Im Mai setzte sich der Rückgang der Arbeitslosigkeit fort. Anders als üblich, fiel er jedoch deutlich dynamischer aus als im April (-351 Personen). Die Zahl der Arbeitslosen nahm im vergangenen Monat um weitere 596 Personen (-4,1 Prozent) auf 13 802 ab. Im Vergleich zum letzten Jahr fiel die Verringerung mehr als doppelt so groß (+351 Personen) aus und erreichte das Niveau wirtschaftlich florierender Jahre. Die Zahl der Arbeitslosen liegt lediglich um 0,3 Prozent bzw. 45 Personen über dem Vorjahresniveau. Die Arbeitslosigkeit der Ausländer hat seit dem letzten Jahr um 9,1 Prozent (-329) auf 3 271 abgenommen.
Die Arbeitslosenquote reduzierte sich seit April um 0,2 Prozentpunkte auf aktuell 3,9 Prozent. Sie liegt auf dem Vorjahresniveau.
Im Mai wurden 1 279 Männer und Frauen entlassen, 57 Personen bzw. 4,3 Prozent weniger als vor einem Jahr. Es wurden 1 311 Menschen eingestellt. Das waren 69 oder 5,0 Prozent weniger als in 2025.
Arbeitsmarkt
Mit Qualifizierung die Chancen der Transformation erkennen und nutzen
Stefan Trebes, Leiter der Agentur für Arbeit Bamberg-Coburg, schätzt die aktuelle Situation wie folgt ein: „Der Rückgang im Mai fiel überraschend dynamisch aus. So sank im Agenturbezirk Bamberg-Coburg die Arbeitslosenquote unter die vier Prozentmarke und die Zahl der Arbeitslosen erreichte fast das Vorjahresniveau. Das ist für mich eine sehr erfreuliche Entwicklung in diesen herausfordernden Zeiten. Viele Betriebe sind weiterhin mit Prozessen der Personalkonsolidierung beschäftigt, dafür läuft es in anderen Bereichen rund. Die Wirtschaft wird dieses Jahr nicht nennenswert wachsen, es kommt zu einer starken Transformation. Was liegt in so einer Zeit näher, als alles dafür zu tun, den nächsten Wachstumsschritt vorzubereiten? Die Antwort heißt Qualifizierung für Arbeitssuchende, für Beschäftigte, für Betriebe. In einer Absolventenverabschiedung im letzten Monat war ein nennenswerter Anteil der Gesellen Umschüler der Arbeitsagentur mittleren Alters. Sie machten das Gros der Prüfungsbesten aus. Ich appelliere an alle, deren Qualifizierung einer Auffrischung bedarf, sich beraten zu lassen: Weiterbildung bringt weiter. Es braucht nicht immer die komplette Ausbildung sein, eine Qualifizierung z.B. in KI-Anwendung oder social Media kann Wachstum bedeuten – Wachstum den wir brauchen und der im ersten Step immer mit Wissen beginnt. Und davon gibt es zahlreiche Beispiele.
Klagen über Rahmenbedingungen ist nicht unser Ding, in Bamberg-Coburg packen wir lieber gemeinsam an. Mein persönliches Ziel ist: Mehr Weiterbildung als letztes Jahr und die Arbeitslosigkeit auf einen niedrigeren Stand als 2025 bringen – und das bei anders lautenden Prognosen von Experten. Denn was Experten bei Prognosen immer unterschätzen: Die Zukunft kann man selbst gestalten.“
Weiterer Beschäftigungsanstieg im Mai
Arbeitslosigkeit sinkt in allen Regionen
Der Arbeitsmarkt der Agentur Bamberg-Coburg umfasst folgende Gebietskörperschaften: Stadt und Landkreis Bamberg, Stadt und Landkreis Coburg sowie die Landkreise Forchheim, Kronach und Lichtenfels.
Bis Ende April war die Frühjahrsbelebung am Arbeitsmarkt bereits so gut wie abgeschlossen. Der weitere Rückgang der Arbeitslosigkeit fiel trotz der konjunkturellen Turbulenzen jedoch so dynamisch aus wie in prosperierenden Jahren.
