Sommerflaute auf dem Arbeitsmarkt, aber starker Endspurt auf dem Ausbildungsmarkt

Der Bochumer Arbeitsmarkt im Juli:
 

31.07.2025 | Presseinfo Nr. 67

Bochum. Die zweite Jahreshälfte startet mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit. Sowohl das Ausbildungsende als auch nicht verlängerte Verträge nach dem ersten Halbjahr lassen die Arbeitslosenzahlen im Juli steigen. Der Anstieg ist für diese Jahreszeit nicht ungewöhnlich, er wiederholt sich jährlich. Auch wenn derzeit mehr Personal freigestellt als eingestellt wird, gibt es weiter einen Bedarf. Dieses Personal muss jedoch häufig sehr spezialisiert und gut ausgebildet sein. Die Nachfrage im Helferbedarf hingegen entwickelt sich rückläufig.


Trotz Sommerflaute entwickelt sich der Ausbildungsmarkt positiv. Die Suche nach Nachwuchskräften geht weiter, die Unternehmen haben ihren Bedarf noch nicht gedeckt. Die Chancen, kurzfristig noch eine Ausbildungsstelle zu finden, sind gut. Auch nach dem Ausbildungsstart am 1. August oder 1. September wird weitervermittelt. Jugendliche, die noch keinen Ausbildungsvertrag in der Tasche haben, sollten sich daher umgehend bei der Berufsberatung der Agentur für Arbeit melden.


Insgesamt verläuft die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt saisonal. Im Sommer steigt die Arbeitslosigkeit in aller Regel. Der diesjährige Anstieg von Juni auf Juli ist daher nicht untypisch und auch nicht auffallend hoch. Dennoch bleibt die Arbeitslosigkeit verglichen mit den Vorjahren höher. Die angespannte wirtschaftliche Situation der letzten Jahre ist deutlich spürbar. Umso erfreulicher verläuft die gute Vermittlung auf dem Ausbildungsmarkt. Der Markt bleibt aufnahmefähig und die Chancen, noch in diesem Jahr einen Ausbildungsplatz zu ergattern, sind anhaltend gut. Denn es gibt noch immer freie Ausbildungsplätze und Unternehmen, die suchen.
Christopher Meier, Vorsitzender Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Bochum, betont, dass noch vieles möglich ist: „Keiner sollte schon jetzt die Flinte ins Korn werfen. Wir haben noch viele freie Ausbildungsplätze in allen Bereichen. Insbesondere in den sozialen Berufen ist der Ruf nach Nachwuchskräften hoch. Aber auch in allen anderen Branchen gibt es noch Möglichkeiten. Uns freut besonders das Umdenken in den Betrieben. Es muss nicht immer der Klassenbeste sein, der das Rennen um einen Ausbildungsplatz macht. Unsere Hilfe endet nicht nach der Vermittlung. Wer weiterhin Unterstützungsbedarf hat oder zum Beispiel Nachhilfe in der Ausbildung benötigt, kann auf uns zählen.“

Arbeitslosigkeit


Im Juli 2025 sind mit insgesamt 18.380 gemeldeten Arbeitslosen in Bochum 542 Personen oder 3,0 Prozent mehr arbeitslos als im Vormonat. Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Arbeitslosigkeit damit um 130 Personen oder 0,7 Prozent erhöht. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen ist mit 9,2 Prozent genauso hoch wie im letzten Jahr im Juli.


Langzeitarbeitslosigkeit


Insgesamt 7.304 Personen (SGB III und SGB II) sind länger als ein Jahr nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt und damit derzeit in Bochum langzeitarbeitslos gemeldet. Gegenüber dem Vormonat sind dies 86 Langzeitarbeitslose mehr. Im Vergleich zum Vorjahr um diese Zeit steigt die Zahl um 68 Personen. 92,0 Prozent (6.723 Personen) aller Langzeitarbeitslosen sind in der Grundsicherung gemeldet.


Jugendarbeitslosigkeit


1.436 Jugendliche sind aktuell in Bochum arbeitslos gemeldet. Zu den Jugendlichen zählen in der Arbeitsmarktstatistik alle Personen unter 25 Jahren. Verglichen mit dem Vormonat sind dies 101 Arbeitslose (7,6 Prozent) mehr. Verglichen mit dem Vorjahr sind es 151 arbeitslose junge Menschen ( 9,5 Prozent) weniger.


