Bochum: Zum Halbjahresende ist die Arbeitslosigkeit gestiegen. Das Ausbildungsende sowie nicht verlängerte Verträge machen sich in den Zahlen der Arbeitsmarktstatistik deutlich bemerkbar. Auch die Abgänge in Beschäftigung sind im Juli geringer als die Zugänge. Das Suchen und Finden neuer Fachkräfte gestaltet sich zunehmend schwieriger. Hinzu kommt: Berufe und Anforderungsprofile verändern sich.
Zwar ist ein Anstieg der Arbeitslosigkeit um diese Jahreszeit nicht ungewöhnlich. In diesem Sommer sind jedoch erkennbar mehr Personen bei der Agentur für Arbeit gemeldet als im Jahr zuvor. Die schwierige Wirtschaftslage bleibt neben der Transformation des Arbeitsmarktes eine weitere Hürde. Unverändert bleibt das Zögern der Unternehmen bei Neu Einstellungen neuer Mitarbeitenden. Ein ähnliches Bild zeichnet sich auf dem Ausbildungsmarkt ab. Die Agentur verweist dennoch weiter darauf, dass Aus- und Weiterbildung trotz der schwierigen Lage, für eine wettbewerbsfähige Zukunft unabdingbar sind.
Im Juli 2026 sind mit insgesamt 18.978 gemeldeten Arbeitslosen in Bochum 668 Personen oder 3,6 Prozent mehr arbeitslos als im Vormonat. Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Arbeitslosigkeit damit um 598 Personen oder 3,3 Prozent erhöht. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen beträgt im Juli 9,4 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich auf 9,2 Prozent.
Franziska Meyer, die neue operative Geschäftsführerin der Agentur für Arbeit Bochum, verweist auf die saisonale Entwicklung und macht deutlich, dass sich ein Wandel vollzieht: „Dass wir im Sommer mehr Arbeitslose verzeichnen, ist nicht ungewöhnlich. Dieser Anstieg ist allerdings nicht ausschließlich konjunkturell bedingt. Die Entwicklung ist gleichzeitig Zeichen, für einen tiefgreifenden technologischen Wandel und die aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen. Ganze Berufsfelder verändern sich. Das verarbeitende Gewerbe baut seit Jahren Stellen ab. Oft braucht es veränderte Qualifikationen. Globale Ereignisse rütteln an Stabilität und Planbarkeit. In diesem Umfeld wägen Unternehmen jede Neu Einstellung ab. Wir beobachten das auch bei Ausbildungsstellen und dualen Studiengängen. Hier ist unsere Botschaft klar: Investieren Sie als Unternehmen in Aus- und Weiterbildung! Nur mit gut ausgebildetem Personal bleiben Sie wettbewerbsfähig. Egal, wie sich Technik weiterentwickelt. Junge Menschen, die noch keine Ausbildung haben, ermutigen wir: bleiben Sie dran und wenden sie sich an uns, es gibt noch offene Ausbildungsstellen für den Herbst!“
Ausbildungsmarkt
Seit Beginn des Berufsberatungsjahres im Oktober 2025 meldeten sich 2.052 Bewerbende für Berufsausbildungsstellen. Das sind 16 weniger als im Vorjahreszeitraum (minus 1 Prozent). Zugleich gab es 2.098 Meldungen für Berufsausbildungsstellen, das entspricht einem Plus von 75 Stellen oder 4 Prozent. Ende Juli waren 660 Bewerber noch unversorgt und 847 Ausbildungsstellen noch unbesetzt. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es mehr unversorgte Bewerber (plus 20 oder 3 Prozent), die Zahl der unbesetzten Ausbildungsstellen war kleiner (minus 32 oder 4 Prozent).
Langzeitarbeitslosigkeit
Insgesamt 7.516 Personen (SGB III und SGB II) sind länger als ein Jahr nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt und damit derzeit in Bochum langzeitarbeitslos gemeldet. Gegenüber dem Vormonat sind dies 186 Langzeitarbeitslose mehr. Im Vergleich zum Vorjahr um diese Zeit steigt die Zahl um 212 Personen. 91,9 Prozent (6.909 Personen) aller Langzeitarbeitslosen sind in der Grundsicherung gemeldet.
Jugendarbeitslosigkeit
1.465 Jugendliche sind aktuell in Bochum arbeitslos gemeldet. Zu den Jugendlichen zählen in der Arbeitsmarktstatistik alle Personen unter 25 Jahren. Verglichen mit dem Vormonat sind dies 116 Arbeitslose (8,6 Prozent) mehr. Im gleichen Monat des Vorjahres waren es 29 arbeitslose junge Menschen oder 2,0 Prozent weniger.
Arbeitslosigkeit
der Älteren Aktuell sind 6.600 ältere Personen in Bochum arbeitslos gemeldet. Zu den älteren Personen zählen in der Arbeitslosenstatistik alle, die das 50. Lebensjahr überschritten haben. Das sind im Vergleich zum Vormonat 205 Personen oder 3,2 Prozent mehr . Verglichen mit dem Vorjahr um diese Zeit sind es 115 Arbeitslose mehr (1,8 Prozent).
Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung – SGB III
Im Bereich der Arbeitslosenversicherung (SGB III - Sozialgesetzbuch III) sind derzeit in Bochum 5.579 Personen arbeitslos gemeldet. Gegenüber dem Vormonat sind das 300 Personen oder 5,7 Prozent mehr. Im Vorjahresvergleich zeigt sich hier eine Erhöhung um 419 Personen oder 8,1 Prozent.
Entwicklung in der Grundsicherung – SGB II
Die Grundsicherung (SGB II - Sozialgesetzbuch II) zählt im Juli 2026 insgesamt 13.399 Arbeitslose. Das sind 368 Arbeitslose mehr (2,8 Prozent) als im Vormonat und verglichen mit dem Vorjahresmonat 179 Arbeitslose oder 1,4 Prozent mehr. Von allen Arbeitslosen sind damit rund 70,6 Prozent in der Grundsicherung gemeldet.
Stellenangebote
548 neue Stellenangebote wurden dem Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit im Juli 2026 gemeldet. Gegenüber dem Vormonat sind das 49 Stellenmeldungen mehr. Im Vergleich zum Vorjahr um diese Jahreszeit 85 Stellen mehr. Im Bestand befinden sich in diesem Monat insgesamt 2.892 offene Stellen. Das sind 257 weniger als im Vormonat und 86 weniger als im Vorjahresmonat.
Unterbeschäftigung
In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen abgebildet, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik sind oder sich in einem arbeitsmarktbedingten Sonderstatus befinden. Diese Personen werden zur Unterbeschäftigung gerechnet, weil sie für Menschen steht, denen ein reguläres Beschäftigungsverhältnis fehlt. Insgesamt waren in diesem Monat 22.937 Personen in der Unterbeschäftigung registriert. Verglichen mit dem Vormonat sind das 334 Personen mehr. Ein Blick auf das Vorjahr zeigt einen Anstieg um 425 Personen.
Mehr Datenmaterial und Erläuterung zur Entwicklung auf dem Bochumer Arbeitsmarkt finden Sie anliegend oder unter: https://www.arbeitsagentur.de/vor-ort/bochum/statistik
Wichtige Telefonnummern und eServicevarianten:
• 0234 305 5555: Regionale Hotline der Agentur für Arbeit Bochum
• 0800 4 5555 00: Kostenfreie Servicenummer für Arbeitnehmer
• 0800 4 5555 20: Kostenfreie Servicenummer für Arbeitgeber
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