Wie in jedem Jahr wirkt sich die Sommerpause ungünstig auf den Arbeitsmarkt aus. „In diesem Jahr fällt der Anstieg der Arbeitslosigkeit etwas höher aus als im Juli des Vorjahres“, teilt Edeltraud Nikodemus, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bad Kreuznach, mit. „Im Frühjahr konnte die Arbeitslosigkeit nicht so stark zurückgehen wie üblich. Mit der aktuellen Steigerung sinkt die Erwartung auf eine kurzfristige Belebung des Arbeitsmarktes“, stellt Nikodemus fest. Regional ging die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung vergleichsweise stark zurück. Dennoch gelingt es zurzeit etwas häufiger, Arbeitslosigkeit durch Beschäftigung zu beenden. Da sich auch die Stimmung in der Wirtschaft insgesamt aufgehellt hat, besteht Hoffnung auf eine Trendwende am Arbeitsmarkt frühestens ab Herbst. Am Ausbildungsmarkt hat sich seit Juni kaum etwas verändert. Nach wie vor ist dieses Ausbildungsjahr geprägt von hohem Interesse der jungen Menschen an einer dualen Ausbildung.
Arbeitsmarkt: Gesamtzahl und Quote:
Im Juli stieg die Arbeitslosigkeit aufgrund Schuljahresende und Urlaubszeit jahreszeitlich üblich an. Der Ferienbeginn schlug sich wie in jedem Sommer nieder: Jüngere unter 25 Jahren waren besonders betroffen. Der diesjährige Anstieg fiel jedoch deutlicher aus als im Sommer 2024 und auch als in den Jahren davor. Die Arbeitslosenquote betrug nach 5,9 Prozent im Juni nun 6,1 Prozent. Vor einem Jahr war sie von Juni auf Juli von 5,6 Prozent auf 5,7 Prozent gestiegen. Im Bezirk der Agentur für Arbeit Bad Kreuznach waren diesen Monat insgesamt 11 594 Menschen arbeitslos gemeldet: rund 400 und damit 3,5 Prozent mehr als im Juni und 672 oder 6,2 Prozent mehr als im Juli 2024.
Bewegungen (An- und Abmeldungen):
Im Juli mussten sich deutlich mehr Menschen arbeitslos melden als im Juni (+ 23,9 Prozent), insbesondere nach Erwerbstätigkeit (+ 29,5 Prozent). Dies waren auch etwas mehr als im Juli des Vorjahres (+ 7,0 Prozent). Eine gute Nachricht in dem Zusammenhang: Rund zehn Prozent weniger Arbeitslosmeldungen nach Aus- und Weiterbildung als vor einem Jahr wurden gezählt. Die Abmeldungen aus Arbeitslosigkeit konnten gegenüber Vormonat ansteigen (+ 2,2 Prozent), insbesondere in Erwerbstätigkeit (+ 12,0 Prozent) – sie lagen dennoch unter den Vorjahreswerten.
Stellen:
Die Zahl der neu zu besetzenden Arbeitsstellen (526) hat sich gegenüber dem Vormonat kaum verändert (- 4 oder 0,8 Prozent). Sie liegt um rund zehn Prozent unter der des Vorjahresmonats. Der Bestand an Stellen (2 894) fiel gegenüber dem Vormonat um 1,1 Prozent und gegenüber Vorjahresmonat um 11,8 Prozent. Mehr Stellenangebote kamen in diesem Monat aus dem verarbeitenden Gewerbe, der Zeitarbeit, dem öffentlichen Dienst und von Freiberuflern. Rückläufig war der Bedarf insbesondere im Baugewerbe, im Handel und im Gesundheitswesen.
Beschäftigung:
122 091 Menschen waren zum 31.12.2024 (aktuellster Datenstand) im Agenturbezirk Bad Kreuznach sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Gegenüber Vorquartal (30.09.2024) ist dies ein Rückgang um 1,6 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresquartal (31.12.2023) war die Beschäftigung um 0,6 Prozent zurückgegangen. Verglichen mit den übrigen Agenturen in Rheinland-Pfalz ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten gegenüber dem Vorjahr sowie dem Vormonat überdurchschnittlich stark zurückgegangen.
