Halbzeit auf dem Ausbildungsmarkt in Bochum: Chancen und Herausforderungen

31.03.2026 | Presseinfo Nr. 29

Die erste Hälfte des Ausbildungsjahres 2026 ist vorbei und erste Auswertungen
zeigen: Ausbildung bleibt auch in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten in Bochum
eine zentrale Zukunftsinvestition. Die Unternehmen melden weiter Ausbildungsstellen
und Bedarfe. Allerdings hat sich die Zahl der Bewerbenden in diesem
Jahr verringert.

Christopher Meier, Vorsitzender Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Bochum,
freut sich über die anhaltend hohe Nachfrage nach Nachwuchskräften in
Bochum: „Angesichts des demografischen Wandels und des damit verbundenen
Fachkräftemangels ist es von entscheidender Bedeutung, keine Zeit zu verlieren.
In den kommenden Jahren werden mehr Fachkräfte in den Ruhestand treten, als
derzeit ausgebildet werden können. Die demografische Entwicklung macht sich
immer stärker bemerkbar; zudem wirkt sich der fehlende Abiturjahrgang in diesem
Jahr auf den Ausbildungsmarkt aus. Gleichzeitig gilt: Jeder Schüler und jede
Schülerin zählt, und alle Jugendlichen verdienen eine Chance, auch diejenigen,
die kein Gymnasium besucht haben. Sie sollten die Möglichkeit erhalten, ihre Fähigkeiten
und Talente zu entfalten, ohne von vornherein ausgeschlossen zu werden.“

Christopher Meier betont, dass Jugendliche besser seien als ihr Ruf. Eigenschaften,
die der Generation Z häufig zugeschrieben werden, wie etwa Flexibilität, Digitalkompetenz
und ein starkes Bedürfnis nach Selbstverwirklichung, seien keineswegs
auf eine bestimmte Schulform beschränkt, sondern in allen Schularten
zu finden.

Die Berufsberatung
Die Berufsberatung gibt Orientierung und unterstützt den beruflichen Lebensplan.
„Es ist wichtig, dass Jugendliche ihre Stärken und Interessen erkennen und gefördert
werden. So ebnet man ihnen den Weg in eine erfolgreiche berufliche Laufbahn.
Für eine gute Entscheidung über den persönlichen Zukunftsberuf sind differenzierte
Informationen über die Berufe entscheidend. Das und mehr bietet unsere
Berufsberatung“, betont Meier weiter.

Zukunftsberufe und Anpassungsfähigkeit
Laut dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) gibt es derzeit keine Berufe, die keine Zukunft haben. Ein hohes Automatisierungspotenzial bedeutet nicht automatisch, dass diese Berufe nicht mehr zukunftsfähig sind. Fast alle existierenden Berufe können eine erfolgreiche Zukunft haben, wenn sie sich an die neuen technologischen und anderen Gegebenheiten anpassen.

Systemrelevante Berufe, die für das Funktionieren der Gesellschaft unverzichtbar sind, wie Berufe in der Grundversorgung (Ernährung, Energie, Gesundheit, Si-cherheit, Bildung etc.), werden auch in Zukunft wichtig bleiben. Die Berufe in die-sen Bereichen sind essentiell für die Gesellschaft und bieten eine sichere Grund-lage für eine erfolgreiche berufliche Laufbahn.

Seit Beginn des Berufsberatungsjahres im Oktober 2025 meldeten sich 1.537 Be-werberinnen und Bewerber für Berufsausbildungsstellen, 36 weniger als im Vor-jahreszeitraum (minus 2 Prozent). Zugleich gab es 1.855 Meldungen für Berufs-ausbildungsstellen, das entspricht einem Plus von 34 (plus 2 Prozent). Ende März waren 921 Bewerber noch unversorgt und 1.258 Ausbildungsstellen noch unbe-setzt. Rein rechnerisch kommen damit aktuell auf 100 Ausbildungsstellen 83 Be-werbende in Bochum. Im Vorjahr waren es 87. *1

 

*1 Die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen ist aktuell unterzeichnet, es werden auf Bundesebene schätzungsweise rund sechs Prozent Ausbildungsstellen zu wenig ausge-wiesen. Hintergrund sind veränderte Prozesse in Fachverfahren der BA. Diese müssen noch in die statistische Erhebung integriert werden. Diese Verfahrensänderung muss noch in die statistische Erhebung integriert werden, das wird im Sommer abgeschlossen.