Die Arbeitslosigkeit im Bezirk der Agentur für Arbeit Balingen-Reutlingen ist im Juni saisonüblich leicht zurückgegangen. Insgesamt sind zum Stichtag 20.663 Personen arbeitslos gemeldet, das sind 194 weniger als im Mai. Die Arbeitslosenquote verändert sich dadurch nicht, sie liegt wie schon im Vormonat bei 4,3 Prozent.
Innerhalb des Agenturbezirkes verläuft die Arbeitslosigkeit weitestgehend heterogen. In den Landkreisen Tübingen und Sigmaringen sowie im Zollernalbkreis nimmt die Arbeitslosigkeit ab, nur im Kreis Reutlingen ist sie im Juni leicht gestiegen.
Die Gruppe der Langzeitarbeitslosen konnte vom positiven Verlauf im Agenturbezirk nicht profitieren und ist zum Stichtag im Juni – gerade wegen der Entwicklung im Kreis Reutlingen – größer geworden.
Zitat:„Ein Anstieg der Langzeitarbeitslosigkeit ist immer auch ein Alarmsignal. Strukturen am Arbeitsmarkt verfestigen sich, die Betroffenen verlieren oftmals den Anschluss an den ersten Arbeitsmarkt und es wird es immer schwieriger, eine neue Stelle zu finden“, erläutert Markus Nill, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Balingen-Reutlingen.
Diese Entwicklung ist auch an der fehlenden Dynamik am Arbeitsmarkt erkennbar. Der Zugang aus einer Erwerbstätigkeit in die Arbeitslosigkeit liegt im Juni erstmals in diesem Jahr mit 3.873 Zugängen unter der 4.000er-Marke, gleichzeitig konnten aber auch nur 4.062 Menschen ihre Arbeitslosigkeit beenden – der mit Abstand niedrigste Wert seit Januar.
Zitat:„Aufgrund konjunktureller Unsicherheiten halten sich viele Unternehmen mit Neueinstellungen zurück. Die geringe Dynamik erschwert Arbeitslosen die Rückkehr in den Arbeitsmarkt und jungen Menschen den Einstieg in das Berufsleben. Der Arbeitsmarkt befindet sich ein Stück weit im Leerlauf“, so Nill weiter.
Arbeitskräftenachfrage geht leicht zurück
Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist im Bezirk der Agentur für Arbeit Balingen-Reutlingen im Juni leicht zurückgegangen. Interessanterweise verläuft die Arbeitskräftenachfrage in der Region entgegengesetzt zur Arbeitslosigkeit. So sind im Kreis Reutlingen (mit gestiegener Arbeitslosigkeit) sowohl Zugang als auch Bestand an Arbeitsstellen gestiegen, in den anderen Kreisen im Bezirk hingegen gesunken. Insgesamt wurden im Juni 971 Stellen neu gemeldet, der Bestand an gemeldeten Arbeitsstellen liegt damit knapp unter der 5.000er-Marke.
Entwicklung in den Landkreisen
Zur Agentur für Arbeit Balingen-Reutlingen gehören die Landkreise Reutlingen, Tübingen, Sigmaringen und Zollernalbkreis. Auch im vergangenen Monat entwickelte sich die Arbeitslosigkeit in den Regionen wieder etwas unterschiedlich: in den Kreisen Tübingen, Sigmaringen und Zollernalbkreis hat die Arbeitslosigkeit im Juni abgenommen, im Kreis Reutlingen ist sie hingegen leicht gestiegen.
Im Landkreis Reutlingen sind im Juni 8.024 Menschen arbeitslos, 105 mehr als im Mai. Davon sind 3.759 bei der Agentur für Arbeit gemeldet und 4.265 beim Jobcenter Landkreis Reutlingen.
Die Arbeitslosigkeit im Landkreis Tübingen ist im Juni um 112 Personen gesunken. Im Juni sind in Tübingen 4.690 Menschen arbeitslos gemeldet. Die Agentur für Arbeit betreut davon 2.490 Personen, das Jobcenter Landkreis Tübingen 2.200.
Den größten Rückgang im Agenturbezirk Balingen-Reutlingen verzeichnete im Juni der Zollernalbkreis. Mit 2.506 von der Agentur für Arbeit und 2.658 vom Jobcenter Zollernalbkreis und damit insgesamt 5.164 betreuten Personen ist die Zahl der Arbeitslosen hier um 164 Personen niedriger als im Mai.
Im Landkreis Sigmaringen verringerte sich die Zahl der Arbeitslosen im Juni um 23 auf jetzt 2.785 Personen. Davon werden 1.531 von der Agentur für Arbeit und 1.254 vom Jobcenter Landkreis Sigmaringen betreut.