Regionaler Arbeitsmarkt:
Relativ fiel der Anstieg der Arbeitslosigkeit von Juni auf Juli in den unterschiedlichen Regionen ähnlich aus. Im Vergleich zum Juli 2024 sind insbesondere in Bad Kreuznach deutlich mehr Menschen arbeitslos. Auch in Idar-Oberstein und Boppard fiel die Veränderung binnen Jahresfrist deutlich aus, in Kirn und Simmern moderat.
Arbeitslosenquoten nach Geschäftsstellen:
Agenturbezirk Bad Kreuznachinsgesamt: 11 594 Arbeitslose (+ 395)
stieg von 5,9 Prozent auf 6,1 Prozent (Vorjahr 5,7 Prozent)
Bad Kreuznach: 4 426 Arbeitslose (+ 135)
stieg von 6,7 Prozent auf 6,9 Prozent (Vorjahr 6,3 Prozent)
Idar-Oberstein: 3 072 Arbeitslose (+ 109)
stieg von 6,8 Prozent auf 7,1 Prozent (Vorjahr 6,8 Prozent)
Kirn: 1 550 Arbeitslose (+ 37)
stieg von 6,6 Prozent auf 6,8 Prozent (Vorjahr 6,7 Prozent)
Simmern: 1 664 Arbeitslose (+ 78)
stieg von 4,2 Prozent auf 4,4 Prozent (Vorjahr 4,3 Prozent)
Boppard: 882 Arbeitslose (+ 36)
stieg von 3,7 Prozent auf 3,9 Prozent (Vorjahr 3,6 Prozent)
Überblick über die Arbeitsmärkte auf Kreisebene:
Landkreis Bad Kreuznach:
Arbeitsmarkt: Gesamtzahl und Quote:
Die Arbeitslosigkeit ist im Landkreis Bad Kreuznach im Juli gestiegen. 5 976 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 172 Personen mehr (+ 3,0 Prozent) als im Juni und 456 (+ 8,3 Prozent) mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote stieg auf 6,9 Prozent. Im Juli des letzten Jahres lag sie bei 6,4 Prozent.
Bewegungen:
Im Juli mussten sich mehr Menschen arbeitslos melden als im Juni (+ 14,9 Prozent), insbesondere nach Erwerbstätigkeit (+ 16,0 Prozent), aber auch nach Aus- und Weiterbildung (+ 28,7 Prozent). Dies waren jeweils auch etwas mehr als im Juli des Vorjahres: Nach Erwerbstätigkeit + 4,5 Prozent, nach Aus- und Weiterbildung + 3,2 Prozent). Die Abmeldungen aus Arbeitslosigkeit konnten gegenüber dem Vormonat etwas ansteigen (+ 1,0 Prozent), in Erwerbstätigkeit jedoch deutlich mehr (+ 11,5 Prozent). Die Zahlen der Abmeldungen lagen unter den Vorjahreswerten.
Stellen:
Die Zahl der neu zu besetzenden Arbeitsstellen (244) ist im Juli gesunken (- 6,5 Prozent), liegt aber über dem Wert des Vorjahresmonats (+ 4,7 Prozent). Der Bestand an Stellen (1 23) blieb nahezu gleich und fiel gegenüber dem Vorjahresmonat um 14,9 Prozent. Mehr Stellenangebote kamen diesen Monat von Freiberuflern und aus dem öffentlichen Sektor.
Landkreis Birkenfeld:
Arbeitsmarkt: Gesamtzahl und Quote:
Die Arbeitslosigkeit ist im Landkreis Birkenfeld im Juli gestiegen. 3 072 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 109 Personen (+ 3,7 Prozent) mehr als im Juni und 107 (+ 3,6 Prozent) mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 7,1 Prozent. Vor einem Jahr lag sie bei 6,8 Prozent.