In Lichtenfels sank die Arbeitslosigkeit im Mai mit 6,9 Prozent am signifikantesten, gefolgt vom Landkreis Coburg (-4,8 Prozent), der Stadt Bamberg (-4,7 Prozent), den Landkreisen Bamberg (-4,0 Prozent), Forchheim (-3,1 Prozent) und Kronach (-2,9 Prozent) sowie der Stadt Coburg (-2,6 Prozent).
In den Landkreisen Lichtenfels (-4,3 Prozent) und Coburg (-3,5 Prozent) sowie der kreisfreien Stadt Bamberg (-3,1 Prozent) liegt die Arbeitslosigkeit unter dem Vorjahresniveau. Kronach (+12,1 Prozent) und die Stadt Coburg (+3,2 Prozent) verbuchen den größten Anstieg der Arbeitslosigkeit. In den Landkreisen Bamberg (+1,0 Prozent) und Forchheim (+0,4 Prozent) liegt sie nur noch leicht darüber.
Die geringste Arbeitslosenquote und weiterhin Vollbeschäftigung hat der Landkreis Bamberg (2,7 Prozent). Am höchsten ist sie in der Stadt Coburg mit 7,3 Prozent.
Stellenmarkt stabil, weder Ab- noch Aufschwung in Sicht
Im Mai bekam der Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit Bamberg-Coburg von den Firmen 1 206 sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsangebote gemeldet. Das waren lediglich 1,1 Prozent (-13) weniger als im letzten Jahr, jedoch 7,0 Prozent bzw. 79 mehr als im April.
Der Stellenbestand hat im Vergleich zu 2025 mit 5 454 Beschäftigungsangeboten um 16,6 Prozent (-1 085 Stellen) abgenommen. Rein statistisch entfallen auf 100 gemeldete sozialversicherungspflichtige Stellen aktuell 249 potentielle arbeitslose Bewerber. Insbesondere für Fachkräfte wie z.B. im Bauhandwerk (54 Arbeitslose pro 100 Stellen) und Elektro sowie Mechatronik Berufe (76 Arbeitslose pro 100 Stellen) sind die Chancen weiterhin sehr gut.
Die Betriebe meldeten dem Arbeitgeberservice im Mai ihre Arbeitsplatzangebote aus allen Bereichen. Im Bestand befindet sich ein heterogener Stellenmix. Die Mehrzahl der beim Arbeitgeberservice gemeldeten Stellenangebote entfällt auf folgende Berufssegmente: 1 001 Verkehr und Logistik, 897 Fertigungstechnik, 671 Gesundheits-berufe, 607 Fertigungsberufe, 597 Bau- und Ausbauhandwerk, 451 Handel, 335 Le-bensmittel- und Gastgewerbe, 239 unternehmensbezogene Dienstleistungsberufe sowie 235 soziale und kulturelle Dienstleistungsberufe.
In fast allen Berufssegmenten, außer bei Verkehr und Logistik (+75 Stellen, +8,1 Prozent) hat der Personalbedarf seit dem letzten Jahr abgenommen.
Am oberen Ende der Skala stehen Fertigungsberufe (-200 Stellen, -24,8 Prozent), Fertigungstechnik (-159 Stellen, -15,1 Prozent), Gesundheitsberufe (-133 Stellen, -16,5 Prozent) sowie soziale und kulturelle Dienstleistungsberufe (-100 Stellen, -29,9 Prozent).
Jobcenter – Jobchancen Wonnemonat Mai
Ende Mai waren insgesamt 5 935 Personen bei den sieben Jobcentern des Agenturbezirks arbeitslos gemeldet. Seit April hat ihre Zahl um 204 Personen (-3,3 Prozent) abgenommen. Etwas über ein Drittel des Rückgangs der Arbeitslosigkeit (34,3 Prozent) im vergangenen Monat entfiel somit auf Klienten der Jobcenter. Aktuell gibt es im Agenturbezirk 482 weniger (-7,5 Prozent) Arbeitslose in der Grundsicherung als vor einem Jahr.
