Arbeitsmarkt zum Jahreswechsel unter Druck

Lage im Bezirk der bisherigen Agentur für Arbeit Balingen

Arbeitslose: 7.857 (+ 148 zum Vormonat, + 401 zum Vorjahr)

Arbeitslosenquote: 4,2 % (+ 0,1 zum Vormonat, + 0,2 zum Vorjahr)

07.01.2026 | Presseinfo Nr. 2

Arbeitslosenzahl steigt zum Jahresende
In den letzten vier Wochen des Jahres 2025 ist die Zahl der Arbeitslosen im Bezirk der Agentur für Arbeit Balingen etwas stärker gestiegen als für einen Dezember üblich. Mit insgesamt 7.860 Arbeitslosen im Zollernalbkreis und im Landkreis Sigmaringen und einer Arbeitslosenquote von 4,2 Prozent im Bezirk der Agentur für Arbeit Balingen ist das alte Jahr auf dem regionalen Arbeitsmarkt zu Ende gegangen. An Weihnachten waren rund 150 Menschen mehr arbeitslos als im November.

Zitat:

„Die für die Jahreszeit übliche Verschlechterung der Arbeitsmarktzahlen ist stärker ausgefallen als im Durchschnitt der vergangenen Jahre“, zieht Markus Nill, Leiter der Balinger Agentur für Arbeit, Bilanz. „Im Dezember steigt die Arbeitslosigkeit meistens an, das konnten wir auch in diesem Jahr nicht verhindern. Die anhaltende konjunkturelle Schwäche sowie die unsichere wirtschaftliche Lage erhöhen neben der üblichen saisonalen Entwicklung den Druck auf den Arbeitsmarkt“, so Nill weiter.

Mehr Kündigungen, weniger neue Jobs
Es gab zwar in den vergangenen vier Wochen etwas mehr Bewegung auf dem Arbeitsmarkt als für einen Dezember üblich. Die Arbeitsmarktdynamik reicht aber nicht aus, um die Zunahme der Arbeitslosigkeit zu verhindern. Fast 1.900 Menschen meldeten sich erstmals oder zum wiederholten Male arbeitslos. Unter ihnen haben 10 Prozent mehr als im Vormonat ihren Job verloren. Nur 1.740 Personen konnten dagegen ihre Arbeitslosigkeit beenden, auch davon mündete rund ein Fünftel weniger in eine neue Beschäftigung als im Monat zuvor.

Entwicklung in den Landkreisen und Geschäftseinheiten
Im Landkreis Sigmaringen bedeuten rund 70 Arbeitslose mehr einen Anstieg zum Vormonat um 2,6 Prozent, die Arbeitslosenquote stieg um ein Zehntle auf 3,6 Prozent. Im Zollernalbkreis stieg sie in den vergangenen vier Wochen durch den Anstieg der Arbeitslosigkeit um knapp 80 Personen bzw. 1,5 Prozent ebenfalls um ein Zehntel auf 4,6 Prozent (darunter in Albstadt 5,8 und in Balingen 3,9 Prozent).

Arbeitskräftenachfrage zuletzt rückläufig
Im Dezember war Zurückhaltung bei der Einstellungsbereitschaft der Betriebe festzustellen. Die Nachfrage nach Arbeitskräften war um fast ein Zehntel geringer als in den vier Wochen zuvor. Rund 470 Stellen wurden dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Balingen und der beiden Jobcenter Zollernalbkreis und Landkreis Sigmaringen im Dezember gemeldet. Das sind aber deutlich mehr als vor einem Jahr. Insgesamt wurden 2025 mehr als 6.000 Stellen und damit fast 10 Prozent mehr als 2024 gemeldet.

Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen
Bei den Arbeitslosen unterscheidet man jene in der Arbeitslosenversicherung nach dem Sozialgesetzbuch (SGB) III, die in der Regel längstens ein Jahr arbeitslos sind und die erwerbsfähigen Leistungsberechtigten in der Grundsicherung nach dem SGB II, die von den Jobcentern betreut werden. Von den 7.860 Arbeitslosen gehören knapp 3.850 bzw. 49 Prozent zum SGB II. Im Zollernalbkreis sind derzeit 2.610 SGB II-Arbeitslose gemeldet, im Landkreis Sigmaringen 1.240. Im SGB III sind 4.010 Personen erfasst, davon 2.450 im Zollernalbkreis und 1.560 im Landkreis Sigmaringen.

 

Wichtig:Hinweis:
Ab Januar 2026 fusionieren die beiden Agenturen für Arbeit Balingen und Reutlingen zur neuen Agentur für Arbeit Balingen-Reutlingen. Die Berichterstattung über die Lage auf dem heimischen Arbeitsmarkt erfolgt daher künftig mit Blick auf die gesamte Region des neuen Agenturbezirks und wird die Landkreise Reutlingen, Sigmaringen, Tübingen und Zollernalbkreis umfassen.