Zitat:„Die Arbeitslosigkeit in den Landkreisen Bautzen und Görlitz ist im Juni leicht zurückgegangen, jedoch fehlt dem Arbeitsmarkt nach wie vor die notwendige Dynamik. Eine der Herausforderungen, die ich sehe, ist insbesondere der Abbau der Jugendarbeitslosigkeit. Eine dauerhafte Lösung kann hier nur erreicht werden, wenn die Unternehmen wieder mehr Arbeitsplätze schaffen, was wiederum von der wirtschaftlichen Entwicklung in den konjunkturnahen Branchen abhängt“, erklärt Anja Schilling, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bautzen.
Arbeitslosigkeit:
Im Bezirk der Agentur für Arbeit Bautzen (Landkreise Bautzen und Görlitz) waren im Juni 2026 19.626 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 242 Personen (-1,2 Prozent) weniger als im Vormonat und 617 Personen (-3,0 Prozent) weniger als im Juni 2025. Die Arbeitslosenquote sank im Vergleich zum Vormonat leicht um 0,1 Prozentpunkte auf 7,2 Prozent. Im Juni 2025 betrug sie 7,4 Prozent.
Im Juni 2026 waren 1.942 Jugendliche unter 25 Jahren arbeitslos, 62 Personen (-3,1 Prozent) weniger als im Vormonat. Dennoch liegt die Jugendarbeitslosigkeit mit einem Plus von 191 Personen (+10,9 Prozent) weiterhin deutlich über dem Niveau des Vorjahres. Auch die Zahl der arbeitslosen Ausländerinnen und Ausländer liegt über dem Stand des Vorjahres, so waren im Juni 2026 4.105 Personen ohne Arbeit. Das sind zwar 110 ausländische Menschen (-2,6 Prozent) weniger als im Vormonat, aber 114 Personen (+2,9 Prozent) mehr als im Vorjahr. Grund dafür ist vor allem ein Zuwachs von Jüngeren unter 25 Jahren, insbesondere aus der Ukraine.
Arbeitslosigkeit nach Aufgabenbereichen:
Bei der Agentur für Arbeit Bautzen, welche unter anderem für die Auszahlung von Arbeitslosengeld zuständig ist, waren im Juni 2026 7.133 Personen arbeitslos gemeldet. Das sind 114 Personen weniger als im Vormonat, aber 258 Personen mehr als vor einem Jahr. Bei den beiden Jobcentern der Landkreise Bautzen und Görlitz waren 12.493 Arbeitslose registriert, welche Bürgergeld empfingen. Das sind 128 Personen weniger als im Vormonat und 875 Personen weniger als im Vorjahr.
Unterbeschäftigung:
Die Unterbeschäftigung umfasst neben der Arbeitslosigkeit auch die Arbeitsmarktpolitik und kurzfristige Arbeitsunfähigkeit und zeichnet daher ein umfassenderes Bild. Die Zahl der Menschen in Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit) lag im Juni 2026 bei 22.801. Das waren 162 Personen weniger (-0,7 Prozent) als im Vormonat und 154 Personen weniger (-0,7 Prozent) als im Vorjahresmonat. Die Unterbeschäftigungsquote sank gegenüber dem Vormonat um 0,1 Prozentpunkte auf 8,3 Prozent. Vor einem Jahr lag die Unterbeschäftigungsquote ebenfalls bei 8,3 Prozent.
Arbeitskräftenachfrage:
Die Unternehmen meldeten der Arbeitsagentur Bautzen im Juni 2026 711 freie sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen. Das sind 48 Stellen (-6,3 Prozent) weniger als im Vormonat und 145 Stellen (-16,9 Prozent) weniger als im Vorjahr.
Insgesamt hat die Arbeitsagentur Bautzen 4.291 sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen im Bestand, 1.071 Stellen (+33,3 Prozent) mehr als im Vorjahr.
Aktuell sind die meisten Arbeitsstellen in der Zeitarbeit gemeldet (1.158), gefolgt vom verarbeitenden Gewerbe (736), dem Handel (451), dem Gesundheits- und Sozialwesen (353) sowie freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (307). Für Hilfskräfte sind derzeit 655 Arbeitsstellen im Bestand, für Fachkräfte, Spezialisten und Experten insgesamt 3.636 Arbeitsstellen.
Konjunkturelles Kurzarbeitergeld:
Nach vorläufigen Hochrechnungen haben im Juni 2026 3 Unternehmen für 15 Beschäftigte Kurzarbeit angezeigt. Das waren sechs Betriebe und 391 Beschäftigte weniger als im Vormonat. Im Mai 2026 kamen die meisten Betriebe, welche Kurzarbeit neu anzeigen mussten, aus dem verarbeitenden Gewerbe. Für Juni 2026 liegen hierzu noch keine statistischen Daten vor.
Nach aktuellen Hochrechnungen haben bislang im Februar 2026 69 Betriebe konjunkturelles Kurzarbeitergeld für insgesamt 1.087 Beschäftigte beantragt. Das sind sechs Betriebe mehr, aber 801 Beschäftigte weniger als im Vorjahresmonat. Rechnerisch waren im Februar 2026 0,6 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit Arbeitsort im Arbeitsagenturbezirk Bautzen von Kurzarbeit betroffen, im Februar 2025 waren es 1,0 Prozent.