Im Versichertenbereich des SGB III sank die Arbeitslosigkeit im Mai um 392 Personen bzw. 4,7 Prozent auf 7 867. Seit dem Vorjahr hat sie dort um 7,2 Prozent (+527 Personen) zugenommen.
Stadt Coburg
In der Stadt Coburg sank die Zahl der Arbeitslosen im Mai um 46 Personen (-2,6 Prozent) auf 1 705. Seit dem Vorjahr ist sie um 53 Personen oder 3,2 Prozent gestiegen. Es meldeten sich 33,6 Prozent mehr Menschen arbeitslos als im letzten Jahr, während 5,3 Prozent weniger einen neuen Job fanden. Die Arbeitslosenquote reduzierte sich seit April um 0,2 Prozentpunkte auf 7,3 Prozent. Ihr Vorjahresniveau lag bei 7,0 Prozent.
Im Mai meldeten die Arbeitgeber aus dem Stadtgebiet 146 sozialversicherungspflichtige Stellen, 21,7 Prozent (+26) mehr als im Vorjahr. Im Bestand waren am Stichtag 661 Jobangebote, 24,5 Prozent (-215) weniger als in 2025.
Landkreis Coburg
Im Landkreis Coburg ging die Arbeitslosigkeit im Mai um 107 Personen (-4,8 Prozent) auf 2 112 zurück. Sie hat seit dem letzten Jahr um 76 Personen (-3,5 Prozent) abgenommen. Im vergangenen Monat wurden 5,2 Prozent weniger Menschen freigesetzt als in 2025. Im selben Zeitraum fanden lediglich zwei Personen weniger wieder eine neue Beschäftigung. Die Arbeitslosenquote reduzierte sich seit April um 0,2 Prozent-punkte auf 4,3 Prozent. Ihr Vorjahreswert zählte 4,4 Prozent.
Der Arbeitgeberservice bekam im Mai 195 sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsangebote aus dem Landkreis gemeldet, 43,4 Prozent (+59) mehr als im Vorjahr. Im Bestand sind 862 Jobangebote, 6,3 Prozent weniger (-58) als in 2025.
Landkreis Kronach
Die Zahl der Arbeitslosen sank im Landkreis Kronach im Mai erneut um weitere 49 Menschen (-2,9 Prozent). Am Monatsende waren 1 654 Personen arbeitslos registriert, 178 bzw. 12,1 Prozent mehr als vor zwölf Monaten. Es wurden 2,4 Prozent weniger Menschen entlassen als in 2025. Gleichzeitig fanden 13,1 Prozent weniger einen neuen Arbeitsplatz. Die Arbeitslosenquote beträgt wie im April weiterhin 4,5 Prozent. Ihr Vorjahresniveau lag bei 3,9 Prozent.
Aus dem Landkreis Kronach wurden im Mai 104 versicherungspflichtige Jobperspektiven dem Arbeitgeberservice gemeldet, 41,9 Prozent (-75) weniger als im Vorjahr. Im Stellenpool gibt es aktuell 557 Vakanzen, 15,7 Prozent (-104) weniger als vor einem Jahr.
Landkreis Lichtenfels
Im Mai nahm die Zahl der Arbeitslosen spürbar um 120 Personen bzw. 6,9 Prozent ab. Das ist agenturbezirksweit der dynamischste Rückgang. Zum Monatswechsel waren im Landkreis Lichtenfels 1 622 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 4,3 Prozent (-72 Personen) weniger als vor einem Jahr. Lichtenfels verzeichnet beim Abbau der Arbeitslosigkeit im Vorjahresvergleich unter allen Regionen der Arbeitsagentur die meisten Fortschritte.
