Herne. Die Arbeitslosigkeit bleibt zum Jahresende erfreulicherweise weiter unter der 10-Tausender-Marke. Dennoch ist sie gegenüber dem Vormonat gestiegen (plus 140 Personen) und weist auch deutlich mehr Arbeitslose als im Vorjahr um diese Jahreszeit auf (plus 259 Personen). Dass sie zum Jahresstart noch einmal sinken wird ist unwahrscheinlich.
Mit dem Auslaufen vieler befristeter Arbeitsverträge zum Jahres- und Quartalsende steigt die Arbeitslosigkeit zu Beginn eines neuen Jahres erfahrungsgemäß an. Wie nachhaltig sich der Arbeitsmarkt im Jahr 2026 entwickeln wird, bleibt daher abzuwarten. Seit mehreren Jahren ist der Arbeitsmarkt von verschiedenen strukturellen und konjunkturellen Einflussfaktoren geprägt, unter anderem durch anhaltende Unsicherheiten in den Lieferketten sowie eine insgesamt verhaltene wirtschaftliche Entwicklung. Die Konjunktur bleibt schwach und wirkt sich weiterhin auf die Dynamik des Arbeitsmarktes aus.
Dies zeigt sich auch in der Entwicklung der Zu- und Abgänge in der Arbeitsmarktstatistik: Zwar gab es zuletzt weniger Übergänge aus Beschäftigung in Arbeitslosigkeit, gleichzeitig ist jedoch die Zahl der Personen zurückgegangen, die im Dezember eine neue Beschäftigung aufnehmen konnten. In beiden Rechtskreisen – sowohl im Bereich der Arbeitslosenversicherung als auch in der Grundsicherung – ist die Zahl der arbeitslosen Personen angestiegen.
Christopher Meier, Vorsitzender Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Bochum, rechnet zwar nicht mit einem schnellen Kurswechsel auf dem Arbeitsmarkt, betont jedoch die weiterhin große Bedeutung gut ausgebildeter Fachkräfte. „Die Nachfrage nach qualifiziertem Personal wird auch 2026 bestehen bleiben – selbst wenn der Arbeitsmarkt weiter schwächelt. Das Jahr 2025 hat gezeigt, dass trotz wirtschaftlicher Herausforderungen und Arbeitslosigkeit ein Beschäftigungsaufbau möglich ist.“
Zum Stichtag im März des vergangenen Jahres konnte in Herne ein Beschäftigungsplus von 1.765 Personen verzeichnet werden, was einem Zuwachs von 3,5 Prozent entspricht. „Auch im kommenden Jahr wird es unsere Aufgabe sein, diese positive Entwicklung zu unterstützen, indem wir sowohl Arbeitsuchende als auch bereits beschäftigte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Unternehmen gezielt aus- und fortbilden“, so Meier.
Arbeitslosigkeit
Im Januar 2026 sind mit insgesamt 9.909 gemeldeten Arbeitslosen in Herne 140 Personen oder 1,4 Prozent mehr arbeitslos als im Vormonat. Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Arbeitslosigkeit damit um 259 Personen oder 2,7 Prozent erhöht. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen beträgt im Januar 11,9 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich auf 11,7 Prozent (0,2 Prozentpunkte).
Langzeitarbeitslosigkeit
Insgesamt 4.012 Personen (SGB III und SGB II) sind länger als ein Jahr nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt und damit derzeit in Herne langzeitarbeitslos gemeldet. Gegenüber dem Vormonat sind dies 93 Langzeitarbeitslose mehr. Im Vergleich zum Vorjahr um diese Zeit steigt die Zahl um 227 Personen. 93,6 Prozent (3.757 Personen) aller Langzeitarbeitslosen sind in der Grundsicherung gemeldet.
Jugendarbeitslosigkeit
958 Jugendliche sind aktuell in Herne arbeitslos gemeldet. Zu den Jugendlichen zählen in der Arbeitsmarktstatistik alle Personen unter 25 Jahren. Verglichen mit dem Vormonat sind dies 16 Arbeitslose (1,6 Prozent) weniger. Verglichen mit dem Vorjahr um diese Zeit sind es 62 arbeitslose junge Menschen oder 6,9 Prozent mehr.
Arbeitslosigkeit der Älteren
Aktuell sind 3.266 ältere Personen in Herne arbeitslos gemeldet. Zu den Älteren Personen zählen in der Arbeitslosenstatistik alle, die das 50. Lebensjahr überschritten haben. Das sind im Vergleich zum Vormonat 38 Personen oder 1,2 Prozent mehr . Verglichen mit dem Vorjahr um diese Zeit sind es 175 Arbeitslose mehr (5,7 Prozent).
Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung – SGB III
Im Bereich der Arbeitslosenversicherung (SGB III - Sozialgesetzbuch III) sind derzeit in Herne 2.412 Personen arbeitslos gemeldet. Gegenüber dem Vormonat sind das 32 Personen oder 1,3 Prozent mehr. Im Vorjahresvergleich zeigt sich hier eine Erhöhung um 213 Personen oder 9,7 Prozent.
Entwicklung in der Grundsicherung – SGB II
Die Grundsicherung (SGB II - Sozialgesetzbuch II) zählt im Januar 2026 insgesamt 7.497 Arbeitslose. Das sind 108 Arbeitslose mehr (1,5 Prozent) als im Vormonat und verglichen mit dem Vorjahresmonat 46 Arbeitslose oder 0,6 Prozent mehr. Von allen Arbeitslosen sind damit rund 75,7 Prozent aller Arbeitslosen in der Grundsicherung gemeldet.
Stellenangebote
203 neue Stellenangebote wurden dem Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit im Januar 2026 gemeldet. Gegenüber dem Vormonat sind das 25 Stellenmeldungen mehr. Im Vergleich zum Vorjahr um diese Jahreszeit 101 neue gemeldete Stellen weniger . Im Bestand befinden sich in diesem Monat insgesamt 1.381 offene Stellen. Das sind 14 weniger als im Vormonat und 140 mehr als im Vorjahresmonat.
Unterbeschäftigung
In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen abgebildet, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik sind oder sich in einem arbeitsmarktbedingten Sonderstatus befinden. Diese Personen werden zur Unterbeschäftigung gerechnet, weil sie für Menschen steht, denen ein reguläres Beschäftigungsverhältnis fehlt. Insgesamt waren in diesem Monat 12.632 Personen in der Unterbeschäftigung registriert. Verglichen mit dem Vormonat sind das 51 Personen mehr. Ein Blick auf das Vorjahr zeigt einen Anstieg um 302 Personen.
Mehr Datenmaterial und Erläuterung zur Entwicklung auf dem Bochumer Arbeitsmarkt finden Sie anliegend oder unter: Agentur für Arbeit Bochum>Statistik