen Ausprägungen. Der Anstieg um 2,1 Prozent im Main-Taunus-Kreis deutete weiterhin auf eine stabile Arbeitsmarktlage. Die Anstiege der Arbeitslosigkeit im Hochtaunuskreis um 9,9 Prozent und im Landkreis Groß-Gerau um 6,2 Prozent fielen deutlicher ins Gewicht.
Insgesamt waren im März 2026 24.701 Personen im Agenturbezirk arbeitslos gemeldet. Damit stieg die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr um 1.365 Personen (Plus 5,8 Prozent) an.
Entwicklungen im Hochtaunuskreis:
| Hochtaunuskreis | Veränderung zum Vormonat | Veränderung zum Vorjahr | |||
| absolut | In Prozent | absolut | In Prozent | ||
| Bestand | 6.206 | -35 | -0,6 | +558 | +9,9 |
| Bestand SGB III | 2.969 | -37 | -1,2 | +531 | +21,8 |
| Bestand SGB II | 3.237 | +2 | +0,1 | +27 | +0,8 |
| Quote | 4,9 | -0,1 | +0,3 | ||
Entwicklungen im Main-Taunus-Kreis:
| Main-Taunus-Kreis | Veränderung zum Vormonat | Veränderung zum Vorjahr | |||
| absolut | In Prozent | absolut | In Prozent | ||
| Bestand | 7.241 | -101 | -1,4 | +152 | +2,1 |
| Bestand SGB III | 2.694 | -58 | -2,1 | +312 | +13,1 |
| Bestand SGB II | 4.547 | -43 | -0,9 | -160 | -3,4 |
| Quote | 5,3 | -0,1 | +/-0 | ||
Entwicklungen im Landkreis Groß-Gerau:
LK Groß-Gerau | Veränderung zum Vormonat | Veränderung zum Vorjahr | |||
| absolut | In Prozent | absolut | In Prozent | ||
| Bestand | 11.254 | +53 | +0,5 | +655 | +6,2 |
| Bestand SGB III | 4.410 | -19 | -0,4 | +536 | +13,8 |
| Bestand SGB II | 6.844 | +72 | +1,1 | +119 | +1,8 |
| Quote | 7,1 | +/-0 | +0,3 | ||
Beschäftigung
Mit 314.713 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten lag die Anzahl nur leicht unter den Zahlen des Vorjahres (Minus 0,1 Prozent) und bewegte sich weiterhin auf hohem Niveau.
| Beschäftigte | Veränderung zum Vorjahr | |
| Hochtaunuskreis | 102.981 | +1,1% |
| Main-Taunus-Kreis | 113.036 | +0,3% |
| Landkreis Groß-Gerau | 98.696 | -1,8% |
Gemeldete Stellen
Unternehmen agieren weiterhin zurückhaltend bei der Meldung von offenen Stellen. Der Bestand an offenen Stellen im Agenturbezirk sank im Vergleich zum Vorjahr um rund 32 Prozent auf nun 3.576 Stellen.
Besonders verschärft hat sich die Lage im Landkreis Groß-Gerau, dessen Arbeitsmarkt überwiegend industriell geprägt ist. Hohe Energiekosten und eine schwache Auftragslage führen hier zu einem Rückgang der offenen Stellen. Der Bestand an offenen Stellen sank um 1.144 Stellen und war somit rund 48 Prozent niedriger als im Jahr zuvor.
Die Unternehmen haben der Agentur für Arbeit Bad Homburg seit Jahresbeginn 2.003 zu besetzende Stellen gemeldet, das sind rund 28 Prozent weniger als im Vorjahr.
Die meisten freien Stellen gibt es aktuell in den Branchen sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen, Handel und Instandhaltung von KfZ, Gesundheits- und Sozialwesen, verarbeitendes Gewerbe und im Baugewerbe.
Teilnehmende an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen
Der Arbeitsmarkt befindet sich in einer der größten Transformationen. Qualifizierung ist längst nicht mehr nur eine Option zur Karriereförderung, sondern bestimmt den Berufsweg. Auch wenn KI und Automatisierung nicht ganze Berufe ersetzt, werden sich Berufsbilder ändern und an veränderte Bedingungen anpassen. Qualifizierung und Weiterbildung ist existentiell wichtig, um auf dem Arbeitsmarkt wettbewerbsfähig zu bleiben.
