Aktuell leben rund 151.200 Frauen im erwerbsfähigen Alter in den Landkreisen Bautzen und Görlitz. Rund 98.400 von ihnen arbeiten sozialversicherungspflichtig in Voll- oder Teilzeit. Die Beschäftigungsquote der Frauen lag im vergangenen Jahr bei 65,1 Prozent.
„Die Erwerbsneigung von Frauen in der Oberlausitz ist seit Jahren hoch. Dennoch bleibt die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für viele ein Balanceakt. Flexible Arbeitszeitmodelle sowie eine gleichberechtigte Aufteilung von Care-Arbeit und Beruf sind entscheidend, damit Frauen ihre Berufstätigkeit ausbauen können. Angesichts der demografischen Entwicklung wird es immer wichtiger, dass Frauen ihre Potenziale am Arbeitsmarkt voll einbringen können. Eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen am Erwerbsleben ist daher nicht nur eine Frage der Chancengleichheit, sondern auch ein entscheidender Faktor für die Fachkräftesicherung in unserer Region“, betont die Vorsitzende der Agentur für Arbeit Bautzen, Anja Schilling.
Zahlen – Daten – Fakten im Überblick
Beschäftigungssituation der Frauen in der Oberlausitz
Im Juni 2025 (aktuellster Wert) gingen 98.361 Frauen mit Wohnort in den Landkreisen Bautzen und Görlitz einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nach. Das entspricht einem Anteil von 48 Prozent an allen sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten (204.446).
Die Beschäftigungsquote der Frauen lag im Jahr 2025 mit 65,1 Prozent in der Oberlausitz deutlich über der bundesweiten Quote (60,0 Prozent) und der sachsenweiten Quote (64,8 Prozent). Dennoch ist die Erwerbsbeteiligung der Männer mit einer Beschäftigungsquote von 65,9 Prozent in der Oberlausitz höher.
Hohes Qualifikationsniveau der weiblichen Beschäftigten
Über 90 Prozent (90.700) der Arbeitnehmerinnen mit Wohnort in den Landkreisen Bautzen oder Görlitz verfügen über einen anerkannten beruflichen oder akademischen Abschluss. 54 Prozent (56.773) der Frauen arbeiten als Fachkraft, 20 Prozent (21.293) auf Experten- oder Spezialistenniveau und 16 Prozent als Helferinnen (16.686).
Jede zweite Frau arbeitet in Teilzeit
Im letzten Jahr arbeiteten 38.826 Frauen in Vollzeit und 56.563 übten ihre Beschäftigung in Teilzeit aus. Damit liegt der Teilzeitanteil bei 54 Prozent. Der Anteil der in Teilzeit arbeitenden Männer liegt bei 15 Prozent. Der Begriff „Teilzeit“ ist allerdings breit definiert: Allein die Verringerung der Arbeitszeit um eine Stunde zur betrieblichen Wochenarbeitszeit bewirkt die statistische Erfassung in Teilzeit.
Arbeitslosenquote der Frauen
Die Arbeitslosenquote im Februar 2026 ist für Frauen mit 6,8 Prozent geringer als die Quote der Männer mit 8,2 Prozent. Der Anteil der Frauen an allen Arbeitslosen betrug im vergangenen Monat 42 Prozent und der Anteil arbeitsloser Männer 58 Prozent.
Frauen im MINT-Bereich – frühe Förderung ist entscheidend
MINT-Berufe - das bedeutet Tätigkeiten in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik - prägen unsere Zukunft maßgeblich. Dennoch sind Frauen in diesen Bereichen nach wie vor unterrepräsentiert. Es ist wichtig, junge Mädchen für MINT-Berufe, zu begeistern. Das bedeutet daher nicht nur die Chancengleichheit zu fördern - es ist eine Investition in die Zukunft.
Gleiche Chancen für Frauen und Männer am Arbeitsmarkt
Bei Fragen rund um die Gleichstellung von Frauen und Männern ist in der Agentur für Arbeit Bautzen die Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt (BCA), Petra Prager, die richtige Ansprechpartnerin. Sie berät und unterstützt sowohl Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer als auch Unternehmen bei den Themen Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf.
Kontakt:
Agentur für Arbeit Bautzen
Petra Prager, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt (BCA)
Telefon: 03591 66 2317
