Der Juli steht traditionell im Zeichen des Ausbildungsendes: Einige junge Menschen melden sich nach Abschluss ihrer Ausbildung vorübergehend arbeitslos, bevor der nächste berufliche Schritt erfolgt. Dieser saisonale Effekt prägt auch die aktuelle Entwicklung am regionalen Arbeitsmarkt.
So ist die Arbeitslosigkeit in Agenturbezirk Bamberg-Coburg im Juli 2026 gestiegen. 14.179 Menschen waren arbeitslos gemeldet – 341 Personen bzw. 3,0 Prozent mehr als im Juni und 150 Personen bzw. 1,0 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 4,0 Prozent und war somit identisch zum Vormonats- so-wie zum Vorjahreswert.
Im Rechtskreis SGB III (Agentur für Arbeit) lag die Arbeitslosigkeit bei 8.208 Personen (319 Personen mehr als im Vormonat; 404 Personen mehr als vor einem Jahr) und im Rechtskreis SGB II (Jobcenter) waren 5.971 Arbeitslose registriert (22 Personen mehr als im Vormonat; 254 Personen weniger als im Vorjahr). Durch die Träger der Grundsicherung (Jobcenter) wurden damit 42 Prozent aller Arbeitslosen betreut.
Im Juli 2026 meldeten sich insgesamt 3.866 Personen neu arbeitslos. Davon kamen 1.432 Personen direkt aus einer Erwerbstätigkeit. Gleichzeitig konnten 3.525 Menschen ihre Arbeitslosigkeit beenden, darunter 1.129 durch die Aufnahme einer Beschäftigung.
Auch weiterhin suchen die Unternehmen des Agenturbezirks nach Mitarbeitenden: So wurden im Juli 2026 insgesamt 1.421 Stellen neu gemeldet (319 weniger als im Vormonat und 315 mehr als vor einem Jahr). Besonders hoch ist die Nachfrage in den Branchen sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen, Verarbeitendes Gewerbe, Baugewerbe, Handel Instandhaltung und Reparatur von Kfz, Gesundheits- und Sozialwesen sowie freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen. Aktuell befanden sich damit 5.756 freie Stellen im Bestand der Arbeitsagentur.
Heiße Phase auf dem Arbeitsmarkt
Stefan Trebes, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bamberg-Coburg, ordnet die aktuelle Entwicklung des Arbeitsmarktes wie folgt ein:
„Der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Juli kommt für uns nicht überraschend und ist auf einen saisonalen Effekt zurückzuführen, den wir als Sommerloch bezeichnen. Viele junge Menschen beenden derzeit ihre Schulzeit, Ausbildung oder ihr Studium und melden sich oft arbeitslos, bevor sie eine Lehre bzw. Anschlussbeschäftigung antreten oder auch, um sich neu zu orientieren. Dies spiegelt sich entsprechend in den Zahlen wider.“
In den nächsten Wochen gelte es nun, diese saisonal bedingten Zugänge möglichst zügig wieder abzubauen, betont Trebes und führt fort: „Wir befinden uns momentan in einer wichtigen und entscheidenden Phase – neue Ausbildungen und Umschulungen mit Beginn am 01. September 2026 werden noch immer vereinbart, Absolventen werden integriert und die Planung für 2027 beginnt. Unser Ziel ist es, die Dynamik am Arbeits- und Ausbildungsmarkt zu nutzen, um möglichst vielen Menschen eine passende berufliche Perspektive zu ermöglichen.“
Stellenakquise und Umschulungen im Fokus
Dabei setzt die Agentur für Arbeit auf eine enge Zusammenarbeit mit den Unter-nehmen der Region. „Die Chancen, offene Stellen zu besetzen, sind derzeit deutlich besser als noch vor einigen Jahren. Deshalb empfehlen wir allen Arbeitgebern, ihre Ausbildungs- und Arbeitsstellen bei uns zu melden“, so Trebes. „Je mehr Stellen wir akquirieren und je vollständiger wir den Stellenmarkt abbilden können, desto gezielter können wir wiederum Betriebe bei der Besetzung ihrer Stellen unterstützen und Arbeitssuchende mit den passenden Arbeitgebern zusammenbringen.“
Auch das Potenzial von Umschülerinnen und Umschülern sollte nach Ansicht von Trebes stärker in den Fokus rücken: „Sie bringen häufig bereits Berufs- und Lebenserfahrung sowie eine hohe Motivation mit. Für Unternehmen sind sie daher neben klassischen Auszubildenden eine interessante und wertvolle Möglichkeit zur Fachkräftesicherung.“
Mit Vertrauen und Expertise für die Menschen und Betriebe der Region
„Als Agentur für Arbeit sind wir ein verlässlicher Partner für beide Seiten des Ar-beitsmarktes“, erklärt Trebes. „Wir stoßen sowohl bei Bewerberinnen und Bewerbern als auch bei den Betrieben unserer Region auf großes Vertrauen. Dieses Ver-trauen und unsere Marktkenntnis nutzen wir, um Menschen und Unternehmen passgenau zusammenzubringen – für individuelle Perspektiven und ein nachhaltiges Netzwerk.“
Arbeitsmarktentwicklung in den Regionen unseres Agenturbezirks - Überblick
Stadt Bamberg
Im Stadtgebiet Bamberg ist die Arbeitslosigkeit im Juli 2026 gestiegen. 2.144 Menschen – und damit 33 Personen mehr (+2,0 Prozent) als im Juni, aber 16 Personen weniger (-1,0 Prozent) als vor einem Jahr – waren arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote betrug 4,8 Prozent und lag mit 0,1 Prozentpunkten über dem Vormonatsniveau. Vor einem Jahr war die Quote bei 4,9 Prozent.
