Mit einem saisonal üblichen Anstieg der Arbeitslosigkeit ist die fusionierte Agentur für Arbeit Balingen-Reutlingen in ihre zum Jahreswechsel begonnene Zusammenarbeit gestartet. Zu Beginn des Jahres sind wie immer im Januar deutlich mehr Menschen arbeitslos geworden als Arbeitslose einen Job finden konnten. In den vergangenen vier Wochen haben sich rund 5.320 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet. Da nur knapp 3.800 Menschen ihre Arbeitslosigkeit beenden konnten, stieg insgesamt die Arbeitslosigkeit an. Zum Berichtstermin im Januar waren 21.879 Männer und Frauen ohne Beschäftigung, 1.535 bzw. 7,5 Prozent mehr als um die Weihnachtszeit und 7,3 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote für den gesamten Agenturbezirk kletterte um 0,3 Punkte auf 4,5 Prozent.
Zitat:Markus Nill, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Balingen-Reutlingen, erläutert die aktuellen Entwicklungen: „Im Januar spielen vor allem saisonale Einflüsse eine große Rolle auf dem Arbeitsmarkt. Das Ende vieler Beschäftigungsverhältnisse zum Jahresende und die winterliche Witterung führen zu dem deutlichen Zuwachs an Arbeitslosen. An die großen Zahlen müssen wir uns erst noch gewöhnen, weil wir seit der Fusion neben den Daten für die Landkreise Reutlingen und Tübingen jetzt ja auch die der Landkreise Sigmaringen und Zollernalbkreis im Blick haben. Für die gesamte Region gilt, dass die schwache Konjunktur und die Strukturkrise der Wirtschaft den Arbeitsmarkt belasten.“
Arbeitskräftenachfrage lässt nach
Die wirtschaftliche Unsicherheit macht sich auch bei der Nachfrage nach Arbeitskräften bemerkbar. Zwar ist um mehr als 15 Prozent höher als vor einem Jahr zur gleichen Zeit. Die rund 850 neu gemeldeten Stellen bedeuten aber im Vergleich zum Ende vergangenen Jahres einen Rückgang um fast 23 Prozent.
Entwicklung in den Landkreisen
Zur Agentur für Arbeit Balingen-Reutlingen gehören die Landkreise Reutlingen, Tübingen, Sigmaringen und Zollernalbkreis. In allen Regionen ist die Arbeitslosigkeit sowohl im Vormonats- als auch im Vorjahresvergleich gestiegen.
Im Landkreis Reutlingen waren im Januar insgesamt 8.415 Menschen arbeitslos, knapp 500 mehr als vor einem Monat und rund 600 bzw. 7,7 Prozent mehr als vor einem Jahr. 3.906 davon waren bei der Agentur für Arbeit gemeldet und 4.509 beim Jobcenter Landkreis Reutlingen.
Der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Landkreis Tübingen im Vergleich zum Vorjahr war mit 7,8 Prozent fast identisch zum Landkreis Reutlingen. Im Januar waren in Tübingen insgesamt 4.969 Menschen arbeitslos gemeldet. Die Arbeitsagentur betreute davon 2.495 Personen, das Jobcenter Landkreis Tübingen 2.474.
Den stärksten Anstieg verzeichnet der Zollernalbkreis. Mit 2.793 von der Agentur für Arbeit und die 2.735 vom Jobcenter Zollernalbkreis und damit insgesamt 5.528 betreuten Personen ist die Arbeitslosigkeit um 9,3 Prozent höher als vier Wochen zuvor und liegt auch 8,2 Prozent über dem Vorjahreswert.
Günstiger war die Entwicklung im Landkreis Sigmaringen. Die Zunahme beträgt hier 6,0 Prozent gegenüber dem Vormonat und 3,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Von den 2.967 Arbeitslosen werden 1.656 von der Agentur für Arbeit und 1.311 vom Jobcenter Landkreis Sigmaringen betreut.