Herne. Weil die erhoffte Frühjahrsbelebung ausbleibt, ist die Arbeitslosigkeit in Herne erneut gestiegen. Eine wirtschaftliche Erholung ist nicht in Sicht. Insgesamt präsentiert sich die Konjunktur auch im April deutlich geschwächt. Die geopolitischen Entwicklungen wirken sich weiter aus und die Unternehmen bleiben unsicher. Hinzu kommt: Durch die Kostensteigerungen wird die Investitionsbereitschaft der Unternehmen stark gebremst. Neu-Einstellungen werden sehr genau geprüft, und mitunter kommt es zu Stornierungen sowohl bei Arbeits- als auch bei Ausbildungsstellen. Alle Personengruppen sind von einer höheren Arbeitslosigkeit betroffen. Eine Ausnahme stellt erfreulicherweise in diesem Monat der Bereich der Jugendarbeitslosigkeit dar. Weitestgehend unabhängig von der Konjunktur entwickeln sich die Bereiche Pflege, Gesundheit und Erziehung.
Im April 2026 sind mit insgesamt 10.340 gemeldeten Arbeitslosen in Herne 152 Personen oder 1,5 Prozent mehr arbeitslos als im Vormonat. Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Arbeitslosigkeit damit um 312 Personen oder 3,1 Prozent erhöht. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen beträgt im April 12,5 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich auf 12,2 Prozent.
„Der Arbeitsmarkt wird in den kommenden Jahren stark vom demografischen Wandel geprägt sein. Die geburtenstarken Jahrgänge gehen nach und nach in den Ruhestand – deshalb werden Nachwuchs- und Fachkräfte dringend gebraucht. Vielen Unternehmen ist das bewusst. Gleichzeitig stehen sie aktuell vor großen wirtschaftlichen Herausforderungen und fragen sich, wie sie Neueinstellungen oder Ausbildungsangebote stemmen können. Genau hier setzen wir an: Wir beraten, unterstützen und verfügen über verschiedene Fördermöglichkeiten, um Beschäftigung und Ausbildung zu sichern. Denn eines ist klar: Wer heute jungen Menschen eine Chance gibt und in Ausbildung investiert, sichert die Fachkräfte von morgen“, betont Christopher Meier, Leiter der Agentur für Arbeit Bochum.
Ausbildungsmarkt
Seit Beginn des Berufsberatungsjahres im Oktober 2025 meldeten sich 877 Bewerberinnen und Bewerber für Berufsausbildungsstellen bei der Agentur für Arbeit. Das sind 102 weniger als im Vorjahreszeitraum oder minus 10 Prozent. Zugleich gab es 650 Meldungen für Berufsausbildungsstellen, das entspricht einem Minus von 338 oder minus 34 Prozent. Ende April waren 512 Bewerber noch unversorgt und 421 Ausbildungsstellen noch unbesetzt. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 67 weniger unversorgte Bewerber (12 Prozent), die Zahl der unbesetzten Ausbildungsstellen war um 124 Stellen ebenfalls kleiner oder (23 Prozent).
Langzeitarbeitslosigkeit
Insgesamt 4.136 Personen (SGB III und SGB II) sind länger als ein Jahr nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt und damit derzeit in Herne langzeitarbeitslos gemeldet. Gegenüber dem Vormonat sind dies 94 Langzeitarbeitslose mehr. Im Vergleich zum Vorjahr um diese Zeit steigt die Zahl um 222 Personen. 93,8 Prozent (3.881 Personen) aller Langzeitarbeitslosen sind in der Grundsicherung gemeldet.
Jugendarbeitslosigkeit
982 Jugendliche sind aktuell in Herne arbeitslos gemeldet. Zu den Jugendlichen zählen in der Arbeitsmarktstatistik alle Personen unter 25 Jahren. Verglichen mit dem Vormonat sind dies 22 Arbeitslose (2,2 Prozent) weniger. Verglichen mit dem Vorjahr um diese Zeit sind es 47 arbeitslose junge Menschen oder 5,0 Prozent mehr.
Arbeitslosigkeit der Älteren
Aktuell sind 3.414 ältere Personen in Herne arbeitslos gemeldet. Zu den Älteren Personen zählen in der Arbeitslosenstatistik alle, die das 50. Lebensjahr überschritten haben. Das sind im Vergleich zum Vormonat 74 Personen oder 2,2 Prozent mehr. Verglichen mit dem Vorjahr um diese Zeit sind es 160 Arbeitslose mehr (4,9 Prozent).
Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung – SGB III
Im Bereich der Arbeitslosenversicherung (SGB III - Sozialgesetzbuch III) sind derzeit in Herne 2.588 Personen arbeitslos gemeldet. Gegenüber dem Vormonat sind das 20 Personen oder 0,8 Prozent mehr. Im Vorjahresvergleich zeigt sich hier eine Erhöhung um 236 Personen oder 10,0 Prozent.
Entwicklung in der Grundsicherung – SGB II
Die Grundsicherung (SGB II - Sozialgesetzbuch II) zählt im April 2026 insgesamt 7.752 Arbeitslose. Das sind 132 Arbeitslose mehr (1,7 Prozent) als im Vormonat und verglichen mit dem Vorjahresmonat 76 Arbeitslose oder 1,0 Prozent mehr. Von allen Arbeitslosen sind damit rund 75,0 Prozent aller Arbeitslosen in der Grundsicherung gemeldet.
Stellenangebote
146 neue Stellenangebote wurden dem Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit im April 2026 gemeldet. Gegenüber dem Vormonat sind das 62 Stellenmeldungen weniger. Im Vergleich zum Vorjahr um diese Jahreszeit 94 neue gemeldete Stellen weniger. Im Bestand befinden sich in diesem Monat insgesamt 1.167 offene Stellen. Das sind 153 weniger als im Vormonat und 184 weniger als im Vorjahresmonat.
Unterbeschäftigung
In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen abgebildet, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik sind oder sich in einem arbeitsmarktbedingten Sonderstatus befinden. Diese Personen werden zur Unterbeschäftigung gerechnet, weil sie für Menschen steht, denen ein reguläres Beschäftigungsverhältnis fehlt.
Insgesamt waren in diesem Monat 12.868 Personen in der Unterbeschäftigung registriert. Verglichen mit dem Vormonat sind das 41 Personen mehr. Ein Blick auf das Vorjahr zeigt einen Anstieg um 161 Personen.