Im vergangenen Monat meldeten sich insgesamt 623 Personen arbeitslos. Davon kamen 216 Personen direkt aus Erwerbstätigkeit. Gleichzeitig beendeten 582 Menschen ihre Arbeitslosigkeit, wovon dies wiederum 161 durch die Aufnahme einer neuen Erwerbstätigkeit gelang.
Die Unternehmen vor Ort meldeten im Juli 217 neue Stellenangebote (27 mehr als im Vormonat und 3 weniger als vor einem Jahr) und haben folglich weiterhin Arbeitskräftebedarf. So befanden sich aktuell insgesamt 885 freie Stellen im Bestand der Agentur für Arbeit.
Stadt Coburg
In der kreisfreien Stadt Coburg hat die Arbeitslosigkeit im Juli 2026 leicht gesunken. Hier wurden 1.702 arbeitslos gemeldete Menschen gezählt – 8 Personen weniger
(- 1,0 Prozent) als im Juni, aber 18 Personen mehr (+1,0 Prozent) als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 7,3 Prozent und entspricht dem Vormonatsniveau. Vor einem Jahr lag sie bei 7,2 Prozent.
Im Laufe des zurückliegenden Monats meldeten sich insgesamt 402 Personen arbeitslos, davon 139 direkt aus Erwerbstätigkeit. Demgegenüber konnten 417 Menschen ihre Arbeitslosigkeit beenden – von ihnen wiederum 155 durch die Aufnahme einer neuen Beschäftigung.
Von Seiten der Arbeitgeber wurden der Agentur für Arbeit im Juli 181 Stellen neu gemeldet (15 mehr als im Vormonat und 3 weniger als vor einem Jahr). Insgesamt waren somit 735 offene Stellen im Bestand der Arbeitsagentur.
Landkreis Bamberg
Der Landkreis Bamberg verzeichnete im Berichtsmonat Juli einen Anstieg der Arbeitslosigkeit auf 2.516 Personen. Damit sind der Agentur für Arbeit hier 129 Personen mehr (+5,0 Prozent) als im Juni und 171 Personen mehr (+7,0 Prozent) als vor einem Jahr gemeldet. Die Arbeitslosenquote betrug 2,8 Prozent und lag damit 0,1 Prozentpunkte über dem Juni-Wert sowie 0,2 Prozentpunkte über dem Vorjahres-wert.
Insgesamt meldeten sich im Monat Juli 836 Personen arbeitslos, von denen 306 direkt aus einer vorhergehenden Beschäftigung kamen. Im selben Beobachtungszeitraum beendeten allerdings auch 706 Menschen ihre Arbeitslosigkeit, darunter 215 durch die Aufnahme einer neuen Erwerbstätigkeit.
Die ansässigen Unternehmen suchen weiterhin nach Mitarbeitenden: So wurden im Juli 258 Stellen neu gemeldet (64 mehr als im Vormonat und 75 mehr als vor einem Jahr). Der Gesamtbestand an verfügbaren Stellenangeboten lag damit bei 1.215.
