Seit Beginn des neuen Berufsberatungsjahres im Oktober 2025 haben sich in den Landkreisen Bautzen und Görlitz insgesamt 2.176 Mädchen und Jungen bei der Berufsberatung der Arbeitsagentur oder den Jobcentern gemeldet und sich bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz beraten lassen. Das sind 108 (-4,7 Prozent) weniger als im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig wurden der Arbeitsagentur Bautzen 2.116 betriebliche Ausbildungsstellen gemeldet. Das sind 4 (+0,2 Prozent) mehr als im Vorjahreszeitraum. Aktuell sind noch 1.506 Jugendliche in der Oberlausitz auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Dem gegenüber stehen 1.297 freie Ausbildungsstellen.
„Niemand darf nach der Schule ohne Perspektive bleiben. Wer noch keine Ausbildung gefunden hat, sollte jetzt die Angebote der Berufsberatung nutzen. Wenn es im Wunschberuf bisher nicht geklappt hat, gilt es, die Gründe zu klären und einen guten Plan B zu entwickeln. Die Berufsberatung unterstützt dabei, passende Alternativen zu finden. Wichtig ist, offen zu sein und die eigenen Stärken und Fähigkeiten einzubeziehen – denn auch abseits des Traumberufs gibt es regional Chancen, die es zu entdecken gilt“, so Anja Schilling, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bautzen.
Für Unentschlossene empfiehlt es sich, die Zeit zwischen Schulabschluss und Beginn des neuen Ausbildungsjahres noch intensiv zu nutzen. In einem ein- bis sechswöchigen Berufsorientierungspraktikum kann man sich ausprobieren und herausfinden, ob der Wunschberuf tatsächlich passt. Auf Antrag kann die Arbeitsagentur beispielsweise die Fahrkosten dafür übernehmen.
An der Spitze der TOP 10 der beliebtesten Wunschberufe der gemeldeten Bewerberinnen und Bewerber in den Landkreisen Bautzen und Görlitz stehen Verkäufer/in, Kraftfahrzeugmechatroniker – PKW-Technik und Kaufmann/-frau – Büromanagement. Jeder dritte Jugendliche möchte einen der zehn beliebtesten Berufe erlernen.
Offene Ausbildungsstellen gibt es noch in allen Branchen. Die meisten unbesetzten Ausbildungsstellen gibt es in den Berufen Kaufmann/-frau im Einzelhandel, Verkäufer/in, Mechatroniker/in, Zerspanungsmechaniker/in, Elektroniker/in – Energie-/Gebäudetechnik, Fachkraft – Lagerlogistik, Konstruktionsmechaniker/in, Koch/Köchin, Milchtechnologe/-technologin und Fachverkäufer/in Lebensmittelhandwerk in der Fachrichtung Fleischerei.
Gleichzeitig gibt es abseits der TOP 10-Stellenliste Berufe, in denen deutlich mehr Ausbildungsstellen gemeldet sind als an diesen Berufen interessierte Jugendliche. Dort stehen die Chancen auf eine Ausbildung regional ebenfalls recht gut. Dazu gehören unter anderem Werkzeugmechaniker/in, Baugeräteführer/in, Straßenbauer/in, Maschinen- und Anlagenführer/in sowie Anlagenmechaniker/in - Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. Darüber hinaus gibt es viele weitere Ausbildungsberufe, in denen es an Bewerbern fehlt. Es lohnt sich für Ausbildungsinteressierte auf jeden Fall, die Alternativen zu checken. Das neue Onlineportal mein-beruf.de der Bundesagentur für Arbeit begleitet Jugendliche auf ihrem Weg ins Berufsleben. Es bietet Infos und Angebote rund um Ausbildung, Studium sowie Bewerbung. Auch Onlinetests, wie das Erkundungstool „CheckU“, stehen bereit.
Jugendliche, die noch nicht alle Voraussetzungen für den direkten Einstieg in eine Ausbildung erfüllen – etwa aufgrund unzureichender schulischer Kenntnisse oder gesundheitlicher Einschränkungen – können sich bei der Berufsberatung über geeignete Angebote zur Berufsvorbereitung informieren. Diese Maßnahmen helfen dabei, sich gezielt auf eine Ausbildung vorzubereiten und anschließend in diese zu starten. Dazu gibt es beispielsweise die Einstiegsqualifizierung (EQ). Während dieses betrieblichen Langzeitpraktikums von vier bis maximal zwölf Monaten kann der Jugendliche seinen Wunschberuf sowie den potenziellen Ausbildungsbetrieb kennenlernen und an seinen Aufgaben wachsen. Unter Umständen kann diese Zeit bei Übernahme in die Ausbildung auf die Ausbildungsdauer angerechnet werden. Wer die Förderschule besucht oder die Oberschule ohne Hauptschulabschluss verlassen hat, kann in Programmen, wie dem Berufsvorbereitenden Jahr (BVJ), den Hauptschulabschluss erwerben. Wie wichtig persönliche Beratung und praktische Einblicke in die Berufswelt sind, zeigt auch die rege Nutzung regionaler Ausbildungs- und Informationsveranstaltungen.
„Viele Jugendliche haben sich für ihre berufliche Ausbildung oder für die berufliche Übergangsausbildung gezielt beraten lassen. Sie nutzten hierfür den „Berufemarkt“, den „Mit-Mach-Tag“, das „Zukunftsnavi“ oder andere Formate der Ausbildungsbewerbungsinitiativen“, so Uwe Richter, Schulleiter des Beruflichen Schulzentrums Bautzen.
Hintergrundinformationen:
TOP 10 der Wunschberufe der gemeldeten Bewerberinnen und Bewerber:
- Verkäufer/in
- Kraftfahrzeugmechatroniker – PKW-Technik
- Kaufmann/-frau – Büromanagement
- Kaufmann/-frau im Einzelhandel
- Tischler/in
- Mechatroniker/in
- Fachlagerist/in
- Koch/Köchin
- Immobilienkaufmann/-frau
- Medizinische/r Fachangestellte/r
Infos über das BSZ Bautzen im Internet: www.bszbautzen.de
