➢ Unsicherheit der Unternehmerschaft bleibt aber bestehen
➢ Ausbildungsvermittlung läuft auf Hochtouren
Bochum. Die Agentur für Arbeit verzeichnet im Juni einen leichten Rückgang der Arbeitslosigkeit. Und dass, obwohl ein saisonaler Anstieg in diesem Monat nicht ungewöhnlich wäre. Denn erstes Halbjahr und zweites Quartal enden und es laufen viele befristete Arbeitsverträge aus. Umso erfreulicher ist daher der aktuelle Rückgang.
Die Agentur weist mit dem aktuellen Ergebnis den niedrigsten Stand der Arbeitslosigkeit in diesem Jahr aus. Auffällig ist der starke Rückgang an Langzeitarbeitslosen. Offensichtlich werden Aus- und Weiterbildungsmaßnamen stärker in Anspruch genommen. Weiter im Fokus bleibt der Ausbildungsstart im August.
Der Arbeitsmarkt festigt sich etwas. Der Frühindikator des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) legt im Vergleich zum Vormonat um 0,2 Punkte zu und liegt damit im Juni bei 99,1 Punkten. Trotz der leichten Entspannung hat er sich aber noch nicht wirklich erholt. Gravierende Abgänge in Erwerbstätigkeit fehlen bislang. In dieser Situation bleibt die Vermittlungsarbeit weiter eine große Herausforderung. Die Fragen „Wer passt zu wem und welche Qualifizierung ist dafür nötig?“, leiten die Gespräche in der Agentur. Christopher Meier, Vorsitzender Geschäftsführer der Agentur für Arbeit, betont, wie wichtig es ist, sich auch in angespannten Zeiten mit dem Fachkräftebedarf auseinander zu setzen. Eine bedeutende Quelle der Personalrekrutierung und -bildung bleibt die duale Ausbildung. „In wenigen Wochen beginnt für viele junge Menschen ein neuer Lebensabschnitt. Der Ausbildungsmarkt läuft auf Hochtouren. Viele Jugendliche sind noch ohne einen Ausbildungsplatz und viele Unternehmen haben noch freie Ausbildungsstellen. Das passende Personal zu finden, ist und bleibt die größte Herausforderung für jeden Unternehmer und jede Unternehmerin. Viele Jugendliche können viel mehr, als wir ihnen manchmal vielleicht zutrauen. Wir dürfen nicht vergessen, dass wir uns auf eine neue Generation einstellen müssen. Sie ist in einer digitalen, sehr dynamischen Welt groß geworden. Da gibt es viele Durchstarter und Multitalente. Es gibt aber auch junge Menschen, die leistungsschwächer sind. Nicht zuletzt mit Blick auf den zunehmenden Fachkräftebedarf werden alle benötigt. Häufig entwickeln junge Menschen erst in der Praxis ihre Talente. Wichtig ist, dass man ihnen eine Chance gibt und sich kümmert. Dann sind sie auf dem zweiten Blick die erste Wahl.
Wer jetzt die Möglichkeit zur Ausbildung nicht nutzt, verpasst eine wichtige Eintrittskarte ins Berufsleben – und Unternehmen riskieren, den Anschluss zu verlieren!“
Arbeitslosigkeit insgesamt
Im Juni 2025 sind mit insgesamt 17.838 gemeldeten Arbeitslosen in Bochum 245 Personen oder 1,4 Prozent weniger arbeitslos als im Vormonat. Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Arbeitslosigkeit damit um 171 Personen oder 1,0 Prozent erhöht. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen beträgt im Juni 8,9 Prozent. Vor einem Jahr war sie genauso hoch.
Langzeitarbeitslosigkeit
Insgesamt 7.218 Personen (SGB III und SGB II) sind länger als ein Jahr nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt und damit derzeit in Bochum langzeitarbeitslos gemeldet. Gegenüber dem Vormonat sind dies 153 Langzeitarbeitslose weniger. Im Vergleich zum Vorjahr um diese Zeit steigt die Zahl um 55 Personen. 92,2 Prozent (6.658 Personen) aller Langzeitarbeitslosen sind in der Grundsicherung gemeldet.
