Zukunftsreise in der Grundschule – neue Wege der Berufsorientierung

Was will ich mal werden? In der Schiller-Grundschule drehte sich am 12. Mai alles um die Träume von morgen. Bei dieser außergewöhnlichen Berufsorientierungs-Veranstaltung erfuhren Eltern, dass der Weg zum Erfolg heute selten eine gerade Autobahn ist – und warum das die beste Nachricht des Tages war.  

21.05.2026 | Presseinfo Nr. 16

Spätestens in der vierten Klasse stehen Eltern vor einer großen Entscheidung. Wie fällt das Zeugnis aus? Welche Empfehlung für den weiteren Schulweg spricht die Grundschule aus? Diese Fragen erzeugen einen großen Druck. Doch von diesem war in der Aula der Schillergrundschule an diesem Abend nichts zu spüren. 

Eingeladen waren Eltern aus dem dritten Jahrgang der Schillerschule, der Nordschule Groß-Gerau und der Grundschulen in Dornheim und Wallerstädten. Das Thema bewegt die Eltern – insgesamt nahmen über 80 interessierte Eltern an der Veranstaltung teil. 

„Berufsorientierung in der Grundschule bedeutet nicht, dass sich ein Neunjähriger heute festlegen muss“, erklärte Vanessa Kern, Berufsberaterin der Agentur für Arbeit Rüsselsheim. „Es geht darum, Eltern aufzuklären und die Angst vor der Schulentscheidung zu nehmen.“ 

Zusammen mit Frosina Stevkovska zeigte sie in lockerer Atmosphäre auf, dass der Weg zum Wunschberuf über viele Etappen führen kann. Das deutsche Bildungssystem ist heute so durchlässig wie nie zuvor. Der Wunschberuf kann über die klassische Ausbildung, die Fachoberschule oder das spätere Studium nach der Lehre erreicht werden, die Möglichkeiten sind vielfältig. Mit der Darstellung der unterschiedlichen Bildungswege in Hessen wurde den Eltern vermittelt, dass die individuellen Stärken des Kindes eine große Rolle auf dem Weg in die Berufswelt spielen. 

Wussten Sie schon? 

Dass man mit dem Hauptschulabschluss und einer dualen Ausbildung gleichzeitig einen mittleren Bildungsabschluss erlangen kann. 

Dass ein mittlerer Bildungsabschluss und eine duale Ausbildung zu einem Studium an Hochschulen in Hessen berechtigt. 

Dass der Meistertitel ein Studium ermöglicht – auch ohne (Fach-) Abitur. 

Eltern haben auch heute den größten Einfluss auf die Berufswahl ihrer Kinder. Umso wichtiger ist es, aufzuzeigen, dass die heutigen Bildungschancen nicht immer mit den Erfahrungen der Eltern zur Berufswahl übereinstimmen. 

Fallbeispiele von möglichen Wegen zum Traumberuf, Unterstützungsmöglichkeiten der Berufsberatung und eine Einschätzung zum Ausbildungsmarkt rundeten das Angebot ab. 

Mit vielen Aha-Momenten trug der Abend dazu bei, dass sich die Teilnehmenden besser auf die anstehende Schulentscheidung vorbereiten können. Denn egal, ob aus dem heutigen Berufswunsch „Feuerwehrmann“ später tatsächlich ein Lebensretter oder doch ein Fachinformatiker für Systemsicherheit wird – wichtig ist das Fundament aus Selbstvertrauen und der Gewissheit: Viele Wege führen zum Ziel.