Es wurden 17,1 Prozent weniger Personen freigesetzt als in 2025. Stefan Trebes: „Momentan haben wir viel Bewegung am Arbeitsmarkt. Entlassungen infolge von Umstrukturierungen auf der einen Seite, Personalaufbau bzw. hoher Fachkräftebe-darf auf der anderen. Der Landkreis bietet daher weiterhin gute Jobperspektiven.“ So fanden im Mai nahezu so viele (-3) Menschen einen neuen Arbeitsplatz wie im letzten Jahr. Die Arbeitslosenquote reduzierte sich seit April um 0,3 Prozentpunkte auf 4,2 Prozent. Ihr Vorjahreswert betrug 4,3 Prozent.
Bei den Vermittlungsexperten des Arbeitgeberservice gingen aus dem Landkreis Lichtenfels 123 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplatzangebote ein. Das sind 6,8 Prozent (-9) weniger als im Vorjahr. Im Bestand sind derzeit 590 Jobchancen. Das sind 32,4 Prozent oder 283 weniger als vor zwölf Monaten.
Bamberg Stadt
In der Stadt Bamberg nahm die Arbeitslosigkeit im Mai um 105 Personen (-4,7 Pro-zent) auf 2 136 ab. Seit dem letzten Jahr ist die Zahl der Arbeitslosen um 69 Perso-nen (-3,1 Prozent) kleiner geworden. Es verloren 13,6 Prozent weniger Personen ihren Arbeitsplatz als im Vorjahr, während 5,0 Prozent weniger eine neue Beschäfti-gung aufnahmen. Die Arbeitslosenquote verringerte sich seit April um 0,3 Prozent-punkte auf 4,7 Prozent. Ihr Vorjahreswert betrug 5,0 Prozent.
Im Mai meldeten die Betriebe aus der Stadt Bamberg 211 sozialversicherungspflich-tige Stellen dem Arbeitgeberservice. Das sind 9,4 Prozent weniger (-22) als vor ei-nem Jahr. Im Stellenpool befinden sich aktuell 870 Beschäftigungsangebote, 208 oder 19,3 Prozent weniger als 2025.
Landkreis Bamberg
Im Bamberger Land setzte sich der Abbau der Arbeitslosigkeit im Mai um weitere 98 Personen bzw. 4,0 Prozent fort. Zum Monatswechsel waren 2 383 Menschen arbeits-los gemeldet. Seit dem letzten Jahr hat die Zahl der Arbeitslosen um 1,0 Prozent (+23) leicht zugenommen. Es wurden 8,2 Prozent mehr Personen freigesetzt als in 2025. Im gleichen Zeitraum fanden genauso viele Menschen eine neue Beschäfti-gung wie im letzten Jahr. Die Arbeitslosenquote sank seit April um 0,1 Prozentpunkte auf 2,7 Prozent (Vorjahr 2,6 Prozent). Per Definition ist dies Vollbeschäftigung. Der Landkreis hat weiterhin die niedrigste Quote im gesamten Agenturbezirk.
Aus dem Landkreis Bamberg meldeten die Firmen im Mai dem Arbeitgeberservice 241 sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsangebote. Das sind 15,3 Prozent bzw. 32 Jobofferten mehr als vor einem Jahr. Im Stellenpool befinden sich aktuell 1 141 Angebote, 114 oder 9,1 Prozent weniger als im Mai 2025.
Landkreis Forchheim
Im Mai setzte sich im Landkreis Forchheim der Rückgang der Arbeitslosigkeit um 71 Personen (-3,1 Prozent) auf 2 190 fort. Die Zahl der Arbeitslosen liegt lediglich um 0,4 Prozent bzw. 8 Personen über dem Vorjahreswert. Im Vergleich zu 2025 wurden im Mai 20,7 Prozent weniger Menschen freigesetzt. Es fanden 10,0 Prozent weniger wieder eine neue Beschäftigung. Die Arbeitslosenquote nahm seit April um 0,1 Pro-zentpunkte auf 3,2 Prozent ab. Sie liegt aktuell auf dem Vorjahresniveau.
Im Mai meldeten die Betriebe dem Arbeitgeberservice 186 sozialversicherungspflich-tige Beschäftigungsangebote, 24 (-11,4 Prozent) weniger als im letzten Jahr. Im Be-stand sind 854 freie Stellen. Das sind 8,5 Prozent oder 79 weniger als im Vorjahr.