Nach den beiden Vormonaten, in denen die Arbeitslosigkeit jeweils gestiegen war, gibt es im September eine deutlichere Entspannung am Arbeitsmarkt im Kreis Herzogtum Lauenburg. Die Zahl arbeitsloser Menschen ist um 267 zum Vormonat gesunken. Insgesamt sind jetzt 5.963 Menschen bei den Agenturen für Arbeit in Mölln und Geesthacht sowie dem Jobcenter Herzogtum Lauenburg arbeitslos gemeldet. Durch den Rückgang ist die Arbeitslosenquote um 0,3 Prozentpunkte gegenüber August auf jetzt 5,3 Prozent in diesem Monat gesunken.
Im vergangenen Jahr waren im September 5.887 Menschen und damit 76 weniger arbeitslos. Die Quote lag seinerzeit ebenfalls bei 5,3 Prozent.
„Die übliche Herbstbelebung nach den Ferienmonaten hat dafür gesorgt, dass die Zahl Jobsuchender im September deutlich und auch wieder unter die Marke von 6.000 gesunken ist. Das deutliche Minus von 267 arbeitslosen Menschen weniger zum Vormonat hat den Anstieg über die beiden Sommermonate wieder ausgeglichen. Es haben sich wieder mehr Menschen in eine Erwerbstätigkeit abgemeldet, auch hat der Ausbildungsbeginn im September für eine Entlastung bei den unter 25-Jährigen gesorgt. Insgesamt bleibt der Arbeitsmarkt weiterhin unter dem Einfluss der Konjunkturlage, die Zahl Jobsuchender verharrt im Herzogtum auf einem zu den Vorjahren erhöhten Niveau von rund 6.000 in diesem Jahr“, sagt Kathleen Wieczorek, Chefin der Agentur für Arbeit Bad Oldesloe zu den aktuellen Arbeitsmarktdaten und ergänzt: „Jobsuchende, insbesondere die, die keinen Berufsabschluss haben, können ihre Chancen auf eine neue Beschäftigung durch Qualifizierung und Weiterbildung verbessern. Unverändert werden für rund 80 Prozent der zu besetzenden Stellen neue Mitarbeitende gesucht, die eine abgeschlossene Ausbildung oder höhere Abschlüsse mitbringen. Dazu kommt, dass sich die Anforderungen am Arbeitsmarkt durch den Strukturwandel und die Digitalisierung verändern. Anpassungsqualifizierungen oder das Nachholen eines Ausbildungsabschlusses erhöhen die Erfolgsaussichten, einen neuen Job zu finden. Wir als Agentur für Arbeit wie auch das Jobcenter Herzogtum Lauenburg unterstützen bei anfallenden Lehrgangs-, Fahrt- und Kinderbetreuungskosten.“
Sozialversicherungspflichtige Stellen
Dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service von Arbeitsagentur und Jobcenter sind im September 291 neue sozialversicherungspflichtige Stellen gemeldet worden, 45 mehr als im August. Insgesamt sind 1.423 sozialversicherungspflichtige Stellen im Kreis Herzogtum Lauenburg zu besetzen, fünf oder 0,4 Prozent mehr als im Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sind dies 115 Stellen mehr (plus 8,8 Prozent).
„Auf Seiten der Unternehmen bleibt der Personalbedarf konstant. Dies bildet sich im Stellenbestand wie auch in der Zahl neu gemeldeter vakanter Stellen ab. Vielfach haben die Unternehmen aber die Herausforderung, entsprechend ausgebildetes und qualifiziertes Personal zu finden. Hier sollten die Personalverantwortlichen alle Potentiale mit in den Fokus nehmen, seien es Menschen ohne Berufsabschluss, die dann in der neuen Beschäftigung qualifiziert werden, Menschen mit einer Behinderung, ältere Jobsuchende oder Wiedereinsteigende. In vielen Fällen können wir ihre Einstellung und Beschäftigung unterstützen“, so Wieczorek.
Unterbeschäftigung
Die Unterbeschäftigung zeigt, wie viele Menschen insgesamt auf der Suche nach einer neuen Beschäftigung sind. „Im Kreis Herzogtum Lauenburg beträgt die Zahl der Unterbeschäftigten aktuell 7.397, dies sind 229 Personen weniger als im Vormonat. Die Unterbeschäftigungsquote ist damit im September um 0,3 Prozentpunkte gesunken und liegt jetzt bei 6,5 Prozent. Im Vorjahresmonat betrug sie ebenfalls 6,5 Prozent“, so Wieczorek.
Nicht als arbeitslos gezählt werden beispielsweise Teilnehmende an Weiterbildungsmaßnahmen und in Arbeitsgelegenheiten oder Arbeitsuchende, die derzeit arbeitsunfähig erkrankt sind, sowie geflüchtete Menschen, die einen Sprach- oder Integrationskurs oder eine berufsvorbereitende Maßnahme der Arbeitsagentur oder des Jobcenters besuchen. Sie alle werden zusätzlich zu den arbeitslos gemeldeten Menschen in der Statistik zur Unterbeschäftigung erfasst, die die Agentur für Arbeit ebenfalls monatlich veröffentlicht.