„Im Mai sind alle Arbeitsmarktkennzahlen im Vergleich zum Vormonat in Bielefeld rückläufig. Damit schlägt sich die jährliche Frühjahrsbelebung dieses Jahr zeitverzögert nieder“, sagt Wolfgang Draeger, Leiter der Agentur für Arbeit Bielefeld. Gleichzeitig gibt es gegenüber dem Vorjahr bei fast allen Arbeitsmarktkennzahlen – die Ausnahme sind hier die Bürgergeldempfänger – einen zum Teil deutlichen Anstieg. „Insgesamt zeigt sich dabei erneut, wie komplex der Bielefelder Arbeitsmarkt ist, da er sowohl positive als auch negative Tendenzen aufweist. Hier Prognosen zu machen, ist weiterhin kaum möglich“, so der Arbeitsmarktexperte.
Arbeitslosigkeit
Die Zahl der Arbeitslosen in Bielefeld sinkt im Mai 2026. Insgesamt sind 17.368 Personen arbeitslos. Dies sind zum Vormonat 185 Personen weniger (-1,1 Prozent). Im Vergleich zum selben Monat des Vorjahres steigt die Zahl der Arbeitslosen um 500 Personen (+3,0 Prozent). Die Arbeitslosenquote beträgt im Mai 9,2 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich auf 8,9 Prozent (+0,3 Prozentpunkte).
Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung (SGB III)
In der Arbeitslosenversicherung sind in diesem Monat 5.605 Personen gemeldet. Dies sind 44 Personen weniger als vor einem Monat (-0,8 Prozent). Zum selben Monat des Vorjahres steigt die Zahl um 529 Personen (+10,4 Prozent).
Entwicklung im Bürgergeld (SGB II)
Bürgergeld erhalten 141 Arbeitslose weniger als im Vormonat (-1,2 Prozent) und 29 weniger als im Vorjahr (-0,2 Prozent). Insgesamt zählen 11.763 Personen und damit 67,7 Prozent aller Arbeitslosen zum Bürgergeld gemäß SGB II.
Jugendarbeitslosigkeit
1.568 Arbeitslose sind im Mai 2026 in Bielefeld unter 25 Jahre alt. Dies sind 32 Personen weniger als im Vormonat (-2,0 Prozent). Zum selben Monat des Vorjahres sind 162 junge Menschen mehr arbeitslos (+11,5 Prozent).
Arbeitslose ab 50 Jahre
Die Anzahl arbeitsloser Menschen ab 50 Jahren sinkt zum Vormonat um 44 Personen (-0,7 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr sind es 186 Arbeitslose mehr (+3,3 Prozent). Insgesamt sind 5.842 Menschen ab 50 Jahren in der Stadt Bielefeld arbeitslos.
Langzeitarbeitslose
Die Zahl der Langzeitarbeitslosen in Bielefeld sinkt um 155 Personen (-2,0 Prozent). 7.715 Personen sind länger als ein Jahr nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt, darunter zählen 92,2 Prozent (7.110 Personen) zum Bürgergeld. Im Vergleich zum Vorjahr steigt die Zahl dieser Arbeitslosen um 160 Personen (+2,1 Prozent).
Unterbeschäftigung
Die Unterbeschäftigung in Bielefeld sinkt im Mai 2026. Insgesamt sind 21.078 Personen ohne Beschäftigung. Dies sind zum Vormonat 187 Personen weniger (-0,9 Prozent). Im Vergleich zum selben Monat des Vorjahres steigt die Unterbeschäftigung um 366 Personen (+1,8 Prozent). Die Unterbeschäftigung setzt sich zusammen aus der Anzahl der Menschen, die arbeitslos gemeldet sind, und denjenigen, die Arbeitslosengeld oder Bürgergeld erhalten, dem Arbeitsmarkt jedoch aktuell nicht zur Verfügung stehen und daher rechtlich nicht als arbeitslos gelten – wenn man zum Beispiel an einer Fördermaßnahme teilnimmt oder in Mutterschutz ist.
Stellenangebote
Die Arbeitgeber aus Bielefeld haben in diesem Monat 572 Stellen gemeldet und damit 64 mehr als im Vormonat (+12,6 Prozent). Im Vergleich zum selben Monat des Vorjahres steigt die Anzahl der neuen Stellenmeldungen um 123 Stellen (+27,4 Prozent). Im Bestand befinden sich insgesamt 2.180 offene Stellen, 236 weniger als vor einem Monat (-9,8 Prozent) und 1.093 weniger als vor einem Jahr (-33,4 Prozent).
Ausbildungsmarkt
Seit Oktober 2025 haben sich in Bielefeld 1.914 Jugendliche und junge Erwachsene auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle bei der Berufsberatung der Arbeitsagentur gemeldet. Das sind 91 junge Menschen weniger als im Vorjahreszeitraum (minus 4,5 Prozent). Von den 1.914 Jugendlichen und jungen Erwachsenen sind momentan 894 Ausbildungsinteressierte für das aktuelle Jahr noch unversorgt.
Seit Oktober 2025 meldeten Unternehmen und Verwaltungen aus Bielefeld der Arbeitsagentur zudem insgesamt 1.379 Ausbildungsstellen. Von den gemeldeten Ausbildungsplätzen sind 557 derzeit noch unbesetzt.
Hinweis: Die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen ist aktuell unterzeichnet, es werden auf Bundesebene schätzungsweise rund sechs Prozent Ausbildungsstellen zu wenig ausgewiesen. Hintergrund sind veränderte Prozesse in Fachverfahren der BA. Diese müssen noch in die statistische Erhebung integriert werden. Die BA überprüft und vereinfacht derzeit Prozesse, um Angebote für Arbeitgebende und Unternehmen zu verbessern und bürokratischen Aufwand zu reduzieren. Diese Verfahrensänderung muss noch in die statistische Erhebung integriert werden, das wird im Sommer abgeschlossen.