Arbeitslosigkeit der Älteren


Aktuell sind 6.485 ältere Personen in Bochum arbeitslos gemeldet. Zu den älteren Personen zählen in der Arbeitslosenstatistik alle, die das 50. Lebensjahr überschritten haben. Das sind im Vergleich zum Vormonat 70 Personen oder 1,1 Prozent mehr . Verglichen mit dem Vorjahr um diese Zeit sind es 197 Arbeitslose mehr (3,1 Prozent).


Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung – SGB III


Im Bereich der Arbeitslosenversicherung (SGB III - Sozialgesetzbuch III) sind derzeit in Bochum 5.160 Personen arbeitslos gemeldet. Gegenüber dem Vormonat sind das 261 Personen oder 5,3 Prozent mehr. Im Vorjahresvergleich zeigt sich hier eine Erhöhung um 509 Personen oder 10,9 Prozent.


Entwicklung in der Grundsicherung – SGB II


Die Grundsicherung (SGB II - Sozialgesetzbuch II) zählt im Juli 2025 insgesamt 13.220 Arbeitslose. Das sind 281 Arbeitslose mehr (2,2 Prozent) als im Vormonat und verglichen mit dem Vorjahresmonat 379 Arbeitslose oder 2,8 Prozent weniger. Von allen Arbeitslosen sind damit rund 71,9 Prozent in der Grundsicherung gemeldet.

Stellenangebote


463 neue Stellenangebote wurden dem Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit im Juli 2025 gemeldet. Gegenüber dem Vormonat sind das 53 Stellenmeldungen weniger. Im Vergleich zum Vorjahr um diese Jahreszeit 169 Stellen weniger . Im Bestand befinden sich in diesem Monat insgesamt 2.978 offene Stellen. Das sind 246 weniger als im Vormonat und 445 weniger als im Vorjahresmonat.


Unterbeschäftigung


In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen abgebildet, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik sind oder sich in einem arbeitsmarktbedingten Sonderstatus befinden. Diese Personen werden zur Unterbeschäftigung gerechnet, weil sie für Menschen steht, denen ein reguläres Beschäftigungsverhältnis fehlt.
Insgesamt waren in diesem Monat 22.495 Personen in der Unterbeschäftigung registriert. Verglichen mit dem Vormonat sind das 237 Personen mehr. Ein Blick auf das Vorjahr zeigt einen Rückgang um 334 Personen.

Zum Bochumer Ausbildungsmarkt im Juli

Seit Beginn des Berufsberatungsjahres im Oktober 2024 meldeten sich 2.068 Bewerberinnen und Bewerber für Berufsausbildungsstellen. Das sind 101 weniger als im Vorjahreszeitraum oder minus 5 Prozent. Zugleich gab es 2.004 Meldungen für Berufsausbildungsstellen, das entspricht einem Minus von 38 Stellen oder 2 Prozent. Ende Juli waren 640 Bewerber noch unversorgt und 862 Ausbildungsstellen noch unbesetzt. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es mit plus 18 Jugendlichen mehr unversorgte Bewerber (3 Prozent). Die Zahl der unbesetzten Ausbildungsstellen war mit einem Plus von 41 Stellen ebenfalls größer (5 Prozent).

Zentrale Statistikseiten der Bundesagentur für Arbeit 
Zahlenmaterial rund um den Arbeitsmarkt in der Stadt Bochum nach verschiedenen Indikatoren finden Sie auf den 
zentralen Statistikseiten der Bundesagentur für Arbeit
Sie können sich außerdem Daten anderer Agenturen und den bundesweiten Vergleich anzeigen lassen.

Wichtige Telefonnummern und eServicevarianten: 

0234 305 5555: Regionale Hotline der Agentur für Arbeit 
0800 4 5555 00: Kostenfreie Servicenummer für Arbeitnehmer 
0800 4 555520: Kostenfreie Servicenummer für Arbeitgeber 

Bochum.Berufsberatung@arbeitsagentur.de für Jugendliche 

www.arbeitsagentur.de/eServices 
www.arbeitsagentur.de/kurzarbeit 


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