Jugendarbeitslosigkeit
1.335 Jugendliche sind aktuell in Bochum arbeitslos gemeldet. Zu den Jugendlichen zählen in der Arbeitsmarktstatistik alle Personen unter 25 Jahren. Verglichen mit dem Vormonat sind dies 14 Arbeitslose (1,1 Prozent) mehr. Im Vergleich zum Vorjahr sind es 20 arbeitslose junge Menschen oder 1,5 Prozent weniger.
Arbeitslosigkeit der Älteren
Aktuell sind 6.415 ältere Personen in Bochum arbeitslos gemeldet. Zu den älteren Personen zählen in der Arbeitslosenstatistik alle, die das 50. Lebensjahr überschritten haben. Das sind im Vergleich zum Vormonat 115 Personen oder 1,8 Prozent weniger. Verglichen mit dem Vorjahr um diese Zeit sind es 192 Arbeitslose mehr (3,1 Prozent).
Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung – SGB III
Im Bereich der Arbeitslosenversicherung (SGB III - Sozialgesetzbuch III) sind derzeit in Bochum 4.899 Personen arbeitslos gemeldet. Gegenüber dem Vormonat sind das 23 Personen oder 0,5 Prozent mehr. Im Vorjahresvergleich zeigt sich hier eine Erhöhung um 399 Personen oder 8,9 Prozent.
Entwicklung in der Grundsicherung – SGB II
Die Grundsicherung (SGB II - Sozialgesetzbuch II) zählt im Juni 2025 insgesamt 12.939 Arbeitslose. Das sind 268 Arbeitslose weniger (2,0 Prozent) als im Vormonat und verglichen mit dem Vorjahresmonat 228 Arbeitslose oder 1,7 Prozent weniger. Von allen Arbeitslosen sind damit rund 72,5 Prozent in der Grundsicherung gemeldet.
Stellenangebote
516 neue Stellenangebote wurden dem Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit im Juni 2025 gemeldet. Gegenüber dem Vormonat sind das 32 Stellenmeldungen weniger. Im Vergleich zum Vorjahr um diese Jahreszeit 59 Stellen weniger . Im Bestand befinden sich in diesem Monat insgesamt 3.224 offene Stellen. Das sind 8 weniger als im Vormonat und 119 weniger als im Vorjahresmonat.
Unterbeschäftigung
In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen abgebildet, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik sind oder sich in einem arbeitsmarktbedingten Sonderstatus befinden. Diese Personen werden zur Unterbeschäftigung gerechnet, weil sie für Menschen steht, denen ein reguläres Beschäftigungsverhältnis fehlt.
Insgesamt waren in diesem Monat 22.225 Personen in der Unterbeschäftigung registriert. Verglichen mit dem Vormonat sind das 204 Personen weniger. Ein Blick auf das Vorjahr zeigt einen Rückgang um 283 Personen.
Entwicklung zum Ausbildungsmarkt in den letzten 3 Jahren
Seit Beginn des Berufsberatungsjahres im Oktober 2024 meldeten sich 1.959 Bewerberinnen und Bewerber für Berufsausbildungsstellen. Das sind 95 weniger als im Vorjahreszeitraum oder minus 5 Prozent. Zugleich gab es 1.961 Meldungen für Berufsausbildungsstellen. Das entspricht einem Minus von 32 oder 2 Prozent.
Ende Juni waren 824 Bewerber noch unversorgt und 987 Ausbildungsstellen noch unbesetzt. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 20 mehr unversorgte Bewerber (2 Prozent). Auch die Zahl der unbesetzten Ausbildungsstellen war mit 6 Stellen (1 Prozent) ebenfalls leicht größer als im Vorjahr.
Wichtige Telefonnummern und eServicevarianten:
• 0234 305 5555: Regionale Hotline der Agentur für Arbeit Bochum
• 0800 4 5555 00: Kostenfreie Servicenummer für Arbeitnehmer
• 0800 4 5555 20: Kostenfreie Servicenummer für Arbeitgeber
• Bochum.Berufsberatung@arbeitsagentur.de für Jugendliche
• www.arbeitsagentur.de/eServices
• www.arbeitsagentur.de/kurzarbeit
Mit der App „BA-Mobil“ schneller rund um die Uhr Kontakt. Die App kann im Apple App Store und im Google Play Store heruntergeladen werden. Mehr Datenmaterial und Erläuterung zur Entwicklung auf dem Bochumer Arbeitsmarkt finden Sie anliegend oder unter: Agentur für Arbeit Bochum>Statistik