Zitat:„Im September ging die Arbeitslosigkeit in den Landkreisen Bautzen und Görlitz zurück. Nach Ende der Urlaubs- und Ferienzeit ist das eine für diese Jahreszeit typische Entwicklung. So starteten vor allem viele Jugendliche in ihre Ausbildung und über 1.100 Frauen und Männer nahmen eine neue Arbeit auf. Zudem konnten wieder mehr Menschen eine Fördermaßnahme, beispielsweise Umschulungen und Qualifizierungen, beginnen. Eine Herbstbelebung, wie sie früher üblich war, zeichnet sich jedoch nicht ab. Bei Neueinstellungen bleiben die Betriebe weiter zurückhaltend“, erklärt Anja Schilling, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bautzen.
Arbeitslosigkeit:
Im Bezirk der Agentur für Arbeit Bautzen (Landkreise Bautzen und Görlitz) waren im September 2026 19.498 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 562 Personen (- 2,8 Prozent) weniger als im Vormonat. Bei Betrachtung der einzelnen Personen- und Altersgruppen ging im Vergleich zum August 2026 die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen unter 20 Jahren prozentual am stärksten zurück (-18,7 Prozent / -113 Personen).
Gegenüber September 2025 sank die Zahl der Arbeitslosen insgesamt um 217 Personen (- 1,1 Prozent). Im Vorjahresvergleich verringerte sich die Arbeitslosenzahl in fast allen Alters- und Personengruppen mit Ausnahme der Jugendlichen, ihre Zahl erhöhte sich leicht um 48 Personen (+2,5 Prozent).
Insgesamt sank die Arbeitslosenquote im Vergleich zum Vormonat um 0,2 Prozentpunkte auf 7,2 Prozent. Damit befindet sie sich auf dem gleichen Niveau wie im September 2025.
Arbeitslosigkeit nach Aufgabenbereichen:
Bei der Agentur für Arbeit Bautzen, welche unter anderem für die Auszahlung von Arbeitslosengeld zuständig ist, waren im September 2026 7.253 Personen arbeitslos gemeldet. Das sind 200 Personen weniger als im Vormonat, aber 379 Personen mehr als im September 2025. Bei den beiden Jobcentern der Landkreise Bautzen und Görlitz waren 12.245 Arbeitslose registriert, welche Geld nach der neuen Grundsicherung empfingen. Das sind 362 Personen weniger als im Vormonat und 596 Personen weniger als im Vorjahr.
Unterbeschäftigung:
Die Unterbeschäftigung umfasst neben der Arbeitslosigkeit auch die Arbeitsmarktpolitik und kurzfristige Arbeitsunfähigkeit und zeichnet daher ein umfassenderes Bild. Die Zahl der Menschen in Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit) lag im September 2026 bei 22.675. Das waren 443 Personen weniger (- 1,9 Prozent) als im Vormonat, aber 183 Personen mehr (+ 0,8 Prozent) als im Vorjahresmonat. Die Unterbeschäftigungsquote sank im Vergleich zum Vormonat um 0,2 Prozentpunkte auf 8,3 Prozent. Vor einem Jahr lag die Unterbeschäftigungsquote bei 8,1 Prozent.
Arbeitskräftenachfrage:
Die Unternehmen meldeten der Arbeitsagentur Bautzen im September 2026 759 freie sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen. Das sind 36 Stellen mehr (+ 5,0 Prozent) als im Vormonat, aber 108 Stellen weniger (- 12,5 Prozent) als im Vorjahr. Dennoch gibt es für Menschen, die eine neue Beschäftigung suchen, nach wie vor zahlreiche Möglichkeiten. Insgesamt hat die Arbeitsagentur Bautzen 4.150 sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen im Bestand, 162 Stellen (+ 4,1 Prozent) mehr als im Vorjahr.
Aktuell sind die meisten Arbeitsstellen in der Zeitarbeit gemeldet (1.097), gefolgt vom verarbeitenden Gewerbe (810), dem Handel (449), freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (319) sowie dem Gesundheits- und Sozialwesen (318). Für Hilfskräfte sind derzeit 677 Arbeitsstellen im Bestand, für Fachkräfte, Spezialisten und Experten insgesamt 3.473 Arbeitsstellen.
Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung:
Ende März 2026, dem aktuellsten Stichtag der Beschäftigungsstatistik, belief sich die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Bezirk der Agentur für Arbeit Bautzen auf 194.776. Das ist ein Rückgang um 1.774 Personen (- 0,9 Prozent) gegenüber dem Vorjahr. Das stärkste Minus war im verarbeitenden Gewerbe (- 1.544 Beschäftigte), im Handel sowie in der Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen (- 453 Beschäftigte) zu verzeichnen. Das stärkste Plus gab es in Heimen und im Sozialwesen (+416 Beschäftigte) sowie im Gesundheitswesen (+ 227 Beschäftigte).
Konjunkturelles Kurzarbeitergeld:
Im August 2026 haben sechs Unternehmen für 44 Beschäftigte Kurzarbeit angezeigt. Das waren neun Betriebe und 133 Beschäftigte weniger als im August letzten Jahres. Im September 2026 haben nach vorläufigen Hochrechnungen 14 Betriebe mit 228 betroffenen Personen neu angezeigt. Die meisten Betriebe, welche Kurzarbeit neu anzeigen mussten, kamen aus dem verarbeitenden Gewerbe.
Nach aktuellen Hochrechnungen haben bislang im Mai 2026 37 Betriebe konjunkturelles Kurzarbeitergeld für insgesamt 679 Beschäftigte beantragt. Das sind 14 Betriebe und 146 Kurzarbeitende weniger als im Vormonat sowie 25 Betriebe und 837 Kurzarbeitende weniger Mai 2025. Rechnerisch waren im Mai 2026 0,3 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit Arbeitsort im Arbeitsagenturbezirk Bautzen von Kurzarbeit betroffen, im Mai 2025 waren es 0,8 Prozent.