Auch vor dem Hintergrund des vermehrten Fachkräftebedarfs in den nächsten Jahren, der sich aus der demografischen Entwicklung begründet, bleibt Qualifizierung ein wichtiger Faktor bei der Vermittlung von Arbeitskräften.
Im März 2026 waren 4.756 Personen, und damit 214 mehr als noch im März 2025, Teilnehmende in den arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen. Der Anteil der Teilnehmenden an beruflichen Weiterbildungsmaßnahmen stieg im Vergleich zum Vorjahr um rund 10 Prozent.
Die Situation in den drei Landkreisen stellte sich wie folgt dar:
| Hochtaunuskreis | Main-Taunus-Kreis | Landkreis Groß-Gerau | |
| Teilnehmende gesamt | 1.293 (-0,8%) | 1.794 (+20,3%) | 1.670 (-4,5%) |
| Aktivierungsmaßnahmen | 348 (-22,1%) | 870 (+22,2%) | 400 (-17,0%) |
| Berufliche Weiterbildung | 481 (+12,6%) | 451 (+22,2%) | 664 (+1,5%) |
Ausbildungsmarkt
Junge Menschen auszubilden ist ein wichtiges Instrument der Fachkräftesicherung. Das Berichtsjahr für den Ausbildungsmarkt 2025/2026 startete am 01. Oktober 2025 und für März liegt nun die Halbjahresbilanz zur Situation am Ausbildungsmarkt vor.
Die Situation ist angespannt. Während aufgrund der demografischen Entwicklung in den nächsten Jahren unzählige Stellen nachbesetzt werden müssen und Ausbildung dazu einen wichtigen Beitrag leisten kann, drückt die aktuelle Lage massiv auf das Angebot an Ausbildungsplätzen.
Auf der anderen Seite interessierten sich wieder mehr Jugendliche für die duale Ausbildung. Im März 2026 waren bei der Agentur für Arbeit Bad Homburg insgesamt 3.079 Bewerbende gemeldet, das sind rund 10 Prozent mehr als im Vorjahr. Davon suchen aktuell noch 2.148 Jugendliche die passende Ausbildung.
| Gemeldete Bewerber | Veränderung zum Vorjahr | |
| Agenturbezirk | 3.079 | +10,2% |
| Hochtaunuskreis | 847 | +8,9% |
| Main-Taunus-Kreis | 802 | +18,1% |
| Landkreis Groß-Gerau | 1.430 | +6,9% |
Demgegenüber standen 2.000 gemeldete Berufsausbildungsstellen, von denen aktuell noch 1.354 nicht besetzt sind. Damit haben die Unternehmen rund 21 Prozent weniger Ausbildungsstellen gemeldet als im Vorjahr.
| Hinweis: Aufgrund von veränderten Prozessen bei der Erfassung von Ausbildungsstellen, ist die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen aktuell um rund 6 Prozent unterzeichnet. Durch eine Vereinfachung des Prozesses, um eine Reduzierung des bürokratischen Aufwands für Unternehmen zu erreichen, können Ausbildungsstellen auch ohne erfasste Ausbildungsberechtigung aufgenommen werden. Diese Verfahrensänderung muss noch in die statistische Erhebung integriert werden. Dies wird im Sommer abgeschlossen sein. |
Rein rechnerisch kamen auf 100 betriebliche Ausbildungsstellen 155 Bewerbende. Aktuell sind noch 1.354 Ausbildungsstellen und duale Studienplätze im Agenturbezirk frei, vor allem in den Branchen Einzelhandel, Verkauf, Lagerlogistik, Büromanagement und Handel.
| Gemeldete Ausbildungsstellen | Davon unbesetzt | |
| Agenturbezirk | 2.000 | 1.354 |
| Hochtaunuskreis | 613 | 453 |
| Main-Taunus-Kreis | 485 | 339 |
| Landkreis Groß-Gerau | 902 | 562 |