Bewegungen:
Im Juli mussten sich deutlich mehr Menschen arbeitslos melden als im Juni (+ 28,5 Prozent), insbesondere nach Erwerbstätigkeit (+ 32,1 Prozent) und nach Aus- und Weiterbildung (+ 43,8 Prozent). Nach Erwerbstätigkeit waren dies fast 20 Prozent mehr als vor einem Jahr, nach Aus- und Weiterbildung sieben Prozent weniger. Die Abmeldungen aus Arbeitslosigkeit konnten gegenüber Vormonat ansteigen (+ 9,8 Prozent), insbesondere in Aus- und Weiterbildung (+ 21,7 Prozent) – sie lagen dennoch unter den Vorjahreswerten.
Stellen:
Die Zahl der neu zu besetzenden Arbeitsstellen (87) ist im Juli stark gesunken (- 18,7 Prozent) und liegt leicht unter dem Wert des Vorjahresmonats (- 3,3 Prozent). Der Bestand an Stellen (505) fiel gegenüber dem Vormonat um zehn Prozent. Gegenüber dem Vorjahresmonat ist er um 8,7 Prozent gesunken. Mehr Stellenangebote kamen diesen Monat aus dem öffentlichen Dienst.
Rhein-Hunsrück-Kreis:
Arbeitsmarkt: Gesamtzahl und Quote:
Die Arbeitslosigkeit ist im Landkreis Rhein-Hunsrück im Juli gestiegen. 2 546 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 114 Personen (+4,7 Prozent) mehr als im Juni und 109 (+ 4,5 Prozent) mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 4,2 Prozent, ein Jahr zuvor lag sie bei 4,1 Prozent.
Bewegungen:
Im Juli mussten sich sehr viel mehr Menschen arbeitslos melden als im Juni (+ 38,4 Prozent), insbesondere nach Erwerbstätigkeit (+ 56,7 Prozent) und nach Aus- und Weiterbildung (+ 43,5 Prozent). Nach Erwerbstätigkeit waren dies rund drei Prozent mehr als vor einem Jahr, nach Aus- und Weiterbildung rund 30 Prozent weniger. Die Abmeldungen aus Arbeitslosigkeit fielen etwas geringer aus als im Vormonat (- 2,2 Prozent), insbesondere in Aus- und Weiterbildung (- 34,0 Prozent). Die Abmeldungen in Erwerbstätigkeit konnten erfreulicherweise um 21,2 Prozent ansteigen.
Stellen:
Die Zahl der neu zu besetzenden Arbeitsstellen (195) ist wie schon im Vormonat deutlich gestiegen (+ 20,4 Prozent). Gegenüber dem Vorjahresmonat liegt sie jedoch um 26,1 Prozent niedriger. Der Bestand an Stellen (1 156) ist um 2,5 Prozent gestiegen. Gegenüber dem Vorjahresmonat ist er um 9,6 Prozent gesunken. Mehr Stellenangebote kamen diesen Monat insbesondere aus dem verarbeitenden Gewerbe, aus der Zeitarbeit und von Freiberuflern.
Ausbildungsmarkt 2024/2025:
In dem seit Oktober laufenden Ausbildungsjahr 2024/2025 sind bisher deutlich mehr Jugendliche (1549; + 8,8 Prozent) als im vorhergehenden Ausbildungsjahr auf die Berufsberatung mit dem Wunsch nach einer dualen Berufsausbildung zugekommen. Die Zahl der Ausbildungsstellen (2 090) liegt bisher um 1,1 Prozent niedriger.
In diesem Jahr ist somit das Interesse der Jugendlichen an einer betrieblichen Berufsausbildung gewachsen. Auch das Ausbildungsengagement der Betriebe ist nahezu ungebrochen. Während der aktuell laufenden Sommerferien bietet sich die beste Gelegenheit für Praktika, aber auch danach bestehen auf jeden Fall noch Möglichkeiten.
Tipp: Jeder, der Hilfe bei der Suche nach einer Praktikums- oder einer Ausbildungsstelle braucht, sollte sich an die Berufsberatung der Agentur für Arbeit Bad Kreuznach unter 0800 / 4 5555 00 wenden. Unternehmen erreichen unter 0800 / 4 5555 20 den regional passenden Ansprechpartner.