Weniger Chancen für Azubis: Ausbildungsangebot deutlich rückläufig

31.03.2026 | Presseinfo Nr. 30

Die Halbjahresbilanz der Agentur für Arbeit zeigt einen deutlichen Rückgang der
gemeldeten Ausbildungsstellen. Zwar spielt in der Auswertung auch eine Unterzeichnung
durch eine bundesweite Systemänderung ein, allerdings ist diese nicht
ausschlaggebend für das erkennbar rückläufigen Ergebnis.

Christopher Meier, Vorsitzender Geschäftsführer der Agentur für Arbeit, zeigt
sich besorgt über die rückläufig gemeldeten Ausbildungsstellen: „Hier müssen wir
entschieden gegensteuern: Wir werden das Gespräch mit den Unternehmen intensivieren,
beraten und, wenn nötig, durch gezielte Unterstützung zusätzliche
Chancen schaffen, sowohl für Jugendliche als auch für die Betriebe. Angesichts
des demografischen Wandels und des damit verbundenen Fachkräftemangels ist
es von entscheidender Bedeutung, keine Zeit zu verlieren. In den kommenden
Jahren werden mehr Fachkräfte in den Ruhestand gehen, als derzeit ausgebildet
werden können. Die demografische Entwicklung wird zunehmend spürbar. Zusätzlich
wirkt sich der fehlende Abiturjahrgang in diesem Jahr auf den Ausbildungsmarkt
aus. Gleichzeitig gilt: Jeder Schüler und jede Schülerin zählt – alle Jugendlichen
verdienen eine Chance. Auch diejenigen, die kein Gymnasium besucht haben,
sollten ihre Fähigkeiten und Talente entfalten können, ohne von vornherein
ausgeschlossen zu werden.“

Christopher Meier betont, dass Jugendliche besser seien als ihr Ruf. Eigenschaften,
die der Generation Z häufig zugeschrieben werden, wie etwa Flexibilität, Digitalkompetenz
und ein starkes Bedürfnis nach Selbstverwirklichung, seien keineswegs
auf eine bestimmte Schulform beschränkt, sondern in allen Schularten zu
finden.

Die Berufsberatung
Die Berufsberatung gibt Orientierung und unterstützt den beruflichen Lebensplan.
„Es ist wichtig, dass Jugendliche ihre Stärken und Interessen erkennen und gefördert
werden. So ebnet man ihnen den Weg in eine erfolgreiche berufliche Laufbahn.
Für eine gute Entscheidung über den persönlichen Zukunftsberuf sind differenzierte
Informationen über die Berufe entscheidend. Das und mehr bietet unsere
Berufsberatung“, betont Meier weiter.

Zukunftsberufe und Anpassungsfähigkeit
Laut dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) gibt es derzeit keine Berufe, die keine Zukunft haben. Ein hohes Automatisierungspotenzial bedeutet nicht automatisch, dass diese Berufe nicht mehr zukunftsfähig sind. Fast alle exis-tierenden Berufe können eine erfolgreiche Zukunft haben, wenn sie sich an die neuen technologischen und anderen Gegebenheiten anpassen.
Systemrelevante Berufe, die für das Funktionieren der Gesellschaft unverzichtbar sind, wie Berufe in der Grundversorgung (Ernährung, Energie, Gesundheit, Sicher-heit, Bildung etc.), werden auch in Zukunft wichtig bleiben. Die Berufe in diesen Bereichen sind essentiell für die Gesellschaft und bieten eine sichere Grundlage für eine erfolgreiche berufliche Laufbahn.

Seit Beginn des Berufsberatungsjahres im Oktober 2025 meldeten sich 827 Bewer-ber für Berufsausbildungsstellen, 83 weniger als im Vorjahreszeitraum (minus 9 Prozent). Zugleich gab es 615 Meldungen für Berufsausbildungsstellen, das ent-spricht einem Minus von 353 (minus 36 Prozent). Ende März waren 495 Bewerber noch unversorgt und 432 Ausbildungsstellen noch unbesetzt. Damit kommen aktu-ell rein rechnerisch auf 100 betriebliche Berufsausbildungsstellen kommen 136 Be-werbende. Im Jahr zuvor waren es 94. *1

*1 Die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen ist aktuell unterzeichnet, es werden auf Bundesebene schätzungsweise rund sechs Prozent Ausbildungsstellen zu wenig ausge-wiesen. Hintergrund sind veränderte Prozesse in Fachverfahren der BA. Diese müssen noch in die statistische Erhebung integriert werden. Diese Verfahrensänderung muss noch in die statistische Erhebung integriert werden, das wird im Sommer abgeschlossen.