Landkreis Coburg
Im Landkreis Coburg ist die Arbeitslosigkeit im Juli 2026 gestiegen. So waren hier im siebten Monat des Jahres 2.235 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 111 Personen mehr (+5,0 Prozent) als im Juni und 4 Personen mehr (+0,2 Prozent) als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 4,5 Prozent und lag 0,2 Prozentpunkte über dem Vormonatsniveau. Zum Vorjahr ist sie identisch.
Konkret standen im Juli 566 Personen, die sich neu arbeitslos gemeldet haben, ins-gesamt 452 Personen gegenüber, die aus Arbeitslosigkeit abgemeldet werden konnten. Von letzteren konnten 132 ihre Arbeitslosigkeit durch Arbeitsaufnahme beenden.
Mit 202 neu gemeldeten Stellen (81 mehr als im Vormonat und 55 mehr als vor einem Jahr) blieb die Nachfrage nach Arbeitskräften weiterhin auf einem guten Niveau. Insgesamt waren im Juli 873 Stellen vakant und zur Besetzung ausgeschrieben.
Landkreis Forchheim
Die Sommerpause machte sich auch am Forchheimer Arbeitsmarkt bemerkbar: Dort stieg die Zahl der Arbeitslosen im Juli 2026 auf 2.279. Das entspricht 73 Personen mehr (+3,0 Prozent) als im Juni und 44 Personen mehr (+2,0 Prozent) als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 3,3 Prozent und lag mit 0,1 Prozentpunkten über dem Vormonatsniveau. Vor einem Jahr lag sie ebenfalls bei 3,3 Prozent.
617 Personen meldeten sich im vergangenen Monat arbeitslos (davon 262 Personen direkt aus Erwerbstätigkeit), während 547 Menschen ihre Arbeitslosigkeit beendeten. 178 Personen gelang dies durch die Aufnahme einer neuen Beschäftigung.
Die Forchheimer Unternehmen meldeten im Juli 318 neue Stellen (123 mehr als im Vormonat und 163 mehr als vor einem Jahr). Aktuell befanden sich damit 919 freie Stellen im Bestand der Arbeitsagentur.
Landkreis Kronach
Im Landkreis Kronach waren im Juli 2026 insgesamt 1.621 Menschen arbeitslos gemeldet. Das entspricht 8 Personen weniger (-1,0 Prozent) als im Juni, jedoch 75 Personen mehr (+5,0 Prozent) als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 4,4 Prozent und war identisch zum Vormonatsniveau. Vor einem Jahr lag sie bei 4,1 Prozent.
345 Personen meldeten sich im vergangenen Monat arbeitslos. Davon kamen 156 Personen direkt aus einer Erwerbstätigkeit. Demgegenüber konnten allerdings auch 351 Menschen ihre Arbeitslosigkeit beenden. 141 von ihnen ist dies durch erfolgreiche Integration in eine neue Beschäftigung gelungen.
Auch weiterhin suchen die Unternehmen vor Ort nach Mitarbeitenden: 106 Stellen wurden der Agentur für Arbeit im Juli neu gemeldet (29 weniger als im Vormonat, aber 3 mehr als vor einem Jahr). Mit insgesamt 575 freien Angeboten bleibt der Stellenbestand auf einem konstanten Niveau.
Landkreis Lichtenfels
Die Arbeitslosigkeit ist im Landkreis Lichtenfels im Juli 2026 ebenfalls leicht – auf 1.682 Menschen – gestiegen. So nahm die Zahl der arbeitslos gemeldeten Personen im Vergleich zum Vormonat um 11 Personen (+1,0 Prozent) zu. Im Vergleich zu Juli 2025 ist die Arbeitslosigkeit hingegen um 146 Personen bzw. 8,0 Prozent zurückgegangen. Die Arbeitslosenquote betrug 4,4 Prozent und lag mit 0,1 Prozentpunkten über dem Vormonatsniveau. Vor einem Jahr lag sie bei 4,7 Prozent.
Im vergangenen Monat meldeten sich insgesamt 477 Personen arbeitslos, davon 154 direkt aus Erwerbstätigkeit. Gleichzeitig beendeten 470 Menschen ihre Arbeitslosigkeit. 147 davon fanden eine neue Beschäftigung.
Die Nachfrage nach Arbeitskräften bewegt sich mit 139 neu gemeldeten Stellen im Juli (38 mehr als im Vormonat und 25 mehr als vor einem Jahr) und einem Ge-samtbestand von 554 offenen Stellen auf einem soliden Niveau.